Namen sind Schall und Rauch – Weniger Titel, mehr Teamwork

Heutzutage kann jeder alles sein. Das wird uns zumindest in den Medien suggeriert, wenn ein paar coole Typen mit Manager-Titel sich die Welt kaufen. Am eigenen Arbeitsplatz dann die Ernüchterung: Darf ich als Junior einem Senior unter die Arme greifen? Oder muss ich mich erst hocharbeiten? Was Titel- und Positionsbezeichnungen mit uns machen.

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Auf der Suche nach einem neuen Job wollen sich die meisten „weiterentwickeln“, was im Umkehrschluss heißt, dass sie sich „nach oben orientiert“ bewerben, eine bessere Position anstreben. Was bedeutet in diesem Fall „besser“? Mehr Geld und mehr Macht. Und natürlich eine höhere Verantwortung. So will es die formelle Titelbezeichnung und –verteilung.

Wenn jemand Junior ist, und ich der Senior, dann hat mein Wort ganz offensichtlich mehr Gewicht. Und natürlich trägt der Teamleiter die Verantwortung. Wenn das Projekt scheitert, war er schuld, ausser das Team ist seinen Anweisungen nicht gefolgt.,

schreibt Johann-Peter Hartmann in dem Blog der Mayflower GmbH, einem Dienstleistungsanbieter, der Titel und Positionen gänzlich abgeschafft hat. Warum? „Weil unsere Arbeit weniger planbar und verlässlich geworden ist, und wir uns jeweils den aktuellen Anforderungen und Erkenntnissen anpassen müssen.“, schreibt Hartmann.

Wer ist hier der Boss?

Anpassungsfähigkeit, Flexibilität, Teamworker: typische Schlagworte aus Stellengesuchen werden so Realität. Denn so geht es nicht mehr um Positionen, sondern um gute Arbeit. Es ist gelinde gesagt völlig egal, wer der Chef ist. Was zählt ist, dass das Team gemeinsam einen Job gut erledigt und jeder seine Fähigkeiten dort einsetzt, wo sie gerade gebraucht werden. Bei Mayflower sieht das dann so aus:

  • Es gibt nur noch Talente und temporäre Rollen.
  • Diese Rollen bestimmt das Team, sie ergeben sich aus den Anforderungen.
  • Die Zuordnung eines Kollegen zu einer Rolle ist Sache des Teams.
  • Somit liegen Macht und Verantwortung auch beim Team und nicht bei einer durch die Position vorgegebenen Chef-Figur.

Karriere machen kann man so trotzdem – dann nämlich, wenn das Team oder einzelne Kollegen bei bestimmten Aufgaben auf uns zukommen und sagen „Machst du das? Das kannst du von uns allen am Besten!“ Und Weiterbilden können wir uns auch, in dem wir Kollegen mit Talenten in anderen Bereichen als den unseren kräftig unterstützen. Flexibilität und Teamwork eben. Kombiniert in einer anpassungsfähigen Art zu arbeiten. Und was ist nun mit den Titeln? Sollte da noch unbedingt jemand einen brauchen, denkt er sich diesen einfach selbst aus, passend zu seinen Fähigkeiten im Team, findet Hartmann.

Quelle: Mayflower Blog

Über Svenja Hirsch

Svenja Hirsch

Svenja alias "Frau Hirsch" ist freiberufliche Autorin aus Hamburg und hat u. a. für die Welt Hamburg, Szene Hamburg und die [email protected] geschrieben. Neben Kurzgeschichten und Konzepten tippt sie nun auch Artikel rund um die Karrierewelt auf OnlineMarketing.de.

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