Wie sinnvoll muss Arbeit sein? 5 Tipps, wie du mehr Wert und Bedeutung in deinem Job erkennst

Sinn im Job wird für viele Arbeitnehmer wichtiger. Was genau bedeutet das? Und wie kannst du Wert in deiner Arbeit finden – unabhängig davon, was du machst?

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Warum arbeiten wir eigentlich? Um Miete und Lebensmittel zu bezahlen? Als Statussymbol und um uns über beruflichen Erfolg zu profilieren? In den vergangenen Jahren lautet die Antwort auf diese Frage bei immer mehr – gerade jüngeren – Menschen: um dem Leben einen Sinn zu geben, um etwas Gutes zu erschaffen und positive Veränderungen möglich zu machen. Anders als die Generationen vor uns geht es für viele von uns nicht mehr primär nur darum, viel Geld zu verdienen, sondern auch darum, uns selbst zu verwirklichen und aus unserer Zeit in der Berufswelt mit mehr rauszugehen als nur dem Optimum an Rente. Das heißt nicht, dass monetäre Wertschätzung überhaupt nicht mehr wichtig ist. Aber viele Arbeitnehmer sind heute bereit, hier Einbußen zu machen, um einen Job auszuüben, den sie wertvoller und sinnvoller finden.

Der Trend und die Message an Arbeitgeber sind deutlich: Hohe Gehälter und große Firmenwagen reichen für viele als (alleinige) Motivation nicht mehr aus, gerade die jüngere Generation sucht sich ihre Jobs auch nach anderen Kriterien aus. Das zeigt etwa die Jugend-Studie „Generation What”, nach der 42 Prozent der 26- bis 34-Jährigen in der Arbeit eher eine Möglichkeit zur Selbstverwirklichung als zum reinen Geldverdienen sehen. Unter den 18- bis 25-Jährigen sind es sogar 47 Prozent. Die heutigen Berufseinsteiger und damit späteren Fach- und Führungskräfte haben also andere Anforderungen an und Definitionen von „guten Jobs” als die ältere Generation – oder zumindest sind Kriterien dazugekommen.

Was definiert einen Job als sinnvoll?

Die Sinnhaftigkeit eines Jobs hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab, die sehr auf der individuellen Weltsicht und den eigenen Werten basieren. In der Regel geht es um das „Warum” – und das kann auf ganz verschiedenen Ebenen eine Rolle spielen. Einige Menschen finden es wertvoll, in ihrem Day-Job mit so wenigen Stunden so viel Geld wie möglich zu verdienen – egal, was sie genau tun –, um in ihrer Freizeit ein besonderes Projekt voranzutreiben. Das kann vielleicht ein Ehrenamt sein, die Erziehung der Kinder oder eine eigene Geschäftsidee. Andere wiederum gehen in ihrer (hauptberuflichen) Tätigkeit für eine NGO, für ein grünes Geschäftsmodell oder in der Altenpflege so auf, dass sie liebend gern unbezahlte Überstunden machen und auf Geld und Freizeit verzichten. Wieder andere sehen den höheren Zweck ihres Jobs auf kleinteiliger Ebene, etwa, weil sie in ihrem Team eine ganz besondere zwischenmenschliche Rolle einnehmen. Die Aspekte für das Anerkennen von Sinn auf der Arbeit können sein:

  1. Wirksamkeit: Das, was ich täglich tue, hat Bedeutung für andere Menschen oder beispielsweise die Umwelt. Ich kann helfen, etwas Gutes zu tun.
  2. Übereinstimmung mit meinen Werten: Meine Arbeit passt zu meiner Weltsicht, zu meinen ethischen oder politischen Überzeugungen.
  3. Wertschätzung: Ich bekomme Anerkennung für meine Arbeit, ich fühle mich eingebunden und trage Verantwortung.

Wenn du keinen (oder zumindest für deinen Geschmack zu wenige) dieser Punkte mit einem klaren Ja beantworten kannst, hast du mehrere Möglichkeiten. Du kannst kündigen und dich entweder bei einem Unternehmen bewerben, das mehr deinen persönlichen Werten entspricht oder einfach selbst eines gründen, beziehungsweise dich selbstständig machen. Du kannst schauen, inwieweit du dich bei deinem aktuellen Arbeitgeber weiterentwickeln kannst, möglicherweise auf einer anderen Position, die du wertvoller findest oder die besser zu dir passt. Oder du setzt auf noch kleinerer Ebene an und schaust, wie du deinen aktuellen Job und/oder deine Einstellung dazu anpassen kannst.

So findest du Sinn in deinem aktuellen Job – egal, was du machst

  • Du stehst hinter den Werten, dem Produkt und der Führung deines Unternehmens, bist aber mit deiner aktuellen Rolle nicht happy? Versuch dich als Teil des Ganzen sehen, deine Rolle als genauso wichtig anzuerkennen, auch wenn du nicht direkt am Produkt oder dem anderweitig sinnhaften Teil beteiligt bist.
  • Vielleicht ist es aber auch genau andersrum – dein Job entspricht genau deinen Werten und deiner persönlichen Vorstellung von Sinn, aber dein Arbeitgeber nicht? Konzentriere dich auf das Positive. Du machst das Unternehmen mit deiner Tätigkeit und deiner Anwesenheit zu einem besseren Arbeitsplatz.
  • Glück ist Einstellungssache. Wenn du deine Arbeit mit Leidenschaft und einer positiven Grundeinstellung angehst, wird es dir bestimmt leichter fallen, den nicht ganz optimalen Aspekten weniger Bedeutung beizumessen.
  • Die wenigsten von uns arbeiten über die Dauer ihrer gesamten Karriere auf derselben Position im selben Unternehmen. Dir fehlt gerade die Bedeutung in deiner Tätigkeit? Du wirst das vermutlich nicht ewig machen, dein nächster Job bringt dich deinem persönlichen Ziel sicher ein Stück näher.
  • Wenn alles nichts hilft, kannst du deinen persönlichen Purpose auch außerhalb der täglichen Arbeit finden. Suche dir zum Beispiel ein Ehrenamt oder mache dich nebenbei selbstständig mit einem Thema, das dir mehr am Herzen liegt oder das mehr deiner individuellen Vorstellung von Sinn und Wert entspricht.

Über Merle Blankenfeld

Merle Blankenfeld

Merle Blankenfeld schreibt seit mehr als einem Jahrzehnt für verschiedenste Medien – aktuell neben OnlineMarketing.de vor allem für das Online-Yogastudio YogaEasy. Dort vereint sie ihre Leidenschaft für Yoga und Achtsamkeit mit einem Faible für alles Digitale. Bei OnlineMarketing.de kümmert sie sich seit 2019 um Karriere- und Content-Marketing-Themen.

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