Marketing Strategie

Wie würden sich berüchtigte Digitalriesen wie Apple, Google & Co. im Game of Thrones schlagen?

Game of Thrones zieht Inspiration aus unserer (Business)-Welt. Doch wie würden sich eigentlich Großkonzerne wie Telekom oder AOL Westeros schlagen?

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In der aktuell siebten Game of Thrones-Staffel läuft der Kampf um die Macht in Westeros auf Hochtouren. Dabei fällt auf: Viele Häuser ähneln den großen Konzernen unserer Realität. Diese sorgen immer wieder für GoT-würdige Momente und haben damit durchaus Erfolg. Doch würden sich AOL, Google & Co. mit ihren Methoden auch in Westeros behaupten? Finden wir es heraus! Im Folgenden haben wir die großen Konzerne unserer Welt in den Kampf um den Eisernen Thron geschickt – und sprechen auf diesem Weg auch gleich eine große Spoiler-Warnung aus!

Der Herausforderer: Telekom

Anmerkung: Alle Haussiegel wurden von Fi2 Design für 99designs gestaltet.

Die Telekom verfügt über ein ausgefeiltes (digitales) Verbindungsnetz. Um es nutzen zu können, haben sich viele andere Unternehmen von dem Bonner Konzern abhängig gemacht. Neben dieser Monopolstellung gehören noch weitere Aktionen zum GoT-Repertoire der Telekom. So nahm der Konzern bis 1993 Bestechungsgelder für die Vergabe von Werbeaufträgen an – man beachte das vergleichbare Abkommen zwischen den Freys und den Lannisters – und hörte bis 1996 heimlich bei Auslandsgesprächen mit.

Der Gegner: Haus Frey

Mit ihrem inoffiziellen Motto “Macht durch Monopol” erinnert uns die Telekom an Haus Frey. In Westeros würde die Telekom daher wohl auch ziemlich rasch mit dem kinderreichen Clan aneinander geraten. Dieser ist nämlich gar nicht damit einverstanden, wenn irgendjemand seine Monopolstellung in den Flusslanden in Frage stellt. Bestes Beispiel: der verhängnisvolle Deal zwischen Frey-Oberhaupt Walder und Robb Stark in der ersten Staffel. Der frisch gekürte König des Nordens darf die Gebiete des Hauses Frey mitsamt seinem Heer nur dann passieren, wenn Robb eine der Frey-Töchter heiratet. Robb widersetzt sich der Abmachung und verliert daraufhin mitsamt vieler Getreuer bei der berüchtigten Roten Hochzeit sein Leben.

Und der Gewinner ist…

Wäre da nicht Arya Stark, würden sich unsere beiden Kontrahenten mit ihren jeweiligen Methoden wohl in Schach halten. Doch Ned Starks jüngste Tochter rächt sich an Walder Frey und sorgt mit dessen Ermordung dafür, dass der Kopf des Hauses fällt. Auch die Telekom scheint aufgrund der stetig wachsenden Konkurrenz auf dem Mobilfunkmarkt derzeit geschwächt. Ob sie ihre Monopolstellung allerdings jemals verlieren wird, ist zu bezweifeln. Daher geht dieser Sieg an die Telekom!


Der Herausforderer: Apple

Unter der Leitung von Steve Jobs konnte sich Apple Mitte der 80er Jahre als weltweit führendes Computerunternehmen durchsetzen. Das Design der Marke galt bereits damals als revolutionär und begeisterte Käufer wie Aktionäre. Dann verlor der Konzern seinen führenden Kopf nach internen Machtkämpfen. Ohne Jobs geriet Apple in kreative Schieflage – die Folge: sinkende Absatzzahlen und eine enttäuschte Käuferschaft. Dies ändert sich erst mit Jobs’ Rückkehr in die Konzernleitung. Von hier aus stampft er dutzende Produktlinien ein und bringt Apple dank Kassenschlagern wie dem iPhone wieder auf Erfolgskurs.

Der Gegner: Haus Stark

Andere Welt, ähnliches Schicksal: Haus Stark gehört zu den ältesten Familien in Westeros. Die “Wächter des Nordens” nehmen jahrhundertelang eine wichtige Schlüsselrolle am Königshof ein. Dann sorgen intrigante Machenschaften an eben jenem dafür, dass das Oberhaupt Nedd Stark des Verrats angeklagt und vor versammeltem Volk geköpft wird. Die Mitglieder des Hauses werden daraufhin in alle Winde zerstreut und müssen ohne den Rückhalt ihrer Familie ums Überleben kämpfen. In der aktuellen Staffel haben es Arya, Sansa und Jon Snow nach zahlreichen Wirrungen zurück auf den Familiensitz Winterfell geschafft und festigen von dort aus ihre Position im Spiel um den Thron.

