Social Media Marketing

500.000 Facebook-Fans in 4 Monaten: Ein Artikel bei Gründerszene sorgt für kräftige Diskussionen

Der Autor bei Gründerszene.de prahlt damit, den effizientesten Weg zur Facebook-Fangewinnung gefunden zu haben. Doch bei genauer Betrachtung…

linkherkunft

Quelle: Kommentare

Der besagte Gastbeitrag von Martin Lünendonk wurde am Dienstag auf dem Startup-Portal Gründerszene veröffentlicht. Dieser Beitrag hat für eine Menge Interaktion und Kritik innerhalb der dortigen Community gesorgt. Der Autor prahlt damit, einen der effizientesten Weg zur Fangewinnung gefunden zu haben und hat in Wirklichkeit nur billige und nutzlose Likes ohne Identifikation und Interesse zur Fanseite gekauft. Ein genauer Blick auf die Facebook-Page zeigt, dass die Fans der Seite fast ausschließlich aus den typischen Klick-Farm Ländern wie Indien und Pakistan kommen, mit einem verschwindend geringen Anteil deutscher Fans. Es ist schon länger bekannt, dass in diesen Ländern deutlich einfacher und günstiger Fans akquiriert werden können als beispielsweise in Deutschland.

Beitrag erntet hämische Kommentare

Es sei schon sehr dreist, erst solche Fans einzukaufen und sich dann noch damit zu rühmen, wie erfolgreich man Facebook-Marketing betreibe – so und abgewandelt lauten einige Kommentare unter dem Artikel. Entsprechend ist der Beitrag auch eine Lachnummer für die Leser und erntet Kommentare wie: „Hahaha. Das ist ja wohl der größte Mist, den ich seit langem gelesen habe“ oder „Shame on you – 40 Cent für einen Like ausgeben? Dabei kosten die bei Klickfarmen doch durchschnittlich nur 1 Cent…wohl nicht ausführlich genug recherchiert… ;)“. Ein Nutzer hat sich sogar die Mühe gemacht und nachgerechnet: Entsprechend haben die rund 500.000 Fans bei vermuteten, wirklich günstig bemessenen Kosten pro Fan von 20 Cent knapp 100.000 Euro gekostet. Und niemand wird dem Autor wirklich abnehmen, dass das Werbebudget so hoch war.

Fakt ist sowieso, dass die Fanzahl alleine einem Seitenbetreiber gar nichts nützt. Eine erfolgreiche Facebook-Seite ist das Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren wie zielgruppengerechten Content und einer gut gemanageten Community. Und eine wirkliche Community muss meist langfristig aufgebaut werden.

Die Interaktionsrate der besagten Facebookseite von „Entrepreneurial Insights“ weist somit eine sehr niedrige Interaktionsrate auf, da die meistens Fans mit den Inhalten nichts anfangen können.

Fan-Page-Analytics zeigen, woher die Fans wirklich stammen

Prinzipiell ist die Fan-Gewinnung durch Facebook-Ads (im Gegensatz zu Fan-Käufen) natürlich legitim und eine Möglichkeit, potenzielle Interessenten auf die Page aufmerksam zu machen. Auch sollte diese natürlich strategisch angegangen und optimiert werden. Herr Lünendonk rühmt sich in seinem Beitrag jedoch mit Erfolgen durch Interieren und Skalieren. Hier von einem Facebook-Marketing „Best Practice“ zu sprechen wäre jedoch sicher nicht angebracht. Auf der oberen Grafik erfahrt ihr die genauen Anteile der Fanherkunft.

Wenn in einem Beitrag mehr versprochen wird, als wirklich vorhanden ist, fliegt das in der transparenten Social Media Welt auf – ganz besonders nach so einem dreisten Artikel – und wird dann schnell zur Blamage.

Und alles nur, um sich auf die Homepage schreiben zu können: „Join 500,000+ of your peers! „

6 Gedanken zu „500.000 Facebook-Fans in 4 Monaten: Ein Artikel bei Gründerszene sorgt für kräftige Diskussionen

  1. Philipp Strigo

    Es ist schon wirklich etwas peinlich. Aber wie kann Gründerszene so etwas „abdrucken“? Ich betreibe nur einen kleinen Blog, aber so einen Gastartikel würde ich nie zulassen. Das ist ja auch für das Portal an sich peinlich. Damit wird ja das Know How von Autor und Gründerszene kaputt gebacht.

    Aber es zeigt auf der anderen Seite, wie viele Unternehmen arbeiten und das viele Entscheidungsträger sich noch immer zu wenig mit Online Marketing auskennen uns sich von ihren Online Managern teilweise vera*** lassen. In manchen Unternehmen herrscht ja regelrechtes Wetteifern wer mehr Fans hat egal ob diese Fans potenzielle Kunden sind. Da kann man nur sagen Fail und in keinem Fall nachmachen!!!

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  2. Atilla

    Der ursprüngliche Artikel war einfach in hohem Maße lächerlich. Weder die darin enthaltenen Tipps waren in irgendeiner Form wertvoll, noch war der Artikel insgesamt differenziert aufgebaut. Schon ein Statement wie „Kleine Facebook-Seiten bringen nix“ ist einfach dermaßen pauschalisiert, dass sich hier ein Urteil schnell bilden lässt: Offensichtlich haben die Autoren Nischen völlig vergessen und auch nicht verstanden, dass sich der Wert einer Facebook Seite eben nicht nur mit Likes messen lässt.

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  3. Herbert Funk

    Auf welcher Seite kann man die Herkunft der Fans checken, wo auch das Tortendiagramm herkommt?

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