E-Commerce

5 Möglichkeiten, wie Tag-Management das Kundenerlebnis verbessern kann

[Gastbeitrag] Christoph Rade, Tealium, zeigt Wege auf, wie Online-Marketer und -Einzelhändler die Konkurrenz übertreffen und Kundenbindung erhöhen können.

Christopher Rade
Senior Account Executive DACH
Tealium

Anbieter-Tags – Codezeilen zur Datensammlung auf einer Webseite – bilden die Grundlage vieler unterschiedlicher Online-Aktivitäten wie Seitenanalyse, Retargeting, A/B-Tests und Attribution. Ohne diese Tags wäre digitales Marketing praktisch unmöglich. Auf einer typischen E-Commerce-Webseite z. B. gibt es mittlerweile oft zwischen 15 und 30 Anbieter, die alle Tags für unterschiedliche Lösungen einsetzen.

Deswegen sollte jede Tag-Management-Strategie anstreben, zu verstehen, welche Auswirkungen zu viele – oder schlecht implementierte – Anbieter-Tags auf das Kundenerlebnis haben können. Zu viele Tags können die Leistung der Webseite schwächen, d. h. das Laden der Seiten verlangsamen oder zu Problemen mit Data Governance und der Datenintegrität führen. In einem solchen Fall werden Nutzer schnell frustriert und verlassen die Seite – und oft auch die Marke.

Insbesondere für den Einzelhandel haben Tag-Management-Lösungen große Bedeutung

Tag-Management ist jetzt jedoch viel mehr als ein Tool zur Verwaltung und zum Einsatz von Tags auf einer Webseite. Moderne Lösungen ermöglichen die Zusammenführung, Anreicherung und Segmentierung digitaler Kundendaten, die bei der Kundeninteraktion gesammelt werden, noch bevor sie im Marketingsystem verteilt werden. Deswegen sind Tag-Management-Lösungen vor allem für den Einzelhandel von großem Interesse.

Wie bei jeder Marketingstrategie sollte das Kundenerlebnis eine zentrale Rolle einnehmen. In einer Zeit, in der unser Verhältnis zum Kunden jeden Tag digitaler wird, ermöglichen Tag-Management und Kundendatenintegration Einzelhändlern, das Online-Kundenerlebnis zu verbessern.

Was sind also die fünf direkten Vorteile für Unternehmen, wenn sie das Kundenerlebnis durch effektives Tag-Management verbessern?

1. Besserer Datenschutz

Online-Datenschutz wird immer wichtiger und Unternehmen verstehen, dass Kunden eine bessere Meinung von Firmen haben, die ein hohes Maß an Datenintegrität bieten und ihre Datensammlungsmethoden transparent offenlegen. Die Vielzahl der auf einer Seite eingesetzten Anbieter-Tags kann Data Governance deutlich erschweren. Ein effektives Tag-Management-System (TMS) schafft hier Abhilfe, indem es Datenschutzinitiativen unterstützt und Einzelhändlern ermöglicht, die Kontrolle über ihre Daten zu gewinnen. Konsumenten haben so die Gewissheit, dass der Einzelhändler Online-Datenschutz praktiziert und sich an die rechtlichen Vorgaben hält, und werden diesem Unternehmen mehr Vertrauen schenken.

2. Kürzere Ladezeiten

Die Geschwindigkeit, in der eine Webseite lädt, spielt eine große Rolle bei der Kundenzufriedenheit. Gerade bei mobilen Anwendungen – bei denen Nutzer sofortige Ergebnisse erwarten – ist dies mittlerweile enorm wichtig. Eine Studie der Aberdeen Group hat gezeigt, dass nur eine Sekunde Verzögerung in der Ladegeschwindigkeit zu einem Verkaufsrückgang von sieben Prozent führen kann. Das zeigt, dass sogar sehr kurze Verzögerungen den Unterschied zwischen einem Kauf oder Abbruch ausmachen können. Jedes einzelne Tag auf einer Seite erhöht die Gesamtladezeit. Ein TMS, das es ermöglicht, mehrere Anbieter-Tags mit einer einzigen Codezeile zu ersetzen, kann die Ladezeiten der Webseite also dramatisch verbessern. Eine Käuferberatungsstudie von Econsultancy hat vor Kurzem festgestellt, dass ganze 64 Prozent der Anwender nach der Implementierung eines TMS eine Verbesserung der Ladezeit bemerken.

