Speed Reading in 5 Schritten meistern – und von der Zeitersparnis profitieren

Lange Mails und Berichte können uns täglich wertvolle Zeit stehlen. Schnelles Lesen kann deshalb helfen, die Produktivität zu steigern – ohne dabei den Inhalt zu verlieren.

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Meetings und Konferenzen sollte man immer gut vorbereitet beiwohnen, um so sicherzustellen, dass das Zusammenkommen auch produktiv ist. Doch wenn wir ehrlich sind, hat kaum jemand die Zeit (und den Nerv) dazu, einen mehrseitigen Bericht bis ins kleinste Detail zu lesen. Trotzdem ist das reine Überfliegen oft nicht ausreichend. Manche Punkte werden vergessen und Zusammenhänge können nicht hergestellt werden. Dies kann zu peinlichen Situationen führen, wird man im Meeting nach seiner Meinung zu einem bestimmten Sachverhalt befragt. Doch Hilfe naht. Speed Reading ist eine Methode, die uns dabei helfen kann lange Berichte, Mails, etc. schnellstmöglich zu lesen und dabei trotzdem alles zu verstehen. Wie das funktioniert, erklären wir euch in den folgenden Punkten.

Speed Reading: Sowohl im Beruf als auch im Privatleben nützlich

Eine gute Nachricht vorweg: jeder von uns kann das schnelle Lesen lernen. Und das ist wichtig, denn neben den beruflichen Texten, finden auch immer weniger Arbeitnehmer Zeit dafür im privaten Rahmen ein Buch zu lesen. Dabei ist Lesen unabdingbar dafür, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Bücher helfen uns dabei unseren Wortschatz zu erweitern, fördern Empathie, bauen Stress ab und beugen der Vergesslichkeit im Alter vor. Hier ist es generell egal, ob man zum Sachbuch oder zur Belletristik greift. Jedoch führen lange Arbeitszeiten und ein stressiges Privatleben dazu, dass weniger auf dicke Bücher zurückgegriffen wird. Auch hier kann Speed Reading die Lösung sein. Und damit zurück zur eigentlichen Problematik: Wie funktioniert es?

Schritt 1: Stelle die Subvokalisierung ab

Unter Subvokalisierung verstehen wir das innere Mitsprechen während des Lesens. Doch wie lässt sich diese Angewohnheit, die wir seit unseren Leseanfängen haben, abstellen? Zunächst musst du dir vorstellen, dass das innere Mitsprechen Zeit kostet, genauso als würdest du den Text laut würdest. Unterbewusst haben wir den Drang, jedes Wort auszusprechen. Doch genau hier musst du einhaken. Zugegeben, die folgende Übung klingt abstrakt, hilft aber tatsächlich: Schau dir ein Wort an und unterdrücke den Drang es hören zu wollen. Dein Kopf wird es automatisch aufnehmen und verstehen. Und auch wenn es sich zunächst seltsam anfühlt und eine gewisse Subvokalisierung vorhanden bleibt: nach vielleicht hundert Übungsworten wirst du den Effekt spüren. Irgendwann wirst du beim Lesen dann nicht mehr jedes Wort innerlich aussprechen müssen und dadurch Zeit sparen. Denn sprichst du jedes Wort mit, kannst du nicht schneller lesen als du auch redest.

Schritt 2: Nutze Finger oder Cursor als Lesehilfe

Was für Kinder normal ist, haben wir Erwachsenen in den meisten Fällen abgestellt: mit dem Zeigefinger unter jeder Zeile, die wir lesen, entlangzufahren. Doch genau diese Gewohnheit sollten wir uns wieder zulegen. Der Vorteil ist zum einen, dass wir uns an die Geschwindigkeit unserer Lesehilfe anpassen. Zum anderen merken wir schneller, wenn wir mal etwas nicht verstanden haben oder über bestimmte Begrifflichkeiten stolpern. Beim Lesen ohne Hilfe bemerken wir oft zu spät, dass wir einen wichtigen Punkt übersprungen haben und müssen noch einmal mehrere Zeilen zurück gehen, um die Stelle zu finden, welche uns als Kontext fehlt. Pro Seite muss dafür bis zu 30 Sekunden mehr Zeit aufgebracht werden. Bei einem 200-seitigen Text kommt sogar ein plus von 100 Minuten zusammen. Also habe keine Angst davor, den Finger oder Cursor als Hilfsmittel zu verwenden – die meisten Schnellleser tun dies.

