In 6 Schritten zum besseren Home Office

Jeder dritte Deutsche würden gerne von zuhause aus arbeiten. Damit das Home Office zum Erfolgsmodell wird, will es allerdings gut geplant sein.

© Daan Stevens - Unsplash

Es klingt verlockend: morgens entspannt aufstehen und mit einer Tasse frischem Kaffee direkt an den Schreibtisch setzen. Stressige Arbeitswege über verstopfte Straßen oder in überfüllten Bahnen gehören der Vergangenheit an. Wer im Home Office arbeitet, genießt viele Vorteile. Eine unlängst vom Institute of Labor Economics veröffentlichte Studie zeigt allerdings auch: Zuhause lauern einige Stressfallen. Wer zum Arbeiten das Haus nicht verlassen muss, kann weniger scharf zwischen Beruf und Privatleben trennen als die Kollegen im Büro. Vielen Arbeitnehmern fällt das Abschalten schwer, weil sie das Gefühl haben, ständig erreichbar sein zu müssen. Und noch immer gilt es gegen das Vorurteil Home Office = Urlaub anzukämpfen. Damit das Home Office für dich und deinen Arbeitgeber zum Erfolgsmodell wird, solltest du deshalb vorab gut planen. Die folgenden Tipps helfen dir dabei.

1. Die richtigen Argumente überzeugen den Chef

Sinkende Produktivität, schwierigere Kommunikation und keine Kontrolle über das Team – viele Chefs haben beim Thema Home Office Bedenken. Wenn du von zuhause aus arbeiten möchtest, brauchst du also vor allem gute Argumente. Deinem Chef muss klar werden, dass ihr von einem flexiblen Arbeitsmodell beide profitieren könnt – und du nicht einfach nur auf Geschäftskosten die Seele baumeln lassen möchtest. Überzeugen kannst du ihn zum Beispiel mit einer Studie der Stanford University, in der Wissenschaftler herausgefunden haben, dass Menschen im Home Office produktiver sind. Wer von zuhause aus arbeitet, meldet sich außerdem seltener krank und tut ganz nebenbei Gutes für die Umwelt: Denn bleibt das Auto stehen, wird kein CO² ausgestoßen.

2. Klare Vereinbarungen beugen Missverständnissen vor

Ist dein Chef bereit, dich im Home Office arbeiten zu lassen, solltest du unbedingt Wert auf klare Regelungen legen. Dass du nicht mehr (so oft) ins Büro kommst, heißt zum Beispiel nicht, dass du ab sofort rund um die Uhr erreichbar sein musst. Hier helfen eindeutige Vereinbarungen, die Erwartungen auf beiden Seiten zu erfüllen. Ansonsten läufst du Gefahr, überhaupt nicht mehr zwischen Job und Privatleben zu trennen, weil der Laptop abends auf dem Sofa noch läuft. Auch für dich selbst schaffst du am besten Struktur, wenn du zwischen deinen Phasen im Home Office und denen im Büro keinen großen Unterschied machst. Deinem Job gehst du schließlich in beiden Fällen nach – nur eben von verschiedenen Orten aus.

3. Projektbezogen ist Home Office wirksamer

Wenn du nur an einzelnen Tagen im Home Office arbeitest, solltest du sie so gut wie möglich für dich nutzen. Viele Arbeitnehmer dürfen sich den Weg ins Büro sparen, wenn sie zu Hause Handwerker erwarten oder die Kinder krank sind. Das ist auch gut so, weil man sich dann nicht extra freinehmen muss. Besonders wirksam setzt du dein Home Office aber ein, wenn große Projekte anstehen, die viel Konzentration erfordern. Zuhause hast du die Chance, einen ganzen Tag lang störungsfrei zu arbeiten. So kannst du dich fokussieren und voll und ganz auf die anstehenden Aufgaben einlassen. Letztendlich sollten deine Leistungen ja auch nicht an der abgesessenen Zeit gemessen werden, sondern den Ergebnissen, die du lieferst.

4. Der Haushalt muss warten

Wem flexibles Arbeiten wie das Paradies auf Erden erscheint, hört es vielleicht nicht gerne – aber Home Office erfordert jede Menge Disziplin! Zwar wirst du weniger durch deine Kollegen abgelenkt; aber die piepende Waschmaschine, der wachsende Stapel dreckiges Geschirr oder die nach Wasser schreienden Blumen können dich genauso gut von deinen Aufgaben abhalten. Stelle dir bei derartigen Verlockungen die Frage: Würde ich das auch erledigen, wenn ich im Büro wäre? Wenn nicht, lass die Finger davon, bis dein Arbeitstag beendet ist. Und wo wir schon dabei sind: Am besten legst du auch dein Handy außer Reichweite, wenn du arbeitest – dann sind die Chancen nämlich höher, den Versuchungen der digitalen Welt nicht immer wieder zu erliegen.

5. Gut geplant ist halb geschafft

Weil im Home Office die soziale Kontrolle durch den Chef oder die Kollegen fehlt, ist Planung alles. Sie verhindert, dass du unproduktiv wirst oder dich unnötig ablenkst. Lege also für jeden Tag, jede Woche, jeden Monat fest, woran du arbeiten möchtest und schreibe es auf. Du wirst sehen: To-Do-Listen abhaken macht jede Menge Freude! Halte auch fest, wenn du zwischendurch Zeit für private Erledigungen – einen Arztbesuch etwa – benötigst. Wichtig ist hierbei nicht, das anstehende Pensum auf die Minute genau zu erledigen. Vielmehr geht es darum, eine Struktur zu schaffen, an der du dich orientieren kannst. Und du siehst am Ende des Tages schwarz auf weiß, wie weit du gekommen bist.

6. Höre auf deine innere Uhr

Jeder von uns hat eine innere Uhr. Wenn es in deinem Job möglich ist, solltest du deine Arbeitszeiten nach ihr richten, um wirklich produktiv zu sein. Kommen dir beispielsweise morgens um sieben die besten Ideen, solltest du auch genau dann arbeiten – und nicht erst um neun Uhr loslegen. So mancher schafft in wenigen Stunden mehr als an einem ganzen Tag, wenn er sich seinem Rhythmus entsprechend organisiert. Wichtig sind auch regelmäßige Pausen. Der ideale Arbeitstag besteht aus mehreren kleinen Sprints statt eines einzigen großen Marathons. Sorge dafür, dass du zwischendurch immer wieder den Kopf freibekommst, beispielsweise indem du dir die Beine vertrittst. So bist du anschließend wieder voll einsatzfähig.

Über Ann-Kathrin Gräfe

https://dot.berlin/

Ann-Kathrin Gräfe arbeitet bei dotBERLIN, der Betreiberin der Internet-Endung .berlin. Wenn sie nicht gerade über das Potential von Internetadressen schreibt, beschäftigt sie sich besonders gerne mit Themen rund um den Büroalltag. Sie selbst arbeitet momentan ein- bis zweimal pro Woche im Home Office, hat aber auch Kollegen, die ihrem Job etwa von Los Angeles aus nachgehen.

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