Mehr Toleranz und Flexibilität – So wird die Generation Z den Arbeitsmarkt prägen

Von wegen ein Haufen Loser: Der Eintritt der Gen Z in die Arbeitswelt wird zu einigen wünschenswerten Veränderungen führen, an die Arbeitgeber sich anpassen müssen.

© Julián Gentilezza - Unsplash

Schon im letzten Jahr „warnten“ wir davor, dass das Zeitalter der Millennials sich dem Ende neigt. Die Mitglieder dieser Generation sind inzwischen Erwachsen und meist in den Arbeitsmarkt integriert. Stattdessen müssen Unternehmen sich jetzt auf ihre Nachfolger vorbereiten: die Generation Z. Diese hat, wie berichtet, andere Ansprüche an ihre Arbeitgeber und strotzt vor neuem Potenzial. Wie immer gehen die Generationen fließend ineinander über und Generation Z beginnt , je nach Quelle, mit einem Geburtsjahr zwischen 1997 und 1999. Wie genau die Gen Zers die Arbeitswelt auf den Kopf stellen wollen, zeigen euch die folgenden Punkte. Doch vorweg schon einmal ein Wort der Beruhigung: Ihr bekommt es nicht mit einer verwöhnten „Losergeneration“ zu tun, auch wenn manche ihr gern diesen Ruf anhängen.

„Millennials auf Steroiden“

Diesen Namen hat die Gen Z bereits von diversen Autoren erhalten. Doch trotz einiger Überschneidungen mit den Eigenschaften der Millennials, differenziert sich die neue Generation von ihren Vorgängern. Neben der Impulsivität, werden Gen Zers vor allem durch Abenteuerlust und dem Wunsch nach Entfaltung getrieben. Sie möchten ihr Leben in vollen Zügen genießen. Schließlich ist das Zukunftsbild, das ihnen gemalt wurde, eher dystopisch: kaum Chancen auf Rente, Erderwärmung, weltweite Krisenherde und Donald Trump. Dementsprechend erwarten sie von der Arbeitswelt unbefristete Verträge, die jedoch Raum für Flexibilität lassen, eine ausgeglichene Work-Life-Balance, Möglichkeiten für Home Office und Office Sharing sowie Unternehmen, die digital auf dem neuesten Stand sind. Besonders die folgenden Punkte werden sich für den zukünftigen Arbeitsmarkt ändern:

1. Generationenübergreifendes Arbeiten

Mit dem Eintritt der Gen Zers in die Arbeitswelt arbeiten ab sofort vier Generationen gleichzeitig zusammen: Baby Boomers, die Generation X, Millenials und die Neuen. Dies führt unweigerlich zu Konflikten, gibt es doch in jeder Gruppe Personen, die Vorurteile gegen die anderen haben. So bevorzugt die Generation Z Chefs aus der Zeit der Millenials, weil diese ihnen ähnlicher sind und ihre Werte eher verstehen können. Andersherum halten manche in den beiden älteren Generationen die Neuen für eine Truppe von Losern oder weltfremden Kindern. Werte, Überzeugungen und Ansichten prallen aufeinander und Chefs müssen präventiv dagegen vorgehen. Offene Kommunikation spielt dabei eine entscheidende Rolle.

2. Fokus auf der Work-Life-Balance

Schon bei den Millennials kam der Wunsch nach einem ausgewogenen Verhältnis von Freizeit und Arbeit auf. Die Gen Z wird eben diese Vorstellung noch weiter vorantreiben. Flexibilität wird groß geschrieben – natürlich ohne dabei die Arbeit schleifen zu lassen. Schon jetzt beweisen viele Arbeitgeber Offenheit und testen neue Arbeitsmodelle wie die 25-Stunden-Woche. Schließlich arbeitet niemand acht Stunden konzentriert durch. Bisher handelt es sich hierbei zumeist um Startups und jüngere Arbeitgeber. Jedoch müssen auch die konservativ geprägten bald nachziehen, um neue Talente von sich überzeugen zu können. Das demonstriert ein Video der Agentur Junges Herz:

3. Steigendes Angebot von Weiterbildungen

Doch nicht nur die Gen Z ändert den Arbeitsmarkt, sondern auch der technologische Fortschritt. Skills, die früher unentbehrlich waren, sind heute oft überholt. Deshalb ist es wichtig, dass alle Mitarbeiter, alt sowie jung, entsprechend geschult sind. Gerade im Umgang mit KI wird sich einiges ändern und deshalb sollten Chefs regelmäßig Weiterbildungen anbieten, um einen reibungslosen Arbeitsablauf mit der neuen Technologie zu gewährleisten. Aber auch die damit einhergehende Vorbereitung auf noch kommende Jobs ist der Gen Z wichtig, denn kaum jemand bleibt bis zur Rente im selben Unternehmen.