3. Stabilere Webseiten

E-Commerce-Plattformen müssen rund um die Uhr verfügbar sein. Jegliche Fehler und Verzögerungen können zu einem erheblichen Umsatzeinbruch führen. IT-Abteilungen brauchen oft Stunden oder sogar Tage, um fehlerhafte Anbieter-Tags zu reparieren. Mit einem TMS hingegen können Marketer ohne technisches Wissen fehlerhafte Tags sofort ausschalten und damit die Auswirkungen auf den Kunden reduzieren. Ein TMS gibt ihnen die Kontrolle über den gesamten Tag-Workflow. So können Änderungen noch in Echtzeit vorgenommen werden, was ein hohes Maß an Marketingagilität garantiert. Mithilfe eines TMS konnte der führende Online-Schuhhändler Deckers ein fehlerhaftes Tag am wichtigsten Online-Shopping-Tag des Jahres sofort ausschalten und so 100 Prozent der Bestellungen retten.

4. Relevantere Inhalte

Ein TMS spielt eine zentrale Rolle bei der Personalisierung. Das System schafft eine universelle Datenschicht, die Daten von Marketinginteraktionen an allen digitalen Touchpoints zusammenführt, anreichert und segmentiert, bevor sie an Marketingsysteme wie E-Mail- oder CRM-Plattformen gesandt werden. Dies ermöglicht die Echtzeit-Personalisierung von Inhalten je nach den Präferenzen und dem Verhalten des Kunden. Maßgeschneiderte, relevante Inhalte, die Konsumenten die richtige Nachricht zur richtigen Zeit am richtigen Ort vermitteln, fesseln das Interesse des Kunden, fördern Loyalität und erhöhen die Konversionschance.

5. Schnelle Kommunikation

Ein TMS kann die Kommunikation mit einem potenziellen Kunden deutlich beschleunigen, vor allem, wenn dieser die Seite verlassen hat. Sofortnachrichten – eventuell mit einem Anreiz, der den Kauf interessanter macht – ermöglichen Marketer, abgebrochene Einkäufe in wertvolle Absätze zu verwandeln. Ein gutes Beispiel hierfür ist Ancestry.com. Diese Seite kann Besuchern, die den Einkauf abgebrochen haben, innerhalb von Minuten E-Mails mit Angeboten senden. Früher hat dies mindestens 48 Stunden gedauert. Mit einem derartig beeindruckenden Service kann das Konsumenteninteresse kurzfristig neu entfacht werden, was sich positiv auf die langfristige Beziehung zwischen dem Kunden und der Marke auswirkt.

Die Grundfunktionen eines TMS verbessern das Kundenerlebnis auf praktische Weise, z. B. in Sachen Ladegeschwindigkeit und Stabilität. Die echten Vorteile von Tag-Management gehen jedoch weit darüber hinaus. Durch eine saubere Quelle an Kundendaten von mehreren digitalen Touchpoints, die verfeinert und neu verteilt werden können, ermöglicht Tag-Management ein höheres Maß an Personalisierung, Wiedervermarktung und Datenintegrität, das das Kundenerlebnis verbessert und die Markenloyalität fördert.

Über Christoph Rade

tealium.com/de/

Christoph Rade ist seit Dezember 2012 als Senior Account Executive für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei Tealium tätig. In dieser Position ist er für die strategische Marktpositionierung, die Umsetzung von Sales-Aktivitäten und den Ausbau des deutschsprachigen Kundenstamms verantwortlich. Zuvor war der Diplom-Kaufmann in verschiedenen Management-Positionen u.a. als Territory Sales Manager bei Omniture sowie Regional Sales Director Central & Eastern Europe bei Brightcove tätig.

Ein Gedanke zu „5 Möglichkeiten, wie Tag-Management das Kundenerlebnis verbessern kann

  1. Joachim Kaiser

    Hallo Herr Christoph Rade,

    es ist ein wirklich sehr spannender Artikel. Insbesondere beim Thema Datenschutz, stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Gerade in der heutigen Zeit, ist der Datenschutz sehr wichtig geworden.

    Liebe Grüße vom Stettiner Haff
    Joachim Kaiser

    Antworten

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