E-Mail Marketing

10 zuverlässige E-Mail-Kampagnen, die du versenden solltest

Die E-Mail ist heute wirksamer denn je. Hier findest du die Kampagnen, die am besten funktionieren sowie Tipps zum klugen Umgang mit Daten.

© Nikolay Tchaouchev - Unsplash

E-Mail-Kampagnen gehören zu den ältesten und zuverlässigsten Online Marketing-Instrumenten. Die Öffnungsraten liegen hier branchenübergreifend und international bei rund 25 Prozent. In einzelnen Branchen wie der Finanzbranche sogar bei bis zu 40 Prozent. Doch so bekannt die E-Mail als Marketinginstrument auch ist: Viele Marketer wissen gar nicht, was sie alles kann. Besonders seit Big Data und KI-Lösungen integriert werden, hat sich die Werbemail deutlich weiterentwickelt. Im Folgenden findest du zehn E-Mail-Kampagnen, die du versenden solltest.

1. Transaktionsmails: Leite beim Kaufabschluss schon den nächsten Kaufvorgang ein

Viele Shop-Betreiber glauben, sobald der Kunde bestellt hat, ist die Customer Journey erst mal erfolgreich beendet. Daher gestalten sie ihre Transaktionsmails, also Rechnungsversand, Bestell- und Versandbestätigung, relativ simpel. Quasi als letzte Pflicht, bevor sie wieder zur Kür übergehen und neu um seine Aufmerksamkeit werben. Dabei geht die Customer Journey, wenn man es richtig anstellt, hier einfach weiter.

Dafür müssen Marketer sich die Transaktionsmails genauer ansehen und sie anreichern. Zum Beispiel lohnt es sich, diese emotional zu gestalten: Bei der Bestellbestätigung ist ein Bild, das die Produktgruppe anteasert, in der der Kunde eingekauft hat, sinnvoll und daraufhin können dann die konkreten Produkte mit Fotos gezeigt werden. Das steigert die Vorfreude.

In den Transaktionsmails können aber auch andere gesammelte Nutzerdaten einfließen. Hat sich der Kunde zum Beispiel auch in einer anderen Kategorie umgesehen, sollten ihm in der Transaktionsmail Bestseller aus dieser Kategorie gezeigt werden.

2. Trigger-Mails bei Abbrüchen: Mach es deinen Kunden einfach, wieder einzusteigen

Trigger sind definierte Aktionen des Kunden, die eine automatische Reaktion auslösen. Hier: der automatische Versand einer E-Mail. Besonders wirksam erweist sich das bei Abbrüchen des Kaufvorgangs.

Es gibt viele Zeitpunkte, in denen Kunden den Kaufvorgang abbrechen: beim Suchvorgang, während sie schon Produkte im Warenkorb haben oder sogar im Kassenbereich. Das kommt häufig vor und eignet sich gut für Trigger-Mails.

Ein wichtiges Ziel dieser Trigger-Mails ist es, dem Kunden den Wiedereinstieg zu erleichtern. Bei Warenkorb- und Kassenabbrechern befanden sich bereits Artikel in der Auswahl. Hier sollten also Erinnerungsmails in regelmäßigen Abständen verschickt werden. Nicht zu häufig, auch grundsätzlich relevante Mails können Kunden irgendwann nerven.

In solchen Fällen wird der Kunde über die Mail nicht nur an den unvollständigen Kauf erinnert, er bekommt die Möglichkeit ihn nahtlos fortzuführen über einen Link: „Machen Sie hier mit Ihren Einkauf weiter“. So muss er nicht wieder alle Artikel zusammensuchen.

Eine weitere Funktion der Trigger-Mails ist es, die Abbruchgründe zu erfahren und zu beseitigen. Ein Kassenabbrecher hat vielleicht ein technisches Problem. Jemand, der den Suchvorgang abbricht, kommt vielleicht nicht mit der Suchfunktion zurecht.

In solchen Fällen können Hilfsangebote wie der Link zum Support Chat in der Mail hilfreich sein. Oder auch die Abfrage nach Feedback. Auf jeden Fall fühlt sich ein Kunde, der ein enttäuschendes Shoppingerlebnis hatte, ernst genommen, wenn er eine Mail erhält, in der sich jemand kümmert. Und sei es nur, weil er ein „Danke für Ihren Besuch!“ zu lesen bekommt.

