Zappelphilipp bei Nervosität? Diese Gestiken solltest du im Jobinterview vermeiden

Gestikulieren oder schlaffe Schultern können im Vorstellungsgespräch einen schlechten Eindruck erwecken. Deshalb ist es wichtig, auf deine Körpersprache zu achten.

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Schon oft haben wir darüber geschrieben, wie ein gutes Anschreiben, ein guter Lebenslauf und Co. aussehen. Und auch, wie du dich am besten auf typische Fragen im Vorstellungsgespräch vorbereitest. Was dabei jedoch oft zu kurz kam, ist die Körpersprache. Genau das wollen wir jetzt nachholen und dir zeigen, worauf Personaler beim Jobinterview achten und wie du nicht nur deine Antworten, sondern auch deinen Körper auf das Gespräch vorbereiten kannst.

Der erste Eindruck zählt

Geschulten Personalern fallen viele Anzeichen an deinem Körper auf, die auf Nervosität hinweisen können, jedoch auch als Gleichmut oder fehlende Motivation interpretiert werden können. Als erstes mach dir eines bewusst: Der Personaler weiß, dass du vermutlich nervös bist. Ein paar zappelige Gesten sind deshalb kein großes Problem und lassen dich sogar authentisch und menschlicher erscheinen. Jedoch solltest du nicht zum schlimmen Zappelphilipp werden. Und der Eindruck, den du bei deinem Interviewpartner hinterlässt, beginnt bereits bei der Begrüßung. Setze auf einen festen Händedruck und dazu auf ein selbstbewusstes Lächeln. Natürlich solltest du deinem Gegenüber nicht die Hand zerquetschen, doch ein flüchtiges, leichtes Drücken überzeugt Studien zufolge wenig. Solltest du bereits im Gesprächsraum sitzen und der Personaler betritt diesen, steh zur Begrüßung auf. Das ist nicht nur höflich, sondern lässt dich auch selbstbewusster wirken.

Sitze wie ein Champion

Überflüssig zu erwähnen, dass deine Füße nichts auf dem Tisch des Personalers zu suchen haben. Das sagt dir schon der gesunde Menschenverstand. Jedoch gibt es einiges in Sachen Sitzposition zu beachten. Egal wie bequem dein Stuhl/Sessel/Sofa ist, wenn du wie ein Schluck Wasser in der Kurve hängst, wird das einen eher schlechten Eindruck hinterlassen. Anstatt dich also klein zusammenzukauern und die Schultern hängenzulassen, nimm eine aufrechte Position ein. Und zwar nicht nur auf der vordersten Kante des Stuhls. Ob man die Beine überschlägt oder nicht, bleibt Geschmackssache – jedoch wirkt dies gerade bei Männern oft zu gemütlich oder sogar arrogant. Versuche stattdessen deine Beine nebeneinander fest auf den Boden zu stellen.

Die Hände legst du am besten entspannt in den Schoß. Arme verschränken oder seltsame Denkerposen einnehmen wirkt reserviert, ablehnend oder arrogant. Neigst du beim Sprechen zum heftigen Gestikulieren, nimm etwas in die Hand. Am besten einen Stift, den du sowieso dabei hast, um dir Notizen zu machen. Dadurch kannst du dich selbst etwas bremsen und verhindern, dass du mit den Armen zu weit ausholst – genau deshalb halten Moderatoren ihre Kärtchen auch oft mit beiden Händen fest.

Lächeln, Anschauen und ein Spiegel sein

Ein kleiner Trick, um Sympathie zu deinem Gegenüber herzustellen, ist es, die Bewegungen der Person zu spiegeln. Trinkt dein Partner, nimm auch einen Schluck. Nimm eine ähnliche Sitzhaltung ein. Lächle zurück und leg deinen Arm beispielsweise ebenfalls auf die Sessellehne. Diese ähnlichen Bewegungen sorgen dafür, dass eine Art Vertrauen zwischen dir und deinem Gegenüber entsteht. Gleichzeitig solltest du es jedoch nicht übertreiben, denn sonst fühlt der andere sich schnell veräppelt.

Blickkontakt ist zudem das A und O im Gespräch. Natürlich musst du deinem Interviewpartner nicht die ganze Zeit in die Augen starren, da dies schnell unangenehm oder seltsam wirken kann – oder die Nervosität verschlimmern. Such dir also einen Punkt in der Nähe des Gesichts deines Gegenübers aus und schau dort hin. Hauptsache du schaust auf und nicht nur runter auf deine Hände. Natürlich, Blickkontakt solltest du trotzdem immer wieder herstellen und dein Gesicht sollte freundlich bleiben. Versuch nicht zwanghaft breit zu lächeln. Ein kleines Heben der Mundwinkel kann deine Züge schon sanfter machen und dich freundlich wirken lassen. Versuch dies beizubehalten, selbst wenn dein Gegenüber ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter macht. So kannst du die Laune deines Gesprächspartners vielleicht im Laufe des Interviews sogar heben.

Und auch der letzte Eindruck zählt

Du hast es geschafft! Das Gespräch ist beendet, alle Fragen sind geklärt und es geht an die Verabschiedung. Doch bevor du in Freudentaumel ausbrichst und alle Last von deinen Schultern nimmst, bewahre noch etwas Contenance. Denn dein letzter Eindruck bleibt ebenfalls im Gedächtnis. Drücke auch hier nochmal fest und bestimmt die Hand deines Gegenübers und bedanke dich für das Gespräch und die Zeit, die sich dein Interviewer genommen hat. Gerate nicht ins Straucheln und fang an noch leere Floskeln oder großen Smalltalk zu betreiben – außer das Ganze geht vom Personaler selbst aus. Verlasse den Ort des Gesprächs mit selbstbewusstem, aufrechtem Gang und warte, bis du außer Sichtweite bist – danach kannst du vor Freude einen Luftsprung machen.

Die hier genannten Hinweise können dir dabei helfen, dich auf das anstehende Vorstellungsgespräch vorzubereiten und deine Körpersprache zu reflektieren. Weißt du zum Beispiel, dass du ein nervöser Zappelphilipp bist, kannst du versuchen dem aktiv entgegenzuwirken. Versuche jedoch nicht zu beherrscht zu sein. Denn wie bei deinen gesprochenen Antworten gilt auch bei deiner Körpersprache: Natürlichkeit punktet.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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