Die Zukunft unserer Arbeit: Klimafreundlich!

Die Digitalisierung erleichtert den klimagerechten Umbau der Unternehmen enorm: Keiner muss heute mehr Papierberge drucken und für jedes Kundenmeeting durch Deutschland fliegen.

© william_bossen - unsplash

Selbst für die größten Skeptiker wird das Leugnen immer schwieriger. Weltweit erreichen wir extreme Hitzerekorde, immer häufiger gibt es verheerende Wirbelstürme und heftige Überschwemmungen. Ein außer Kontrolle geratener, gigantisch wuchernder Algenteppich im Atlantik macht dem Tourismus zu schaffen (und dem Ökosystem). Und das sind nur die unschönen Begleiter des hausgemachten Klimawandels. Währendessen ersticken die Meerestiere in Plastikmüll und die schlechte Luft in den Städten bedroht unsere Gesundheit. Die Zukunft muss grüner werden. Erste Stimmen aus der Politik werden laut, die eine höhere Besteuerung von Öl und Gas fordern, was Autofahren und Heizen zum Luxus von Morgen machen könnte. Es führt kein Weg daran vorbei, dass die Industrienationen sich radikal umstellen müssen, und mit ihnen auch jeder Einzelne von uns. Aber wie könnte das klimaverträgliche Unternehmen 2.0 aussehen? Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Und wann fangen wir endlich damit an?

1. Lasst uns den Drucker beerdigen

Die Zeiten, in denen jede Auftragsbestätigung ausgedruckt und abgeheftet werden musste, sind zum Glück vorbei. Mails haben für die meisten Zwecke die gleiche Verbindlichkeit wie eine Unterschrift und digitale Daten lassen sich heute ebenso sicher hinterlegen, wie es die riesigen Papierarchive von früher versprachen. Das Kölner Stadtarchiv lässt grüßen. Selbst Bewerbungen, Pressemappen und Broschüren werden heute am liebsten digital versandt. Das spart Zeit, kann ohne Aufwand und Mehrkosten beliebig vervielfältigt werden, und vor allem: Es schützt unsere nachwachsenden Ressourcen.

2. Ökostrom statt Hauptsache billig

Die Energiewende in Deutschland hinkt ihren Zielen weit hinterher und kann jede Unterstützung brauchen. Es sollte vor allem für große Unternehmen zum guten Ton gehören, einen Ökostromanbieter zu wählen. In der Summe würde das einen gewaltigen Unterschied machen, vergleicht man die Wirtschaftsmacht der Konzerne mit dem Einfluss, den die vereinzelten Privathaushalte auf die Förderung der erneuerbaren Energiewirtschaft erreichen können.

3. Veggiday in den Kantinen und Lokalen

Es gibt heute so unglaublich leckere und kaum unterscheidbare Fleisch- und Milchersatz-Produkte dass keiner mehr auf etwas verzichten muss, wenn er hin und wieder zur veganen Variante greift. Besser als ein Veggiday wäre jedoch eine ausgewogene, leckere, fleischlose Alternative neben dem üblichen Currywurst-Pommes-Menüplan für jeden Tag: So fühlt sich keiner bevormundet, sondern eingeladen, etwas für das Klima und seine Gesundheit zu tun.

4. Stoppt die sinnlosen Businessflüge

6.30 Uhr am Hamburger Flughafen: Scharenweise strömen die Anzugmänner aus ihren Taxis und eilen zu den Gates, wenn auch noch ziemlich verschlafen. Morgens hin, Nachmittags zurück. Meist sind es Kundentermine, Präsentationen, Workshops, oder aber Besuche in den Dependancen der Firma in München oder Frankfurt. Die Geschäftsreisenden verlieren einen vollen, produktiven Tag im Büro, oft für einen nur ein oder zwei Stunden dauernden Termin beim Kunden. Die große Rolle von Vielfliegen als Klimasünde ist heute allen bekannt. Noch dazu sind die frühen Flüge in die deutschen Top-Städte kurzfristig nahezu ausgebucht und werden dann richtig teuer. Preise von 500 Euro und mehr für den Trip sind da keine Seltenheit. Um das zu vermeiden, weichen die Teamassistenten beim Buchen auf die unbeliebten, frühesten Flüge aus. Und die verschlafenen Augen der Anzugmänner werden immer kleiner.

Aber wozu das Ganze? Mit der Bahn erreicht man die deutschen Ziele kostengünstiger, und das oft nicht einmal langsamer, wenn man die längeren Vorlaufzeiten durch Sicherheitscheck und Co. am Flughafen berücksichtigt. Ein weiteres Plus: In der Bahn kann man während der Fahrt arbeiten. Und nicht immer ist die physische Anwesenheit überhaupt notwendig. Wir brauchen eine neue Kultur, die Video-Konferenzen als Standard definiert und Inlandsflüge als seltene Ausnahme. 

5. Homeoffice gegen CO2-Ausstoß

Der Kollege aus dem Umland ärgert sich jeden Morgen über den Stau auf seiner Strecke und braucht über eine Stunde von Tür zu Tür. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist sein Dorf einfach viel zu schlecht angebunden, um eine Alternative zum Auto zu sein. Das kostet ihn nicht nur Sprit, sondern auch Zeit und Nerven, die er besser in gute Arbeitsergebnisse stecken sollte: Mit einem oder zwei fest vereinbarten Homeoffice-Tagen. Die meisten Unternehmen sind heute so gut vernetzt, dass man von zu Hause problemlos Zugriff auf alle Dateien hat. Dieses Potential, Zeit und Energie des Mitarbeiters zu sparen und nebenbei noch etwas fürs Klima zu tun, sollte nicht ungenutzt bleiben.

Unternehmen können jede Menge dafür tun, dass Deutschland seine Klimaziele nicht verfehlt und wir den Klimawandel so gut begrenzen, wie es nur geht, damit es nicht allzu ungemütlich auf dem Planet Erde wird. Jeder Mitarbeiter kann darauf einwirken, bestehende Regeln in Frage zu stellen und einen Kulturwandel voranzubringen, der unser Arbeiten von Morgen effizient und vernünftig gestaltet, auch aus nachhaltiger Sicht.

Über Johanna Hoffmann

Johanna Hoffmann

Johanna Hoffmann ist Soziologin und untersuchte viele Jahre als Marktforscherin in einer internationalen Medienagentur den Erfolg von Werbekampagnen. Sie interessiert sich insbesondere für das, was Menschen antreibt und schreibt seit März als Autorin für OnlineMarketing.de.

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