3. Trigger-Mails nach internen Kriterien: Versende automatisiert jede Rabattaktion

Trigger-Mails können natürlich auch nach internen Kriterien ausgesendet werden. Die einfachste Form ist, nach einem zeitlich festgelegten Rahmen Angebote oder einen Preisalarm zu schicken. Oder eine Mail zu versenden, sobald Rabatte eingerichtet werden.

Auch möglich ist natürlich eine Mischung aus externen und internen Faktoren: Wenn ein Kunde einen Artikel angesehen hat, der ausverkauft war und dieser wieder auf Lager ist, kann ein Trigger dafür eingerichtet werden.

4. Automatisierte Willkommenskampagnen: Gestalte den Einstieg für Neukunden gezielt

Ähnlich wie bei den Trigger-Mails werden bei einer Willkommensserie automatisiert E-Mails versendet. Hier gibt es auch einen Trigger: in der Regel die Anmeldung zum Newsletter. Der Unterschied ist, dass oftmals gleich eine Reihe von E-Mails nach festgelegten Kriterien versandt wird – Stichwort: Marketing Automation.

Klar ist, dass es eine Art Begrüßungsmail gibt. Dann aber sollten E-Mail-Marketer genau analysieren, was am besten funktioniert: Häufig ist es nicht empfehlenswert, noch am Tag der Anmeldung Begrüßungsangebote zu schicken.

Der Kunde klickt am Tag selbst zwar noch auf den Double-Opt-In-Link, häufig loggt er sich dann aber aus seinem Mailprogramm aus. Besser ist es also, ein paar Tage mit der nächsten Mail zu warten.

5. Nachfasskampagnen: Erinnere den Kunden an dein Angebot

Die Nachfasskampagne kann auf den Willkommensstrecken aufbauen. Wenn der Kunde bei einer Begrüßungsmail beispielsweise eines Reisebüros auf die Kategorie Städtereisen geklickt hat, können mit einer Nachfassmail gezielt solche Angebote an ihn versendet werden.

Auch hier gibt es vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Und wer auf keinen Link geklickt hat, bekommt auch eine Nachfassmail mit allgemeineren Angeboten.


 

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6. Cross-/Up-Selling-Kampagnen über Post-Click: Biete ergänzende Artikel an

Über Post-Click-Tracking sammeln Shop-Betreiber Informationen über das Nutzerverhalten ihre Kunden. So erfährt der Shop-Betreiber zum Beispiel, was ein Newsletter-Abonnent angeklickt und damit angesehen hat. Genauso kann das Verhalten auf Dritt-Websites getrackt werden.

Typisches Beispiel: Ein Kunde bucht eine Reise und ein Reisebüro schickt eine Mail, in der es dem Kunden anbietet, auch gleich das Hotel oder den Mietwagen zu buchen. Und es geht noch weiter: Wenn der Urlaub vorbei ist, kann abgefragt werden, wie der Urlaub war. Wenn die Rezension auch noch auf der eigenen Website landet, umso besser.

7. Follow-Up-Kampagnen nach Produktkauf

Follow-Up-Kampagnen funktionieren ähnlich wie Cross- oder Up-Selling-Kampagnen, können aber selbstverständlich automatisiert versendet werden. Hat sich jemand beispielsweise eine neue Kamera gekauft, wäre als Follow-Up denkbar, dem Kunden eine Festplatte zur Archivierung der Bilder anzubieten. Es werden also passende Artikel, die die gekauften Produkte sinnvoll ergänzen, angeboten.

8. Jahrestag- und Jubiläumskampagnen: Analysiere zuerst, was wirklich funktioniert

Klingt nicht neu, aber Jahrestage und Jubiläen sind immer noch gute Gelegenheiten für E-Mail-Kampagnen. Allerdings nicht so, wie viele Marketer glauben: Zum Beispiel zeigt sich bei Geburtstagen, dass der ideale Versandzeitpunkt nicht der Geburtstag selbst ist, sondern circa eine Woche vor dem eigentlichen Termin liegt.

Am Geburtstag selbst shoppen viele Empfänger nicht für sich selbst. Sie haben an dem Tag ja bereits viele Geschenke bekommen. Besser also vorher darauf hinweisen, dass sich der Kunde zu seinem Ehrentag etwas gönnen sollte.

