Top-Manager von Google und Facebook erklären: So sehen souveräne Antworten im Jobinterview aus

Schwierige Fragen treiben vielen Bewerbern den Schweiß auf die Stirn. Doch wenn du weißt, worauf dein Gegenüber abzielt, kannst du dich zu Hause darauf vorbereiten.

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Jeder von uns kennt sie: Die kniffligen und typischen Fragen zu unserem Verhalten, die in jedem Standardbewerbunsggespräch gestellt werden. Auf dem Weg von „Was sind Ihre Schwächen?“ zu „Warum wollen Sie für unser Unternehmen arbeiten?“ liegen eine Menge Stolpersteine. Viele Bewerber wissen nicht, was sie antworten sollen. Denn natürlich willst du dich selbst nicht schlechter darstellen als du bist. Doch was wäre eine souveräne Antwort? Genau das wurden Top-Manager aus großen Unternehmen wie Google und Facebook gefragt. Die Highlights ihrer Antworten wollen wir dir nicht vorenthalten. Du kannst sie nutzen, um dich auf kommende Jobinterviews vorzubereiten.

Frage 1: Warum wollen Sie ihr derzeitiges Unternehmen verlassen?

Viele Arbeitnehmer sind unzufrieden mit ihrem Job oder ihrem Arbeitsumfeld und suchen deshalb nach einer neuen Stelle. Diese Unzufriedenheit solltest du beim Beantworten dieser Frage aber nicht raushängen lassen. Das empfiehlt zumindest ein Produktmanager von Amazon. Positiv bleiben lautet seine Devise, denn Lästereien kommen bei deinem neuen Arbeitgeber nicht gut an. Stattdessen rät der Produktmanager dazu, die neue Stelle als Chance darzustellen. Du möchtest dich neuen Herausforderungen stellen, deinen Erfahrungshorizont erweitern und bestimmte Skills ausbauen. Eben einen Schritt weitergehen in deiner Karriere. Ein bisschen Schönmalerei ist hier durchaus erlaubt, besonders dann, wenn deine Gründe für den Jobwechsel eher finanzieller statt ideeller Natur sind. Denn „Ich würde hier mehr Geld verdienen“ ist keine überzeugende Antwort auf die Frage.

Frage 2: Wieso wollen Sie für uns arbeiten?

An dieser Stelle im Bewerbungsgespräch ist es an der Zeit zu zeigen, wir gut du dich im Voraus über das neue Unternehmen informiert hast. Das bestätigt auch ein Software-Ingenieur von Google. Er erklärt, dass dein neuer Arbeitgeber herausfinden will, wie interessiert und motiviert du bist. Schließlich ist es sein Ziel einen Mitarbeiter zu finden, der ins Unternehmenskonzept passt. Sieh dir deshalb sowohl die Firmenwebsite als auch die Social-Media-Kanäle des Unternehmens an und suche dir ein paar direkte Beispiele heraus, die du bei der Beantwortung der Frage anbringen kannst. Das kann beispielsweise ein besonders auffälliger Post oder ein Zitat zur Firmenpolitik von der Website sein. Erkläre, wieso gerade das dir im Gedächtnis geblieben ist. Einer der Engineering Manager von Facebook ergänzt zudem:

Aim to have a specific and rehearsed answer. What about our company uniquely and specifically interests you? Are we using a cool piece of technology at scale? Building a product that you care about more than anybody else?

Das Interesse am neuen Arbeitgeber steht bei dieser Frage im Fokus. Doch trotz aller Positivität solltest du darauf achten, nicht zu sehr ins Schleimen zu verfallen und wahllos alles zu loben, was dir einfällt. Entscheide dich für Punkte, die tatsächlich relevant für dich beziehungsweise die Stelle sind, auf die du dich bewirbst.

Frage 3: Was sind Ihre Schwächen?

Hier geraten viele Bewerber ins Straucheln. Ihre größte Angst ist es, sich mit einer falschen Antwort ins Aus zu katapultieren. Doch das Wort „Schwäche“ sollte dich nicht zu sehr verunsichern, denn wir alle haben sie – das weiß auch dein potenzieller neuer Arbeitgeber und will wissen, wie du damit umgehst. Einer von Facebooks Managern setzt auf Ehrlichkeit bei der Beantwortung. Außerdem warnt er davor, die Frage in ein Kompliment umzudrehen. „Ich hänge mich immer zu viel rein“ ist nicht das, was dein Gegenüber hören will. Stattdessen solltest du dir laut des Facebook Managers eine spezifische Schwäche heraussuchen, wie einen ausbaufähigen Skill, die du an einem Beispiel erläuterst. So beweist du Selbstreflektiertheit und Interesse darin, dich persönlich weiterzuentwickeln.

Ergänzend dazu ist der Tipp eines Google Managers. Dieser erklärt, dass du zwei Prinzipien im Kopf behalten solltest:

1. Your weakness is fixable and you need to let the manager know that you know how and are actively working on improvement.
2. Your weakness should hint about your strength. Weakness does not necessarily mean you are not good, it can be because you are so good at something at the expense of another, which is your weakness. Simple examples: productivity vs. quality; great team player vs. speaking up.

Im selben Atemzug zu erklären, dass du an deiner Schwäche arbeiten möchtest, kann definitiv einen guten Eindruck bei deinem neuen Arbeitgeber hinterlassen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich bereits vor dem Gespräch auf Fragen wie diese vorbereitest. So gerätst du nichts ins Straucheln und kannst dich souverän zeigen. Versuche nur nicht alles auswendig zu lernen – denn neben aller Souveränität ist Natürlichkeit das, was viele Arbeitgeber überzeugt.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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