Was wir von Donald Trump in Sachen Erfolg lernen können

Trotz all seiner Schwächen hat Donald Trump es geschafft, ins höchste Amt zu kommen und dort halbwegs zu bestehen. Wie können wir uns seine Tricks zunutze machen?

© Gage Skidmore - Flickr

Er ist ein ungehobelter Chauvie, aggressiv und hitzköpfig, sucht geradezu den Konflikt, hat Wutanfälle und ist extrem nachtragend. Er macht sich über Frauen und Menschen mit Behinderung lustig und haut eine Menge unüberlegt wirkende Wut-Tweets raus. Gewissensbisse kennt er nicht. Seine großen Wissenslücken fallen immer wieder auf und es soll ihm große Schwierigkeiten bereiten, sich für längere Zeit auf eine Sache zu konzentrieren. In jeder Grundschulklasse würde ein Kind mit einem solchen Verhalten besorgte Klassenkonferenzen nach sich ziehen. Wie um Himmels Willen kommt so ein Mann dazu, die machtvollste politische Position der Welt auszuüben? Wie hat er das nur geschafft? Und wie können wir uns seine Tricks zunutze machen?

7 Dinge, die wir von Donald Trump lernen können

1. Think big

Die meisten erfolgreichen Menschen haben von Anfang an große Ziele angestrebt. Sie geben sich nicht mit Trostpreisen zufrieden, sondern greifen nach den Sternen. Bestes Beispiel: Chris Martin, Frontman von Coldplay, glaubte auch als Student in den Gründungsjahren schon fest an den Erfolg seiner Band und kündigte an, in ein paar Jahren die großen Hallen zu füllen. Und so kam es dann auch. Auch Trump gibt sich nicht mit kleinen Triumphen zufrieden: Es reicht ihm nicht, Einwanderungsgesetze zu verschärfen, er träumt von einer Mauer zu Mexiko.

2. Glaube fest an dich

Wir alle kennen solche Kollegen: super Arbeitsleistung, tolle Ideen, aber total schüchtern. Diese Leute werden gerne übergangen. Keiner glaubt dir, dass du was drauf hast, wenn du selbst nicht daran glaubst. Für die subjektive Einschätzung durch andere ist ein großes Selbstvertrauen sogar wichtiger als objektiv messbare Kenntnisse. Wer von sich überzeugt ist, der überzeugt auch andere. Und findet vor allem erst mal Gehör. Das ist das Erfolgsrezept von narzisstischen Persönlichkeiten wie Donald Trump. Sie glauben so fest an ihre Fähigkeiten und die Wichtigkeit ihrer Ziele, dass auch bei anderen erst gar kein Zweifel aufkommt. Und sie lassen sich auch von Gegenstimmen nicht verunsichern.

3. Sei authentisch

Man kann vom amtierenden US-Präsidenten halten, was man will. Aber keiner kann ihm vorwerfen, nicht zu sagen, was er meint. Seine direkte Sprache lässt ihn authentisch wirken und das beschert ihm eine große Anhängerschaft. Denn gerade diese Echtheit und Unverblümtheit wird von Teilen der Bevölkerung bei Politikern schmerzlich vermisst. Wer sich klar positioniert und sich auch traut, Provokantes ehrlich und offen auszusprechen, verschafft sich Gehör und Respekt.

4. Ehrlichkeit ist überbewertet

Die Wahrheit ist, philosophisch betrachtet, auch nur eine Konstruktion der Wirklichkeit. Die Washington Post hat mitgezählt, an die 6.000 Mal soll der Präsident bereits gelogen haben. Ja, es ist aufgefallen. Aber hat es ihm wirklich geschadet? Und was noch wichtiger ist; jede einzelne dieser gebeugten Fakten und Verschleierungen haben in der Situation ihrem Zweck gedient: Seine Argumentationen zu untermauern und damit das Ziel zu erreichen, die Meinungsbildung geschickt zu lenken. Auch im Job können kleine Flunkereien sehr erfolgreich sein: Da gibt sich der Vertriebler am Telefon als jemand anders aus, um überhaupt zum Entscheider durchgestellt zu werden. Wenn der dann kauft, wen interessiert da noch die kleine Notlüge?

5. Die Kunst des Storytellings

Zahlen, Daten, Fakten sind furchtbar langweilig. Wer seine Kommunikationsziele aber mit Leben füllt, gewinnt. „Drain the swamp“: Der ehemalige Reality TV-Star Trump ist ein Meister darin, seine Ideen in packende Metaphern zu verpacken. Dafür werden die Fakten gebeugt und auch mal frei Erfundenes präsentiert. In der großen Sage, die er immer wieder anklingen lässt, ist er der große Held, der Amerika zu alter Stärke führt und dafür gegen die dunklen Mächte kämpft, die ihn stoppen wollen.

6. Nutze Emotionen

In Trumps Rede zur Lage der Nation im Februar bekräftigte er sein Vorhaben, die Mauer zu Mexiko zu bauen. Medienwirksam berichtete er zuvor vom tragischen Schicksal einer Familie, die im Publikum saß. Sie hatten Angehörige bei einem Raubüberfall verloren, der mutmaßlich von einem illegalen Einwanderer verübt wurde. „Make America safe again“ lautete seine Botschaft – und wer kann dem schon widersprechen während er in traurige Kinderaugen blickt?

7. Gib niemals auf

Im Vorfeld der US-Wahlen 2016 galt die erfahrene Hillary Clinton als Favoritin. Selbst in seiner eigenen Partei gab es kurz vor der Wahl noch Bestrebungen, Trump als Kandidaten abzusetzen. Aber der glaubte unbeirrbar an seinen Sieg und triumphierte am Ende. Auch im Streit um den US-Haushalt blieb Trump überraschend lange stur. Und das trotz des wachsenden öffentlichen Drucks nach dem Government Shutdown, der ganze 35 Tage andauerte. Und auch wenn er am Ende vorerst einlenken musste, lässt er sich von seinem Ziel nicht abbringen und setzt weiter alles daran, den Mauerbau voranzutreiben. Hartnäckigkeit führt am Ende häufig zum Erfolg!

Über Johanna Hoffmann

Johanna Hoffmann

Johanna Hoffmann ist Soziologin und untersuchte viele Jahre als Marktforscherin in einer internationalen Medienagentur den Erfolg von Werbekampagnen. Sie interessiert sich insbesondere für das, was Menschen antreibt und schreibt seit März als Autorin für OnlineMarketing.de.

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