Sabbatical: Das musst du zur Job-Auszeit wissen

Habe ich Anspruch auf ein Sabbatical? Und wie sage ich es meinem Chef? Wir erklären dir, was du bei der Planung der beruflichen Pause bedenken musst.

© Dino Reichmuth - Unsplash

Rund 88 Prozent der deutschen Arbeitnehmer wünschen sich ein Sabbatical – das hat eine Studie von Viking herausgefunden. Diese hohe Zahl überrascht nicht, hört man doch in den vergangenen Jahren immer wieder davon, dass Mitarbeiter sich eine Auszeit vom beruflichen Alltag wünschen. Sei es, um zu reisen, sich intensiver der Familie zu widmen oder ein eigenes Projekt voranzutreiben – und das, ohne gleich kündigen zu müssen. Ein Sabbatical dauert in der Regel von einem Monat bis hin zu einem Jahr.

Du gehörst auch zu diesen 88 Prozent, die sich eine Pause wünschen, weißt aber nicht so recht, wie du das anstellen sollst? Hier erfährst du, wie du das Thema am besten angehst, wie du das Ganze finanzieren kannst und was du sonst noch wissen musst.

Kein gesetzlicher Anspruch auf ein Sabbatical

Die schlechte Nachricht vorweg: Gesetzlichen Anspruch auf ein Sabbatical hast du in Deutschland nur als Beamter oder Angestellter im öffentlichen Dienst. In einigen Branchen steht im Tarifvertrag, dass Mitarbeiter ein Sabbatical einlegen dürfen – das ist allerdings eher selten der Fall. Die meisten Arbeitnehmer müssen ganz regulär beim Chef anklopfen, ob eine berufliche Auszeit möglich ist.

Optimale Vorbereitung ist hier das A und O. Du erhöhst deine Chancen auf eine positive Antwort deines Vorgesetzten immens, wenn du einen genauen Plan vorweisen kannst. Überlege dir also vorher, wie lange du pausieren möchtest, wann es losgehen soll, wer dich vertreten kann und wie genau du wieder einsteigen willst. Sprich so früh wie möglich mit deinem Chef – je mehr Zeit du deinem Unternehmen gibst, sich auf deine Abwesenheit vorzubereiten, desto einfacher wird es für alle Beteiligten.

Du solltest auch immer darauf vorbereitet sein, dass dein Vorgesetzter möglicherweise Nein sagt. Überlege dir am besten vorher, wie du damit umgehst: Bist du eventuell bereit, die Dauer deiner geplanten Berufspause zu verkürzen, um deinen Chef doch noch davon zu überzeugen? Oder könntest du dir im Worst Case sogar vorstellen zu kündigen?

Unbezahlter Urlaub? Das sind die wichtigsten Modelle für ein Sabbatical

Eine weitere wichtige Frage ist, wie du deine Job-Auszeit finanzieren möchtest beziehungsweise wie du das Ganze vertraglich mit deinem Arbeitgeber regeln willst. Eine Möglichkeit ist, unbezahlten Urlaub zu nehmen. Dafür kannst du eine Sondervereinbarung mit deinem Chef treffen, die deinen Arbeitsvertrag für die Dauer des Sabbaticals stilllegt. Der Nachteil: Dauert es länger als einen Monat, musst du dich um deine Kranken- und Rentenversicherung auch ohne tatsächliches Einkommen selbst kümmern – und das kann schnell teuer werden.

Eine weitere Option zur Finanzierung deiner beruflichen Auszeit ist das Teilzeitmodell. Das bedeutet, dass du für einen bestimmten Zeitraum auf einen Teil deines Gehalts verzichtest, um während deiner Pause weiterhin ein Einkommen zu haben – und deine Sozialabgaben abzudecken. Ein Rechenbeispiel: Du arbeitest ein Jahr lang 40 Stunden pro Woche, lässt dich aber nur für 20 Stunden bezahlen. Im zweiten Jahr bekommst du dann weiterhin monatlich dein Gehalt für 20 Wochenstunden, ohne tatsächlich ins Büro zu müssen.

Oder du sammelst Überstunden und Urlaubstage, bis du genug freie Zeit für eine Auszeit angespart hast. So ein Langzeitarbeitskonto hat wie das Teilzeitmodell den Vorteil, dass du kranken- und rentenversichert bleibst, auch wenn du gerade nicht arbeitest. Kläre gleich zu Beginn – am besten mit der Personalabteilung –, ob eine dieser beiden Varianten für deinen Arbeitgeber eine Option ist.

Was gilt es vor der Auszeit zu klären?

Wenn die Finanzierung deiner Job-Pause steht und du dir das erste Go von deinem Chef eingeholt hast, solltet ihr das Ganze unbedingt schriftlich festhalten. In diesen Vertrag gehören Punkte und Fragen wie:

  • Wie ist die genaue Laufzeit des Sabbaticals? Wann startet es? Gibt es die Möglichkeit, früher zurückzukehren oder doch erst später wieder einzusteigen?
  • Welches Anspar- oder Vergütungsmodell nutzen du und dein Arbeitgeber? Wie sieht es während der Auszeit bezüglich der Sozialabgaben aus (Stichwort: unbezahlter Urlaub)?
  • Wie gestaltet ihr deine Rückkehr in den Job? Kannst du nach Ende der Pause definitiv wieder auf deine alte Position zurückkehren – oder sogar eine neue Wunsch-Stelle antreten? Oder kann es auch sein, dass du in einem anderen Team landest und (erst mal) einen Job machen musst, den du nicht optimal findest? Falls ja: Wäre das für dich in Ordnung?
  • Was passiert im Krankheitsfall? Wird die Dauer des Sabbaticals um die Krankheitszeit verlängert?
  • Kann dir während des Sabbaticals gekündigt werden? Die Rechtslage ist während einer solchen Auszeit grundsätzlich dieselbe wie sonst auch, was den Kündigungsschutz angeht.

Du bist dir mit deinem Chef einig geworden, alle Punkte sind geklärt, und der Vertrag steht? Dann herzlichen Glückwunsch und viel Spaß beim Kofferpacken für die Reise, beim Erfüllen deines Traums – oder was auch immer du dir für die Dauer deines Sabbaticals vorgenommen hast!

Über Merle Blankenfeld

Merle Blankenfeld schreibt seit mehr als einem Jahrzehnt für verschiedenste Medien – aktuell neben OnlineMarketing.de vor allem für das Online-Yogastudio YogaEasy. Dort vereint sie ihre Leidenschaft für Yoga und Achtsamkeit mit einem Faible für alles Digitale. Bei OnlineMarketing.de kümmert sie sich seit 2019 um Karriere- und Content-Marketing-Themen.

Merle Blankenfeld

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