Wie du ein Jobangebot absagst, ohne alle Brücken hinter dir abzubrechen

Eine erfolgreiche Bewerbung ist super – was aber, wenn du nicht möchtest? So sagst du professionell ein Jobangebot ab, ohne dein Gegenüber zu vergraulen.

Vorstellungsgespräch

© Tim Gouw - Unsplash

Manchmal passt es einfach nicht. Du hast dich bei einem Unternehmen beworben, hast in mehreren Gesprächsrunden überzeugt, ein Angebot bekommen – möchtest es aber nicht annehmen. Wenn das Gehalt deutlich unter dem liegt, was du dir vorstellst oder vielleicht sogar in deinem aktuellen Job verdienst, ist die Argumentation klar. Möglicherweise hast du einfach ein anderes Angebot von einer anderen Firma, die dir mehr zusagt, bekommen. Die Entscheidung hast du dir vermutlich in keinem Fall leicht gemacht. Die große Frage bleibt trotzdem: Wie bringst du deinem Gegenüber bei, dass du das Angebot nicht annehmen möchtest?

1. Ghosten ist ein No-Go

Was im sonstigen Leben gilt, gilt natürlich auch im beruflichen Umfeld: Jemanden einfach zu ignorieren, geht gar nicht. Ghosten ist auch im Bewerbungsprozess weder fair noch professionell – ein Jobangebot hat immer eine Antwort verdient. Und du solltest im Hinterkopf behalten: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Auch wenn dir das Angebot nicht zusagt oder du schlicht und einfach ein besseres auf Halde hast – du weißt nie, was noch kommt. Vielleicht möchtest du zu einem späteren Zeitpunkt doch noch in dem Unternehmen anfangen, oder der HR-Manager, mit dem du Kontakt hast, wechselt den Arbeitgeber, und ihr begegnet euch an anderer Stelle wieder. Oder er kennt zufällig jemanden aus einer Firma, mit der du bei einer anderen Bewerbung zu tun hast. Es gibt unzählige Szenarien, in denen es dir zum Verhängnis werden kann, wenn du hier unangenehm auffällst. Schlechter Stil zahlt sich nie aus.

2. Schieb die Absage nicht auf

Wenn du die Entscheidung gegen einen Job getroffen hast, halte das Unternehmen nicht unnötig lange hin. Sobald du sicher weißt, dass du das Angebot nicht annehmen möchtest – beziehungsweise sobald du bei einem anderen Arbeitgeber den Vertrag unterschrieben hast –, sag direkt ab. Je länger du den HR-Manager oder deinen potenziellen neuen Chef warten lässt, desto negativer wird die Reaktion ausfallen. Schließlich geht auf der anderen Seite der Prozess auch weiter. Das Unternehmen wird vermutlich direkt dem nächsten Kandidaten den Job anbieten und so weiter. Je länger sich das also hinzieht, desto unangenehmer für alle Beteiligten. Hier gilt dasselbe Prinzip wie bei Punkt eins: Es ist immer smart, im Guten auseinander zu gehen. Und dazu gehört auch, dein Gegenüber nicht unnötig hinzuhalten, wenn deine Entscheidung längst steht.

3. E-Mail oder Anruf?

Das passende Medium der Absage hängt davon ab, wie der Kontakt bis dahin abgelaufen ist. Hast du mit dem Recruiter oder dem fachlichen Mitarbeiter vorwiegend via E-Mail kommuniziert, und das Ganze war sowieso eher distanziert? Dann reicht für deine Absage auch eine E-Mail. Im schlimmsten Fall fällt es sogar unangenehm auf, wenn du nun plötzlich anrufst und so nicht nur eine unpassende persönliche Ebene ins Spiel bringst, sondern auch unnötig Zeit für das Gespräch in Anspruch nimmst.

Kennst du dein Gegenüber besser, ihr seid per Du und habt schon häufig während der Bewerbungsphase telefoniert? In diesem Fall solltest du dir die Zeit nehmen und anrufen. Das persönliche Gespräch drückt Wertschätzung für die Zeit und Mühe aus, die das Unternehmen in den Bewerbungsprozess investiert hat.

4. Gleich zur Sache kommen

Egal, ob du das Jobangebot im persönlichen Gespräch oder schriftlich per E-Mail absagst: Halte dich – und den Recruiter oder Mitarbeiter – nicht unnötig lange mit Smalltalk auf, sondern sag direkt, was Sache ist. Die Zeit deines Gegenübers ist genauso wertvoll wie deine, also verschwende sie nicht, und spanne niemanden unnötig auf die Folter. Je nachdem, wie ausführlich der bisherige Kontakt und wie persönlich die Ebene der Kommunikation war, solltest du auch kurz den Grund nennen, aus dem dir das Angebot des Unternehmens nicht zusagt. Wenn dir jemand im Bewerbungsprozess absagt, möchtest du schließlich auch wissen, woran es gelegen hat. Halte dich aber auch hier kurz. Ausführlicher kannst du immer noch auf Nachfrage des HR-Managers auf den Grund für die Absage eingehen.

Über Merle Blankenfeld

Merle Blankenfeld

Merle Blankenfeld schreibt seit mehr als einem Jahrzehnt für verschiedenste Medien – aktuell neben OnlineMarketing.de vor allem für das Online-Yogastudio YogaEasy. Dort vereint sie ihre Leidenschaft für Yoga und Achtsamkeit mit einem Faible für alles Digitale. Bei OnlineMarketing.de kümmert sie sich seit 2019 um Karriere- und Content-Marketing-Themen.

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