Strategien, um Killerfragen beim Bewerbungsgespräch zu überleben

Immer wieder werden bei Vorstellungsgesprächen sogenannte Killerfragen gestellt. Es gibt Strategien, die dabei helfen, um damit souverän umzugehen.

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Allseits gefürchtet und doch immer wieder eingesetzt: Die Killerfragen in Bewerbungsgesprächen. Bestimmt hast auch du schon von diesen Fragen gehört, die Unternehmen stellen, um Bewerbern auf den Zahn zu fühlen. Diese Fragen kommen oft unerwartet und bringen einen aus der Fassung. Vor allem, wenn man nicht darauf vorbereitet ist. Neben den typischen Killerfragen, gibt es auch ungewöhnliche, die durchaus für Verwirrung sorgen können. Wir haben einen Auszug aus ungewöhnlichen Fragen für dich und Strategien, wie du dich dennoch souverän behaupten kannst.

Hintergrund von Killerfragen

Du kannst dir sicher vorstellen, dass Unternehmen regelmäßig hunderte Bewerbungsunterlagen zugeschickt bekommen. Umso höher und wichtiger also die ausgeschriebene Stelle, desto eher kommen solche kritischen Fragen vor. Schließlich geht es den Personalern darum, die passende Person für den Job zu finden. Deshalb ist der erste wichtige Schritt deinerseits, dass du es keinesfalls persönlich nimmst. Es geht oftmals nicht einmal um die genaue Antwort, sondern um deine Reaktion. Im Anschluss findest du echte Killerfragen aus realen Bewerbungsgesprächen.

Killerfragen zur Selbsteinschätzung

Manche Fragen dienen dazu, um herauszufinden, ob sich eine Person gut selbst einschätzen kann. Ein Beispiel dafür: „Womit haben Sie bei der Arbeit am Meisten zu kämpfen?“ Dabei möchte der Personaler herausfinden, ob du über deine Stärken und Schwächen Bescheid weißt.

Strategie: Es sollte kein dramatischer Punkt sein und die Ausführung auch nicht zu umfangreich gestaltet sein. Wähle dir ein konkretes Beispiel und führe aus, warum es dir schwerfällt. Zu sagen, dass es nichts gibt, wirkt arrogant und unreflektiert.

Moralisches Verständnis

Eine Fragestellung lautete: „Definieren Sie ein moralisches Dilemma. Nennen Sie ein Beispiel, wann Sie mit einem solchen konfrontiert worden sind. Woher wussten Sie, dass es sich um ein moralisches Dilemma handelt und was war das Ergebnis.“ Damit sollte herausgefunden werden, was der Bewerber unter einem moralischen Dilemma sieht und warum.

Strategie: Deine Antwort sollte sich auf eine Situation beziehen, die du jedoch nicht selbst verursacht hast. Recherchiere vorweg, welche Dilemmata es gibt und wähle eines, welches zu deiner Person passt. In dem Sinne, dass du es authentisch auf ethische Weise lösen könntest. Wähle also kein Thema, zu dem du keinen Zugang hättest.

Killerfragen als Test der Reaktion

Es gibt aber auch Killerfragen, die einen kurzzeitig die Stirn runzeln lassen. Wie zum Beispiel: „Wie viele Tischtennisbälle gibt es in China?“ Hier wird keine richtige Antwort erwartet. Vielmehr geht es darum, wie du darauf reagierst und wie du zu deiner Einschätzung kommst.

Strategie: Da geschaut wird, wie du mit Druck umgehst, reagiere erstmal ruhig und gelassen. Bei so einer Art von Frage geht es außerdem darum, dass du logisch schlussfolgerst. Hier wäre es beispielsweise, dass du weißt, dass Tischtennis eine beliebte Sportart in China ist und das Land bevölkerungsreich ist. Lass die Personaler an deinen Gedankengängen teilhaben.

Provokation als Fragetechnik

Eine Rubrik unter den Killerfragen ist jene der provokanten. Dabei stehen dein Selbstvertrauen und deine emotionale Reaktion auf dem Prüfstand. Ein Beispiel wäre: „Wie würden Sie reagieren, wenn ich Ihnen sagen würde, dass Ihr Vorstellungsgespräch bislang schlecht verlaufen ist?“

Strategie: Lass dich nicht aus der Fassung bringen und sieh die Frage nicht als Tatsache. Sie beinhaltet immerhin ein „wenn“. Wenn dem so wäre, würdest du auf jeden Fall nach den Gründen fragen, warum es schlecht läuft. Und du würdest sicher daraus lernen und es beim nächsten Mal besser machen.

Indirekte Fragen zur Persönlichkeit

In der Sammlung der Killerfragen befinden sich auch kreative Formulierungen, die indirekt deine Persönlichkeit erfragen: „Falls Sie ein anderes Lebewesen als ein Mensch wären, welches Tier würden Sie gerne sein?“

Strategie: Da das Tier stellvertretend für deine Persönlichkeit steht, wähle es mit Bedacht. Entscheide dich aber auch für eines, das deinem Charakter offensichtlich entspricht. Sprich: Wirkst du eher wie eine dominante, ehrgeizige und kommunikative Person, solltest du keinen Waschbären wählen. Außerdem sollte das ausgesuchte Tier zu den Anforderungen im Job passen.

Klärung der Konfliktlösefähigkeit

„Hatten Sie schon mal eine Meinungsverschiedenheit mit Ihrem Chef über ein Thema aus dem Arbeitsleben? Was kam dabei heraus?“ Mit dieser Art der Fragen wollen Personaler wissen, was für eine Person du bist. Ob du Konfrontation scheust, oder sie suchst, aber vor allem, ob du trotz allem lösungsorientiert bist.

Strategie: Da es durchaus vorkommt, dass man nicht immer einer Meinung ist, kannst du die Frage ruhig ehrlich beantworten. Es sei denn, du bist grundsätzlich ein streitlustiger Mensch. Solltest du schon einmal eine Meinungsverschiedenheit gehabt haben, dann erkläre, worum es ging. Sag aber auch, welche Lösung es am Ende gab.

Egal, welche Fragen auf dich zukommen: Verhalte dich grundsätzlich normal, sodass du dich nicht selbst in ein schlechtes Licht rückst. Stresse dich nicht und lass dir Zeit für die Antwort. Dabei findest du bestimmt auch heraus, was die Intention hinter der Frage ist. Es ist besser, als ins Blaue zu antworten. Wenn in die Situation passend: Punkte mit Humor und Schlagfertigkeit.

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