Stepstone-Studie Teil 2: So gestalten Unternehmen den Berufseinstieg für Hochschul-Absolventen

Im zweiten Teil der Stepstone-Studie geht es um die Sicht der Unternehmen. Welche Einstiegsmöglichkeiten bieten sie und was erwarten sie von den Bewerbern?

Einstieg Hochschulabsolvent

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Die Online-Jobplattform Stepstone hat eine aktuelle Studie zum Job-Einstieg vorgelegt. In einem vorherigen Artikel haben wir dir die Kriterien zur Wahl des Arbeitgebers aus Studentensicht vorgestellt. Diesmal geht es um die Sicht der Unternehmen, was sie ihren neuen Mitarbeitern bieten und von ihnen erwarten.

Allgemeines zur Studie

Stepstone hat online circa 4.000 Recruiter und Manager befragt. Die Befragten sind in ihren Unternehmen entweder direkt in der Personalabteilung angestellt oder in ihrer jeweiligen Abteilung für die Einstellung von neuen Mitarbeitern zuständig.

Erster Kontakt zum Unternehmen

Viele Unternehmen bieten Studierenden die Möglichkeit, die Firma bereits im Studium kennenzulernen. 64 Prozent der befragten Unternehmen bieten Praktika an, 42 Prozent Werkstudentenplätze und 36 Prozent die Möglichkeit für eine Abschlussarbeit.

Je nach Unternehmensgröße variiert diese Zahl allerdings erheblich. Grundsätzlich gilt die Regel: Je größer das Unternehmen, desto mehr Plätze gibt es. Von den großen Firmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern bieten 72 Prozent Praktika an, bei kleinen Firmen mit weniger als 100 Mitarbeitern sind es noch 55 Prozent. Noch deutlicher wird der Unterschied bei der Anzahl der Werkstudentenplätze. Hier liegt das Verhältnis bei 61 Prozent zu 29 Prozent.

Knapp 20 Prozent der befragten Unternehmen bieten keinerlei Praktika oder ähnliches an. Bei Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern sind es sogar 33 Prozent.

Übergang in die Festanstellung

Ein Praktikum bietet die Möglichkeit für erste praktische Erfahrungen im Job. Diese Erfahrungen sind in der späteren Karriere vorteilhaft und bieten immer einen guten Aufhänger für die kommenden Bewerbungsgespräche. Besonders während oder am Ende des Studiums macht ein Praktikum daher Sinn.

Auch für den Einstieg in das jeweilige Unternehmen kann ein Praktikum eine gute Voraussetzung sein. Von den 2017 eingestellten Praktikanten wurde immerhin 50 Prozent in eine Festanstellung übernommen. Zieht man noch die Praktikanten ab, die nicht übernommen werden wollen (sind noch im Studium; Unternehmen war nicht das richtige), ergibt das eine gute Quote.

Bei den Werkstudenten sieht es hingegen nicht ganz so gut aus. Dort wurden 66 Prozent nicht in eine Festanstellung übernommen.

Einstiegsmöglichkeiten

Viele Unternehmen stellen gerne Hochschul-Absolventen ein. Um die neuen Arbeitskräfte möglichst lange im Unternehmen zu halten, bieten viele von ihnen direkt zum Berufseinstieg unbefristete Verträge an (63 Prozent). Noch interessanter ist, dass 23 Prozent der Unternehmen gar keine befristeten Stellen mehr ausschreiben. Bei 41 Prozent der Unternehmen sind weniger als 10 Prozent der neuen Stellen befristet.

Die meisten Stellen für Berufseinsteiger gibt es in den Abteilungen Vertrieb und Verkauf (37 Prozent), IT (29 Prozent) und Administration und Sekretariat (26 Prozent).

Interessante Studiengänge aus Unternehmenssicht

60 Prozent der befragten Personaler nennen Wirtschaftswissenschaftler als besonders interessant für ihr Unternehmen. Sie schätzen vor allem die Allrounder-Fähigkeiten der Absolventen. Auf dem zweiten Rang liegen die Ingenieure (38 Prozent), gefolgt von den Mathematikern und Informatikern (26 Prozent).

Das ist kein schlechtes Zeichen für Geistes- und Sozialwissenschaftler, denn diese werden ebenfalls gesucht. Sie werden aber meistens gezielt für einzelne Stellen, beispielsweise im Personalwesen, rekrutiert.

Anforderungen an die Absolventen

Die wichtigste Anforderung an Hochschul-Absolventen ist der Bachelor-Abschluss. 58 Prozent der Unternehmen verlangen einen solchen. Bei nur 37 Prozent ist ein zusätzlicher Master-Abschluss notwendig für eine Anstellung.

Generell haben Bewerber mit ersten praktischen Erfahrungen aus Praktika oder als Werkstudent bessere Chancen. Auslandserfahrung ist ein weiterer Pluspunkt, allerdings nur, wenn sie zu der ausgeschriebenen Stelle passt.

Über Stephan Hütter

Stephan Hütter

Stephan Hütter ist ein Kind des Ruhrgebiets. Als gelernter Sportökonom schreibt er viel über Sport. Dabei hat es ihm vor allem das Sportsponsoring und dessen Einbindung in den Sales Funnel angetan. Seit seiner Selbstständigkeit beschäftigt er sich zudem mit dem Thema digitaler Lifestyle und den damit verbundenen neuen Karrieremöglichkeiten. Seit 2018 schreibt er für OnlineMarketing.de

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