Schritt 3: Trainiere deine Augen

Unsere Augen werden durch einen Muskel bewegt und wie jeder andere Muskel, lässt sich auch dieser trainieren. Versuche einmal bewusst darauf zu achten, wie oft sich deine Augen beim Lesen hin und her bewegen, Zeile für Zeile. Gerade bei langen Texten kann unser „Lesemuskel“ dadurch ermüden. Durch Training kannst du dem jedoch vorbeugen und deine Augen dazu bringen, auch über einen längeren Zeitraum schneller von Zeile zu Zeile zu fliegen, ohne dabei „Muskelkater“ zu bekommen. Hier ein paar einfache Tipps, selbst wenn du gerade keinen Text zur Hand hast:

Screenshot

Schritt 4: Überspringe unbedeutende Worte

Die Linguisten unter uns müssen nun ganz stark sein: Um schneller zu lesen, dürfen wir nicht mehr jedem Wort in einem Satz Bedeutung zuschreiben. Sätze sind gefüllt mit ausdrücken, die wir gar nicht benötigen, um den Inhalt der Aussage zu verstehen. Ein gutes Beispiel dafür sind Konjunktionen wie „und“, „mit“ und „wenn“ ebenso wie Artikel, Pronomen und manche Präpositionen. Viele Texte sind außerdem noch voller Füllwörter, die zwar für ein flüssigeres, schöneres Leseerlebnis sorgen, aber nichts zum Inhalt beitragen. An sich sind Subjekt und Prädikat und meistens noch ein Objekt das, was wir zum Verständnis eines Satzes brauchen. Um also schneller zu lesen, musst du das Überspringen kleiner Worte üben. Auch das könnte dir am Anfang schwerfallen, doch mit der Zeit wird es zur Gewohnheit werden. 

Schritt 5: Üben, Üben, Üben

Beim Speed Reading gilt die Devise: Übung macht den Meister. Viel zu lesen ist übrigens auch eine Möglichkeit, um dabei schneller zu werden. Um aber verlangsamende Angewohnheiten zu verlieren, musst du dir diese bewusst abgewöhnen. Wie bereits erwähnt, ist besonders das Zurückspringen im Text ein wahrer Zeitfresser. Stell dir das Lesen also wie einen Marathon vor. Es geht immer nur vorwärts, niemals rückwärts. Zudem kann es als Übung hilfreich sein, dir ein Zeitlimit zu setzen. Nimm dir für eine bestimmte Seitenanzahl oder einen Unterpunkt im Bericht beispielsweise zehn Minuten und versuche diese auch einzuhalten. Automatisch stellt sich ein kleiner Zeitdruck ein, den du mit aller Macht versuchen wirst einzuhalten.

Ein weiteres Zauberwort heißt Kontrolle: Entscheide dich bewusst dazu, einen Text schnell oder ausführlich zu lesen. Geht es dir darum, Inhalte schnellstmöglich zu erfassen und dir einen Überblick zu verschaffen, dann kann Speed Reading eine klare Zeitersparnis sein. Doch möchtest du die Sprache eines Texts wirklich in vollen Zügen genießen, oder gar Korrekturlesen, dann solltest du dir wirklich Zeit nehmen und Wort für Wort mit einbeziehen. Vergiss außerdem eines nicht: Speed Reading bedeutet auch schnelles Verstehen. Wenn du einen langen Text innerhalb von fünf Minuten gelesen hast, am Ende aber immer noch nicht weißt, worum es geht, hast du etwas falsch gemacht. In diesem Sinne übe immer weiter, auch wenn dir manche Techniken zunächst abstrakt erscheinen. Die Zeitersparnis wird dich überraschen: am Ende kannst du 30 bis 50 Prozent schneller lesen. Manche schaffen es sogar zwei- oder dreimal so schnell zu werden. Zum Schluss folgt eine Grafik von Mindflash, welche die wichtigsten Schritte zusammenfasst und interessante Infos bietet:

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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