Und der Gewinner ist…

Bei dieser Gegenüberstellung lässt sich kein eindeutiges Fazit ziehen. Vermutlich würden sich Apple und Stark unter dem Motto “Think different” gegenseitig unterstützen – und damit immense Erfolge einfahren. Sowohl im fiktiven als auch im realen Game of Thrones sind viele Variablen ungewiss, doch wir sind sicher: Sowohl Apple als auch Stark befinden sich in einer guten Position, ihre momentane Stellung zu halten. Daher bleiben diese (möglichen) Bündnispartner gleich auf!


Der Herausforderer: Reddit

Der Social-News-Aggregator Reddit ist häufig alles andere als politisch korrekt, höflich oder gar vernünftig. In seinen unzähligen Unterforen wird außerdem kaum eigener Content produziert. Stattdessen verlinken die meisten Posts auf externe Webseiten. Mit seiner ruppigen Art und der unverhohlenen Begeisterung für fremdes Eigentum erinnert das kalifornische Unternehmen an die Mentalität der Greyjoys. So auch, als Ellen Pao im Jahr 2013 zum neuen, weiblichen Reddit-CEO ernannt wird. Der Aufschrei in der Reddit-Community ist daraufhin groß.

Der Gegner: Haus Greyjoy

Auch die Greyjoys sparen sich die Zeit, sich Dinge zu verdienen oder eigene Ernten einzufahren. Stattdessen schwärmen sie von ihren lauschigen Eiseninseln zu Raubzügen aus und sind auch noch mächtig stolz auf ihren raubeinigen Ruf. Bei den Greyjoys wird man als Kapitän schnell zum König, zumindest auf dem eigenen Schiff. Diese Engstirnigkeit verhilft jedoch auch Schurken innerhalb des Hauses Greyjoy zu unverdienter Macht. So geschehen in der aktuellen Staffel: Yara Greyjoy, ihres Zeichens Kommandantin einer eigenen Greyjoy-Flotte, von ihrem Onkel festgesetzt. Sein Ziel: der Eiserne Thron.

Und der Gewinner ist…

Haus Greyjoy wie auch Reddit steuern immer wieder durch stürmische Gewässer. Anders als die Herrscher der Eiseninseln kann sich das US-amerikanische Unternehmen allerdings auf seine Mitglieder verlassen: Die sogenannten Redditoren verteidigen ihr “Haus” in jeder erdenklichen Situation. In Westeros besinnt sich mit Theon derzeit gerade mal ein Mitglied des Hauses Greyjoy auf die Bedeutung einer starken Gemeinschaft. Im Falle einer Auseinandersetzung um den Eisernen Thron hätte in diesem Fall somit eindeutig Reddit die besseren Karten in der Hand.


Der Herausforderer: Bumble

Whitney Wolfe ist keine Figur aus Game of Thrones. Dafür gründete die US-Amerikanerin mit anderen Mitstreitern die Dating-App Tinder, verließ das Unternehmen aufgrund des negativen Arbeitsumfeldes und leitet heute ihr eigenes Unternehmen, die feministische Dating-App Bumble. Und diese hat laut New York Times das Zeug dazu, der nächste Social-Media-Hit zu werden. Wolfe hat sich also nicht kleinkriegen lassen und stattdessen ihr eigenes Imperium aufgebaut – an wen erinnert uns das bloß?

Der Gegner: Haus Targaryen

Richtig: an Daenerys Targaryen. Die Mutter der Drachen wurde nach dem Tod ihres ziemlich verrückten Vaters zum Spielball der Mächtigen und im Zuge dessen sogar von ihrem eigenen Bruder verkauft. Doch die Sturmtochter schaffte es, zur Königin der Dothraki zu werden, drei Drachen aufzuziehen und ganze Sklavenstädte von ihren Unterdrückern zu befreien. In der aktuellen Staffel kommt sie ihrem Ziel, den Eisernen Thron zurückzuerobern, so nahe wie nie zuvor und kann dabei auf die Unterstützung von Jon Snow sowie vielen weiteren Verbündeten zählen.

Und der Gewinner ist…

Hier liegen beide Kontrahenten gleich auf. Bumble wie auch Haus Targaryen sahen sich ausweglosen Situationen gegenüber und haben es dennoch geschafft, gestärkt aus diesen hervor zu gehen. Mit ihrer kämpferischen Einstellung demonstrieren beide Frauen, wie man sich im Spiel der Throne behauptet. Und wer weiß: Vielleicht würden sie im Kampf um den Eisernen Thron sogar zusammenarbeiten, um ihre Ziele zu erreichen.


Der Herausforderer: Google

Google, die weltweit größte Suchmaschine, wurde in den vergangenen Jahren sieben Mal zum besten Arbeitgeber gekürt. Und wie es sich für ein Haus im Spiel der Throne gehört, hat auch Google im Hintergrund bei allem die Finger im Spiel. Oberflächlich zeigt sich Google zurückhaltend und transparent, dabei könnte man in Sachen Datenschutz so einiges bemängeln. Und auch das ständige Sammeln und Speichern von Nutzerdaten lässt sich mit dem Horten von Informationen im GoT-Universum vergleichen.

