Tod durch PowerPoint: 7 fatale Fehler, die dein Publikum einschläfern

Wenn du deine Zuhörer mit deiner PowerPoint-Präsentation nicht in die Flucht schlagen willst, vermeide besser diese sieben nervigen Fehltritte.

© Flickr / Bernd, CC BY-SA 2.0

Es ist kaum zehn, fünfzehn Jahre her, da waren PowerPoint-Präsentationen das Highlight der Präsentationstechnik. Heute stöhnen die meisten Geschäftsleute schon innerlich auf und versetzen sich selbst in den Schlafmodus, wenn sie den Redner vorne an einem Beamer und Laptop herumnesteln sehen. Der Grund dafür ist einfach: Selbst Jahrzehnte nach der Erfindung von PowerPoint wissen immer noch so viele Menschen nicht, wie man Präsentationen richtig erstellt. Wir zeigen dir, mit welchen Fehlern du deine Zuhörer garantiert vergraulst.

Fehler #1: Du verwendest abgeschlaffte Standardbilder in deiner Präsentation.

Auch wenn Fotos in Präsentationen grundsätzlich gut sind, vermeide bitte diese Standard-Langweiler-Fotos, die Anfang der 2000er Jahre quasi in jedem Geschäftsdokument, vornehmlich in Präsentationen, zu finden waren. Dazu gehören ganz besonders:

  • Zahnräder
  • gestapelte Kieselsteine
  • Zielscheibe (wahlweise mit Pfeil)
  • Händeschütteln
  • ein einzelnes Puzzleteil in einem ganzen Puzzle
  • Daumen hoch
  • Hände, die einen Globus halten
  • Geschäftsmann, der in Startposition steht

Übrigens: Auch Katzen- und andere Tierbilder sind nicht gerade der Gipfel der Professionalität.

Fehler #2: Du wechselst wild zwischen Schriftarten und -größen hin und her.

Die 547 Schriftarten, die auf deinem System installiert sind, wollen auch wohlüberlegt eingesetzt werden? Vielleicht entscheidest du dich doch lieber für eine, maximal zwei Schriftarten, die sich durch die ganze Präsentation ziehen und ersparst deinen Zuhörern den anstrengenden Wechsel zwischen Arial, Century Gothic und Comic Sans. Dasselbe gilt für Schriftgrößen – behalte ein und dieselbe Schriftgröße auf einer Folie bei.

Fehler #3: Du sparst dir Bilder von vornherein, die machen nur Arbeit.

Auch wenn es ein wenig Zeit kostet, das Gesagte durch themenrelevante Bilder zu unterstreichen – tu es. Gerade bei längeren Präsentationen ermüden reine Textfolien das Auge schneller als abwechslungsreich gestaltete Seiten.

Fehler #4: Je bunter die Präsentation ist, desto toller ist sie auch.

Microsoft hat sich doch hübsche, bunte Vorlagen für PowerPoint einfallen lassen. Bedenke allerdings, dass sich nicht alles, was dir gerade auf Anhieb gefällt, später auch an der Wand gut macht. Besonders wenn du vorhast, mit Grafiken, Fotos oder auch farbig markierten Textstellen zu arbeiten, sollte das Layout farblich eher zurückhaltend gestaltet werden. Außerdem kann es nicht schaden, wenn das Design nicht gerade von 1999 übrig geblieben ist.

Fehler #5: Möglichst viele Animationen zeigen dein Können in Sachen PowerPoint.

Um gleich an Fehler Nr. 4 anzuknüpfen: Auch wenn Microsoft seine Präsentationssoftware mit allerlei nützlichen Animationen ausgestattet hat, verzichte darauf, jede einzelne Zeile erscheinen, verblassen, einfliegen, hineinschweben, springen, wachsen oder drehen zu lassen – spätestens nach der dritten Folie nervt das tierisch. Bevor du jetzt unnötigerweise Hoffnung schöpfst: Dasselbe gilt natürlich für verblassende, sich teilende oder auch blitzartig verschwindende Folienübergänge.

Fehler #6: Den Platz auf der Folie nutzt du aus. Jeden Zentimeter.

Achte darauf, deine Folien nicht zu überladen:

  • Füge Absätze ein.
  • Arbeite mit Stichpunkten (Richtwert: 5 – 7 Stück pro Seite).
  • Vermeide Fließtext.
  • Achte auf eine leserliche Schriftgröße.
  • Setze auf die Aussagekraft von Bildern.
  • Verwende Diagramme und Tabellen, aber bitte nicht mehrere davon auf einer Folie.

Fehler #7: Jedes Wort, das du sagst, muss unbedingt auch auf einer Folie stehen.

