Schon die Aussicht auf Gehaltserhöhungen sorgt für Mitarbeiterzufriedenheit

Geld macht nicht glücklich, kann aber motivieren. Zumindest behaupten das Forscher der Universität Basel, die über 23 Jahre hinweg das Befinden von Arbeitnehmern analysierten.

© Allef Vinicius - Unsplash

Ein höheres Gehalt sorgt für eine höhere Zufriedenheit im Job. Für die Meisten ist diese Aussage sicherlich selbstverständlich. Doch Forscher der Universität Basel haben nun in einer repräsentativen Studie untersucht, wie sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber von Gehaltserhöhungen profitieren können. Dazu wurde das Befinden von 6.123 Personen von 1990 bis 2013 untersucht.

Gehaltserhöhungen haben einen langfristigen Effekt

Erteilt der Chef eine Gehaltserhöhung, ist der Arbeitnehmer bereits vor Inkrafttreten derselben motivierter bei der Arbeit. Fast könnte man schon von Vorfreude reden. Und es wird noch besser: Die positiven Effekte von steigendem Gehalt halten vier Jahre lang an. Zwar verringert sich die Zufriedenheit mit jedem Jahr etwas, doch trotzdem sind die Folgen noch spürbar. Zufriedene Mitarbeiter sind essenziell für eine produktive Arbeitsleistung und kreative Schaffensprozesse. Genau deswegen sollten Arbeitgeber auch vorsichtig mit Gehaltskürzungen sein. Sinkendes Einkommen, vor allem wenn nicht alle Mitarbeiter betroffen sind, sorgt für destruktiven Konkurrenzkampf und Unzufriedenheit. Laut der Studie unterstehen die Gehaltserhöhungen hingegen keinerlei Vergleichen mit den Kollegen.

Infografik: Im Frühjahr lockt die Gehaltserhöhung | Statista

Zeiten, zu denen Unternehmen das Gehalt erhöhen, © Statista

Gründe für die steigende Zufriedenheit

Bereits Untersuchungen von Google in den USA zeigen, dass ein hohes Gehalt anscheinend für eine höhere Jobzufriedenheit sorgt. Und natürlich macht Geld nicht zwingend glücklich, aber basierend auf den Ergebnissen der Studie aus Basel zumindest motivierter. Die Forscher sprechen dabei von einer Art Teufelskreis – aber einem positiven. Zufriedene Angestellte sind motiviert, erledigen ihre Arbeit besser und bekommen daher eine Gehaltserhöhung, die wiederum für Zufriedenheit sorgt. Weitere Gründe sehen die Forscher in Fortbildungen, die zu neuen Aufgabenfeldern und späteren Gehaltserhöhungen führen können. Und bei Gewerkschaftsmitgliedschaften, beziehungsweise Nicht-Mitgliedschaften können ebenfalls Differenzen bei der Jobzufriedenheit im Kontext von daran angepassten Lohnerhöhungen entstehen. Eindeutig beweisen ließen sich die letzten beiden Punkte durch die Studie allerdings nicht.

Was können Arbeitgeber aus den Ergebnissen lernen?

Am offensichtlichsten ist es wohl, dass Gehaltskürzungen zu Unzufriedenheit unter den Angestellten führen werden. Also sollten diese selbst in schwierigen Zeiten nur nach gründlicher Abwägung und Gesprächen mit den Arbeitnehmern angewandt werden. Wenn es sich aus wirtschaftlicher Sich doch nicht vermeiden lässt, ist eine Gehaltskürzung für alle jedoch problemfreier als eine punktuelle.

Im Gegensatz dazu sollten Chefs jedoch mehr über Gehaltserhöhungen nachdenken. Da die positiven Effekte dieser langfristig wirken, sollten in unregelmäßigen Abständen kleine Erhöhungen des Einkommens vorgenommen werden. Unregelmäßig deshalb, damit die Mitarbeiter sich nicht daran gewöhnen. Denn dadurch könnte der Fall eintreten, dass die motivierende Wirkung nicht mehr da ist. Im Endeffekt stellt der Teufelskreis der Zufriedenheit aber eine Win-Win-Situation dar, denn zufriedene Mitarbeiter leisten bessere Arbeit und können so den Umsatz des Unternehmens stärken.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.