Der Gegner: Haus Tyrell

Wer mag sie nicht, die schönen Tyrells aus Rosengarten? Sie sind hochangesehen, wohlhabend und beim Volk beliebt, wie man an den Geschwistern Margaery und Loras sehen kann. Doch unter der glatten Oberfläche spinnen die Tyrells genauso eifrig Pläne und Intrigen wie Lord Baelish alias Littlefinger: Familienoberhaupt Lady Olenna Tyrell mag nicht mehr die Jüngste sein, mischt jedoch in allen wichtigen Angelegenheiten mit. So war sie es auch, die den Mord an Joffrey Baratheon in Auftrag gab.

Und der Gewinner ist…

Dieser Fall ist wohl ziemlich eindeutig: Google ist so stark wie eh und je, vergrößert sein Datenimperium mit jeder weiteren Sekunde. Das Haus Tyrell ist nach einer Reihe von Schicksalsschlägen aus dem Spiel der Throne ausgeschieden. Im Klartext: Mit dem Tod von Lady Olenna durch Jaime Lannister wurde das Haus Tyrells ausgelöscht. Google ist also eindeutig besser für den Kampf um die (Internet-)Herrschaft gewappnet.


Der Herausforderer: AOL

AO-wer? Ja, vor gerade einmal 20 Jahren war AOL der größte Internetanbieter der Welt. Um den eigenen Erfolg noch zu steigern, fusionierte das US-amerikanische Unternehmen mit Time-Warner. Diese Zusammenarbeit lief einige Jahre gut, bis die Kundenzahlen in den Keller gingen. Eine weitere Fusion musste her, diesmal mit dem Telekommunikationskonzern Verizon. Doch auch das half letzten Endes nichts. Heute gehört AOL dem US-amerikanischen Mobilfunkbetreiber Verizon und wurde mit Yahoo! zur Marke Oath fusioniert.

Der Gegner: Haus Baratheon

Haus Baratheon erging es ganz ähnlich: König Robert eroberte die sieben Königslande, indem er den amtierenden Herrscher, den Irren König Aerys II. Targaryen, stürzte. Eine Fusion mit einem anderen starken Haus sollte die errungene Machtposition weiter stärken. Gesagt, getan: Robert heiratet die schöne Cersei Lannister. Doch dann stirbt Robert durch einen bewusst herbeigeführten Jagdunfall und die Lannisters beanspruchen den Thron, sehr zum Zorn der beiden Baratheon-Brüder Stannis und Renly. Sie schließen sich mit anderen Verbündeten zusammen – und sterben. Heute ist das Haus Baratheon bis auf einen unehelichen Sohn Roberts ausgelöscht.

Und der Gewinner ist…

Hier lässt sich darüber streiten, welcher der Kontrahenten sich wohl besser schlagen würde. Denn immerhin hat es Roberts unehelicher Sohn Gendry bisher geschafft, zu überleben. Und das will in der Welt von Westeros wirklich etwas heißen. AOL auf der anderen Seite ist nach seinem Zusammenschluss mit Yahoo! weiterhin am Markt aktiv – wenn auch unter dem Namen Oath. Möglicherweise könnten die beiden auch von einer “Allianz der Gebeutelten” profitieren – vorausgesetzt, man nutzt diese Verbindung für mehr als eine bloße Finanzspritze.


Die Unternehmen unserer Realität gewinnen den imaginären Kampf um den Eisernen Thron mit 4:1. Dabei fällt vor allem eines auf: Trotz aller Tricks und Kniffe, die unsere heutige WIrtschaft prägen, kommt kein einziges Unternehmen an die Skandale und Grausamkeiten seines GoT-Pendants heran. Die Welt von Westeros ist letztlich eben ein Konzentrat der Themen Verrat, Kampf, Leidenschaft und Mord. Damit ist sie vor allem ein Spiegel unserer Faszination als Zuschauer – und zum Glück nicht der modernen Business-Welt (auch, wenn sich diese einiges vom Game of Thrones-Branding abschauen könnte).

Über Vivecca Frank

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Vivecca Frank beschäftigt sich seit 2012 mit unterschiedlichsten Aspekten des Online Marketings. Während ihres Journalismus-Studiums arbeitete sie als freiberufliche Texterin für Unternehmen unterschiedlichster Branchen und entwickelte Content-Ideen und Formate. Seit 2017 ist sie als Online Marketing-Trainee für 99designs, den weltweit größten Grafikdesign-Marktplatz, unterwegs. Hier schreibt sie regelmäßig spannende Blogbeiträge und hält Kontakt zu nationalen wie internationalen Influencern. Neben Design, Marketing und Branding interessiert sie sich für Reisen und Fotografie.

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