Beschränk dich auf die wichtigsten Aussagen. Überlege dir: Würden deine Zuhörer die PowerPoint-Folien als Handout erhalten, welche Informationen würden sie unbedingt brauchen? Sie gehören in deine Folien. Alles andere reicht völlig, wenn du es mündlich in Worte fasst.

Welche sind aus deiner Sicht die schlimmsten Fehler, die man mit PowerPoint begehen kann? Erzähl uns von deinen größten Fettnäpfchen!

Über Sabine Hutter

Sabine Hutter

Sabine Hutter arbeitet seit 2008 als Online-Redakteurin und Texterin. Als Betriebswirtin und Personalerin schreibt sie bevorzugt über Themen rund um das Personalwesen sowie aus dem Online Marketing.

9 Gedanken zu „Tod durch PowerPoint: 7 fatale Fehler, die dein Publikum einschläfern

  1. Jojo und Jezz

    Hi Sabine,

    Präsentationen sind eben Entertainment, da ist kein Platz für viel Text. Da muss Emotion und Witz rein, sonst schlafen die Zuschauer ein. Dank “TED” können wir uns jederzeit Emotionsgeladene Präsentationen anschauen.

    Super Artikel! Hat eine Freundin gepostet die sich wirklich mit Präsentationen auskennt.

    Beste Grüße

    Jojo und Jezz

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  2. Philipp Konietzny

    Aus meiner Sicht ist es nicht besonders einfallsreich, eine Präsentation mit den oft gesehenen Folien “Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit” oder “Noch Fragen?” zu schließen.
    Wirksamer ist eine prägnante, auf wenige Worte reduzierte Zusammenfassung des Vortrags, der klassische “Call-to-action” (Handlungsaufforderung) oder eine Fragestellung, die zur Diskussion einlädt.

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  3. Hampi Metzger

    Die sieben Todsünden für Blogs: sieben uralte, 1000-fach durchgekaute Regeln nochmals aufwärmen.

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  4. René Grabner

    Ich vermeide bei meinen Präsentationen, ganze Stunden damit zu füllen. Zwischendurch ein Flipchartbild zu entwerfen und die Präsentation dabei auszublenden, erhöht die Aufmerksamkeit oder hält sie zumindest. Klar könnte ich daraus auch eine Folie basteln. Der Reiz liegt aber im freien Entwurf auf dem Blatt. Dafür suche ich mir meist eine “Stelle” aus, die ich auch kreativ gestalten kann. Und auf keinen Fall gebe ich die Präsentation als Handout aus – allenfalls in nochmals abgespeckter Form

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  5. Hartwig Kümmerle

    Viele verwechseln eine PPP mit eine Handout. Der hauptsächliche Fehler ist, dass das, was ich Vorträge zusätzlich auf der Leinwand nachzulesen ist. Ich vermittle dadurch den Eindruck, der Zuhörer können nicht lesen. An die Leinwand gehören nur Bilder (= Graphiken, Fotos, Tabellen ist.), die meinen Vortrag ergänzen, erläutern, erweitern, alles das, was ich mit Worten nur schwer oder gar nicht beschreiben kann. Nur dann konzentriert sich der geneigte Zuhörer auf mich + meinen Vortrag, nicht auf sein Nickerchen oder die bereit gestellten Getränke oder den Nachbarn. Denn dazu trage ich schließlich vor. Weiter sollte ich darauf achten, dass die Bilder aussagekräftig sind. Sollte eine Erläuterung notwendig sein, habe ich diese zu geben. Bilder + Vortrag ergänzen sich also.

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  6. Andreas Böhmer

    Präsentation und Visualisierung bleiben auch mit PPT eine “Kunst”. Neben der fälschlichen Annahme, ein Tool könnte jeden zum grafischen Experten machen muss leider auch konstatiert werden, dass allein das System des Programmes wenigen wirklich klar scheint. Wie oft liegen mir Ergebnisse vor, die Stunden an Reparatur benötigen, wenn man z.B. nur den Inhalt in eine andere Sprache übersetzen muss.

    Wer würde freiwillig in ein Konzert von Anwendern von ‘Garage Band’ gehen, wenn diese unmusikalisch sind? (Das Programm Garage Band ist m.E. ebenso exzellent, wie PPT)

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  7. Tim O. Brauer

    -Beginne Deinen Vortrag nicht mit “Also”
    -Fessle das Publikum, indem Du ihm alle 60-90 Sekunden etwas zum Nachdenken gibst
    -Hole das Publikum bei seinen derzeitigen Stand ab

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  8. Adi Golbach

    Gute Anregungen, wollte ich mir ausdrucken. Doch leider wird nur die erste Seite ausgedruckt oder abgespeichert.

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    1. ABC

      … und daran scheitert es jetzt?
      Text markieren, kopieren und abspeichern.

      Ist das evtl. zu viel Aufwand?

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