E-Commerce

Amazon ausstechen: Wie du mit einer ausgefeilten Preisstrategie gegen deine Mitbewerber gewinnst

Der Amazon Marktplatz ist ein beliebter Ort für Händler, ihre Waren feilzubieten. Nicht immer kommen sie dabei gegen die Preise der Plattform selbst an – mit einigen Tricks ist das aber gar nicht mehr so schwer.

© Flickr / Yuko Honda, CC BY-SA 2.0

Amazon ist berüchtigt für den Kampf um die niedrigsten Preise. So haben Händler auf der Marktplatz-Plattform es nicht immer leicht, sich dort zu behaupten. Einige Insights zu Amazons Preisstrategie können Retailern aber helfen, sich gegen die starke Konkurrenz durchzusetzen, ohne im Preiskampf klein bei zu geben.

Wie du dich als kleinerer Händler gegen Amazon und deine Mitbewerber durchsetzt

Mit ihrem eigenen Tool Market Price Index haben Wiser nun Daten zu Amazons Preisgestaltung ausgewertet, die aufzeigt, dass Amazons Strategie ein gut kalkulierter Plan zugrunde liegt. Wiser hat drei Lehren aus der Studie ziehen können, die Händler für größeren Erfolg auf dem Marktplatz für sich nutzen sollten.

1. Die Kategorie macht den Unterschied

Amazon wendet in unterschiedlichen Kategorien verschiedene Preisstrategien an. Während also in einer Kategorie der Wettbewerb höher ist, sind die Preise in anderen für die gleichen Produkte stabiler. Es lohnt sich hier Preise zu vergleichen und die Preisspannen auszuwerten. Auf diese Weise lässt es sich schneller auf Veränderungen reagieren und Preise können künftig eher angepasst werden.

2. Nutze die Kategorie-Underdogs, um wettbewerbsfähig zu bleiben

Die Studie hat gezeigt, dass der höchste Wettbewerb in den populärsten Kategorien – Elektronik, Spielzeug sowie Games – vorherrscht. Um hier gegen Amazon zu bestehen, müssen Gewinnspannen extrem flexibel sein, was für einen kleineren Händler fast utopisch scheint. Allerdings hat das Retail-Schwergewicht genug damit zu tun, in diesen Sparten Platzhirsch zu bleiben, so dass viel weniger Aufmerksamkeit für weniger beliebte Kategorien über bleibt. Hier kann es kleinen Händlern gelingen, Amazon auszustechen, indem immer zum besten Preis angeboten wird.

Die Marge sollte bei deinem besten Produkt hoch genug sein, so dass es in den beliebteren Kategorien gegen die Konkurrenz gewinnen kann. Deine weniger beliebten Produkte können ergänzend zu diesen und mit höherer Gewinnspanne in den unbeachteten Kategorien angeboten werden, so dass du die “Verluste” wieder ausgleichen kannst.

3. …und die Konkurrenz niemals aus den Augen lassen

Diejenigen Anbieter, die die höchste Übereinstimmung an Produkten mit jenen aus Amazons beliebtesten Kategorien haben, versucht die Plattform stets zu unterbieten. So sind die Preise bei Amazon in aller Regel um 12 Prozent niedriger als beim Mitbewerber Target und unterscheiden sich um ganze 16 Prozent von Toys R Us.

Um immer die besten Preise liefern zu können, solltest du nicht die gesamte große Konkurrenz, sondern deine direkten Mitbewerber im Auge behalten und diese preislich unterbieten. Du musst deine Produkte nicht auf Teufel komm raus am billigsten von allen verhökern – das macht Amazon ebenfalls nicht, auch wenn dem Konzern der Ruf vorauseilt, die günstigsten Preise zu haben: Die hat er bei weitem nicht, sondern ist Econsultancy zufolge im Schnitt noch 13 Prozent teurer als die Konkurrenz.

Beachtest du künftig also die genannten drei Punkte, fokussierst dich auf deine direkten Mitbewerber, unpopuläre Kategorien und bist bereit geringere Margen mit beliebten Produkten zu erzielen, bist du auf einem guten Weg höhere Umsätze zu erzielen.

Quelle: Econsultancy

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

2 Gedanken zu „Amazon ausstechen: Wie du mit einer ausgefeilten Preisstrategie gegen deine Mitbewerber gewinnst

  1. Florian

    Es kommt doch auch ganz darauf an, ob Du eigene Produkte verkaufst bei welchen Du selber der Hersteller bist oder ob Du Produkte vertreibst, die viele andere Händler auch im Sortiment haben und dann geht es um die Buybox.
    Klar ist die Kategorie ein nicht zu unterschätzender Faktor. Je nachdem wie gut sich dein Produkt verkaufen lässt, stellt dich aber auch Amazon in weitere Kategorien. Letztendlich kommt es doch darauf an, dass Du möglichst ein mega geniales Produkt hast (welches von deinen Käufern mit vielen 5 Sternen bewertet wird) und das Ganze möglichst sehr preiswert ist, damit Du auch viel verkaufst. Genau hier muss man den Mittelweg finden. Ist ja selten der Günstigste ganz oben (außer natürlich bei Markenprodukten die viele Händler vertreiben).

    Antworten
  2. Jon

    Ich glaub das ist alles ganz richtig.
    Man sollte natürlich beachten, dass am Ende zählt was dabei an gewinnen erzielt wird. Geringe margen sind besonders dann interessant , wenn sie sich tendenziell verbessern, ob man solche vorrausagen treffen kann ?

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.