9. Reaktivierungskampagnen: Hole verloren geglaubte Kunde zurück

Das ist die Königsdisziplin des E-Mail-Marketings: Wenn ein Kunde lange nichts mehr gekauft hat oder auf der Seite war, kann er über Reaktivierungskampagnen wieder zurückgeholt werden.

Das funktioniert zum Beispiel über regelmäßige Gutscheine, über Feedbackanfragen („Wir vermissen dich! Was können wir besser machen?“) und über eine Bitte zur Bestätigung des Abonnements.

10. Hochpersonalisierte E-Mail-Kampagnen: Überrasche den Kunden mit maßgeschneiderten Inhalten

Mit der Zeit sammeln Shops eine Menge Daten über ihre Kunden: Öffnungszeiten, Bestellwerte, Reisedaten, Geburtstage usw. Wenn sie diese sinnvoll zusammenführen, können sie eine hochpersonalisierte Kampagne zusammenstellen.

Ein Beispiel: Eine Fluggesellschaft hat zum fünfjährigen Jubiläum des Tages, an dem der Verbraucher Kunde geworden ist, seine Reisedaten zusammengefasst. Wie viele Kilometer ist er geflogen, wohin ging seine erste, wohin seine letzte Reise? Das, mit emotionalen Bildern angereichert, steigert die Kundenbindung. Und hier lässt sich natürlich auch die nächste Reise vorschlagen.

Fazit

E-Mail-Kampagnen sind und bleiben ein wirksames Werkzeug für den Kundenkontakt. Vor allem durch Big Data und Automatismen bis hin zu KI-Prozessen lassen sie sich heute sehr vielseitig an allen Punkten der Customer Journey einsetzen. Der Schlüssel dabei ist, dass Marketer versuchen müssen herauszufinden, was der Kunde wirklich will. Das gelingt durch den klugen Umgang mit Daten heute besser denn je. Und lässt sich mit den richtigen Tools auch sehr wirksam umsetzen und jederzeit kontrollieren.

Über Marc Bohnes

https://www.episerver.de

Als Product Strategy Director und Stratege ist Marc Bohnes bei Episerver tätig. Federführend für die strategische Ausrichtung der Episerver-Produktpalette in DACH sowie international, ist er darüber hinaus als Omnichannel-Experte aktiv. Marktrelevante Informationen, technische Neuerungen und aktuelle Trendthemen, die zu einer strategischen Kundenausrichtung im Online-Marketing beitragen, sind Touchpoints, an denen er arbeitet. Zudem ist er Teil eines weltweiten Strategie-Teams im Bereich Produktmarketing und steht mit seinen Kollegen aus UK und den USA in ständigem Austausch, um das Wissen und die Erfahrung auch außerhalb Deutschlands für eine erfolgreiche Customer Experience vermitteln zu können.

3 Gedanken zu „10 zuverlässige E-Mail-Kampagnen, die du versenden solltest

    1. Niklas LewanczikNiklas Lewanczik

      Hallo Phil,

      natürlich empfindet nicht jeder werbliche Mails als besonders angenehm. Dennoch sind E-Mail-Kampagnen weiterhin ein zentraler Bestandteil des Marketing und können durchaus innovativ gestaltet sein, sodass die User auch gern mal reinklicken:

      „Ein Beispiel: Eine Fluggesellschaft hat zum fünfjährigen Jubiläum des Tages, an dem der Verbraucher Kunde geworden ist, seine Reisedaten zusammengefasst. Wie viele Kilometer ist er geflogen, wohin ging seine erste, wohin seine letzte Reise? Das, mit emotionalen Bildern angereichert, steigert die Kundenbindung. Und hier lässt sich natürlich auch die nächste Reise vorschlagen.“

      Auch wenn manche Mail zu viel ist, kann das eine oder andere Angebot doch lockend sein. Vor allem dann, wenn es auf den User zugeschnitten ist. Für solche Strategien im Umgang mit den Daten sind diese Tipps gedacht. Was die einzelnen Marketer daraus machen, damit es nicht wie Spam wirkt und angesehen wird, ist natürlich individuell. Wer weiß, vielleicht wird mit mehr Hinweisen zum E-Mail-Marketing auch die Dichte der als Spam empfundenen Mails geringer.

      Beste Grüße

      Antworten

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