4. Diversity wird Alltag

Sowohl Gen Zers als auch Studien sagen aus, das kulturelle Vielfalt am Arbeitsplatz kreative Prozesse fördert und zur schnelleren Problemlösung führt. So ist es kein Wunder, dass die Gen Z sich genau das von einem Arbeitgeber wünscht. Zudem sind die Mitglieder der Generation damit aufgewachsen, dass alle Menschen gleichviel wert sind (jedenfalls sollte das der Anspruch sein) und jeder ein Recht darauf hat, er selbst zu sein. Xeno- oder Homophobie werden von den Neuen unter keinen Umständen toleriert. Und neben kultureller Vielfalt, wird auch Toleranz für Mitglieder der LGBTQ+ Community erwartet. Egal ob Mitarbeiter verschiedener Ethnien, Volltätowierte mit bunten Haaren und Piercings oder Transmänner und -frauen – die Arbeitswelt wird in jedem Falle bunter und die Arbeitgeber müssen dafür offen sein.

So bereiten sich Arbeitgeber auf die Gen Z vor

Um mit der neuen Generation in Kontakt zu treten, müssen Unternehmen sich an deren Kommunikationskanäle wagen: YouTube, Snapchat, TikTok und Instagram können dabei helfen, die Firma gut dastehen zu lassen. Außerdem sind moderne Bewerbungsprozesse notwendig, die auch per Smartphone vollzogen werden können. Um einen ansprechenden Internet- und Social Media-Auftritt führt kein Weg herum. Außerdem ist es notwendig, auf die oben genannten Bedürfnisse und Änderungen einzugehen. So schreibt die Agentur Junges Herz:

Für Vertreter der Generation X ist es undenkbar und es erscheint ihnen vermessen, wenn Jugendliche schon bei der Bewerbung auf eine Lehrstelle nach frühem Feierabend, guten Entwicklungsmöglichkeiten und flexibler Rücksichtnahme auf ihr Privatleben fragen. Doch so ist die Generation Z: Sie kennt ihre Möglichkeiten, sie kennt ihren Wert und sie fordert selbstbewusst die für sie passenden Rahmenbedingungen und ein spannendes Aufgabengebiet ein.

Hier soll jedoch nicht das Bild von jungen Menschen entstehen, die sich komplett überschätzen. Oder unvorstellbare Forderungen stellen. Schließlich ist es schon seit einigen Jahren so, dass Unternehmen aktiv um Talente werben müssen. Die Bewerber haben viel größere Auswahlmöglichkeiten und sitzen – je nach Branche – oft am längeren Hebel. So wird es auch mit der Generation Z bleiben. In jedem Fall lohnt es sich, die neuen Talente anzuwerben und nicht abzustempeln. Zukunftsängste bewegen sie dazu, etwas an der Welt ändern zu wollen. Selbst wenn es nur kleine Schritte sind. Außerdem sind sie zwar Digital Natives, wünschen sich gleichzeitig aber die Förderung von menschlichen Kontakten bei der Arbeit. Und so kommt mit der Gen Z eine Generation, die sich nach flexiblen Arbeitsmodellen sehnt – was nicht mit Faulheit verwechselt werden darf! – und die idealerweise von Toleranz geprägt ist. Unternehmen werden auch von deren kreativen Ideen und Lösungsansätzen profitieren können.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

Ein Gedanke zu „Mehr Toleranz und Flexibilität – So wird die Generation Z den Arbeitsmarkt prägen

  1. Nicole

    Soso, die Arbeitgeber sollen sich also der „Gen Z“ anpassen.

    Life ist wichtiger als Work, komische „Balance“.

    Flexible Arbeitszeitmodelle, weil man ja den Rausch von letzter Nacht auspennen will oder einfach nicht zu 8 Stunden Vollzeit fähig ist.

    Dazu passt dann ganz gut, dass alle nur noch studieren wollen.

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