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Unternehmenskultur
Die häufigsten Vornamen in der Führungsetage: Andreas, Michael und Christian an der Spitze

Die häufigsten Vornamen in der Führungsetage: Andreas, Michael und Christian an der Spitze

Caroline Immer | 19.02.21

Die Job-Seite Indeed hat eine Rangliste der häufigsten Vornamen von Geschäftsführer:innen in Deutschland erstellt. Unter den Top 10 findet man Andreas, Michael und Christian - und nur einen weiblichen Vornamen.

Andreas, Michael, Christian und Katja: Wer so heißt, teilt seinen Vornamen mit überdurchschnittlich vielen Geschäftsführer:innen in Deutschland. Das fand eine breit angelegte Studie der Job-Seite Indeed heraus. Im Zeitraum von 2002 bis 2019 hat Indeed die Vornamen der Chef:innen von 318.190 GmbHs in Deutschland analysiert.

Bei der Betrachtung der Top 10 fällt vor allem eines auf: Die Liste wird dominiert von männlichen Vornamen. Mit über zwei Prozent liegt der Vorname Andreas an der Spitze, dicht gefolgt von Michael. Der erste und einzige Frauenname, Katja, liegt mit gut einem Prozent auf Platz neun.



Kein Platz für Anja und Ali im „Thomas-Kreislauf“

Bemerkenswert ist neben dem geringen Frauennamenanteil auch, dass Vornamen arabischer oder türkischer Herkunft wie Ali (Platz 69) und Mehmet (Platz 107) ebenfalls stark unterdurchschnittlich im Ranking vorkommen. Grund für die Homogenität in der Führungsetage können unter anderem unterbewusste Vorurteile sein.

Unternehmen in Deutschland haben also in puncto Diversität noch einiges nachzuholen. Schon die AllBright-Studie aus dem Jahre 2017, welche den Begriff des „Thomas-Kreislaufs“ prägte, fand heraus: Die Vorstände der börsennotierten Unternehmen belegen zu 93 Prozent Männer, welche sich in Alter, Herkunft und Ausbildung stark gleichen. Die häufigsten Vornamen sind somit solche, welche in Jahrgängen besonders beliebt waren, die heute dem Durchschnittsalter von CEOs von etwa 51 Jahren entsprechen.



Nur 15 Frauennamen unter den Top 100

Während sich die Top 10 der Männernamen schon mit einem Blick auf die ersten elf Namen des Rankings erschließt, wird die Top 10 der Frauennamen erst mit Anja auf Platz 70 komplettiert. Insgesamt lassen sich nur 15 Frauennamen unter den Top 100 Vornamen der Geschäftsführer:innen finden. Katja, Antje und Nicole sind von diesen am häufigsten vertreten.



Trotz der ernüchternden Ergebnisse der Studie sollten sich Frauen bei der Job-Suche nicht entmutigen lassen. Alessandra Mahnecke, Senior HR Business Partner DACH bei Indeed, erklärt, wie Unternehmen für mehr Vielfalt in der Führungsetage sorgen können:

Ich kann nur allen Arbeitgebern raten, das gezielte Rekrutieren weiblicher Talente – auch auf dem Top-Level – zu verstärken. Da können einfache Mittel ein Anfang sein wie etwa die Nutzung gendergerechte Sprache in Stellenanzeigen. Darüber hinaus sind die gezielte Ansprache von Kandidatinnen im Employer Branding sowie die Minimierung von bewussten und unbewussten Vorurteilen im Bewerbungsprozess entscheidende Hebel.

Diversität in der Führungsetage lohnt sich

Das gezielte Rekrutieren von Frauen für Führungspositionen ist ein wichtiger Schritt, um mehr Diversität in die deutsche Job-Landschaft zu bringen. Doch hierbei ist es nicht getan. Auch non-binäre Personen, welche weder dem weiblichen noch männlichen Geschlecht angehören, müssen in Zukunft verstärkt in Deutschlands Führungsetage vertreten sein. Darüber hinaus bedarf es mehr Diversität auch im Hinblick auf den kulturellen Hintergrund der Chef:innen.

Die Studie „Diversity wins“ aus dem Jahr 2020 macht deutlich, dass sich Diversität für Unternehmen lohnt: Gemischte Führungsebenen treffen die besseren Entscheidungen und sorgen für größeren finanziellen Erfolg. Umso mehr Grund für Unternehmen also, sich für mehr Vielfalt einzusetzen.

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