Licht, Kamera, Action! Mit der Videobewerbung zum Traumjob

Wer nicht hervorsticht hat es schwer auf dem Arbeitsmarkt. Ein kurzes Video kann da Abhilfe schaffen. Doch Vorsicht: Beim Drehen eines Clips gilt es einiges zu beachten.

© Sam McGhee - Unsplash

Bewerbungen verändern sich ebenso stetig wie der Arbeitsmarkt. Innovation wird großgeschrieben und die Bewerber müssen hervorstechen. Das ist mit einem schlichten Anschreiben schon fast nicht mehr möglich, schließlich sterben diese nach und nach aus und finden teilweisen kaum noch Beachtung bei Personalern. Doch inzwischen gibt es viele neue Trends, die Bewerbungen bunter gestalten sollen. Einen besonderen Hype erfährt momentan das Bewerbungsvideo. Genau deshalb wollen wir dir erklären, wie du ein solches drehst, was du beachten solltest und welche Vorteile es hat – witzige Beispiele inklusive.

Was gilt es zu beachten?

Zunächst solltest du wissen, dass es zwei Möglichkeiten gibt. Variante A, in der das Unternehmen eine Videobewerbung verlangt. Adidas möchte von Trainees zum Beispiel einen maximal eineinhalb Minuten langen Clip haben. Daimler schätzt hingegen 15-Sekunden-Videos, in welchen sich die Bewerber ohne weitere Vorgaben austoben können. In diesem Fall ist es wichtig, die Zeitangaben unbedingt einzuhalten, ebenso wie andere mögliche Richtlinien. In Variante B schickst du ohne Aufforderung ein Bewerbungsvideo an ein Unternehmen – um so hervorzustechen. Auch hierbei solltest du auf einen eher kurzen Clip setzen, denn die meisten Personaler werden keine Lust auf einen halben Blockbuster haben.

Bezüglich des Inhalts deines Videos darfst du deiner Kreativität freien Lauf lassen. Jedoch wird beim drumherum Professionalität großgeschrieben. Versuch es am besten gar nicht erst mit einem (oftmals peinlichen) TikTok. Tatsächlich gibt es inzwischen spezielle Softwares, die auch Laien bei der Erstellung eines Bewerbungsvideos helfen. Wichtig ist, dass sowohl Bild als auch Tonqualität stimmen. Heißt, selbst wenn du eine hochauflösende Handykamera zum Filmen benutzt, solltest darauf achten, dass deine Stimme nicht zu sehr im Raum hallt. Zum Schneiden und Bearbeiten findest du außerdem auf YouTube viele Tutorials zu unterschiedlichen Programmen. Wenn dir das aber zu unsicher ist, solltest du einen Profi ranlassen. Für ein solches Video musst du in der Regel jedoch mindestens 200 Euro hinblättern – oft auch mehr, wenn es im Voraus noch ein professionelles Coaching gibt.

Mehr zum Inhalt – Was darf rein, was nicht?

Wie bereits gesagt, darfst du in deinem Bewerbungsvideo deiner Kreativität freien Lauf lassen. Erstelle am besten eine Art Drehbuch, in welchem du festhältst, welche Message du vermitteln möchtest. Die Vorbereitung des Videos sollte nicht unterschätzt werden. Du solltest außerdem nicht zu steif vor der Kamera wirken oder zu gestellt. Achte außerdem auf eine klare Aussprache – Nuscheln wird in Filmen wohl nur bei Til Schweiger geduldet. Wenn du mit deinem Video nicht zu viel riskieren willst, kannst du es wie die folgende Bewerberin machen. Ihr Clip wirkt professionell und zeigt anschaulich, wo ihre Stärken liegen:

Eine andere Idee ist es, deine Talente anhand deines Hobbys klarzumachen. Dadurch bekommen Personaler einen persönlicheren Eindruck von dir und gleichzeitig betonst du noch einmal deine Qualitäten. Die nächste Bewerberin hat ebenfalls auf ein „einfacheres“, aber effektives Video mit guter Message gesetzt:

Für wen eignet sich eine Videobewerbung?

Generell für jeden. Jedoch solltest du dich vor einer Kamera wohlfühlen, um nicht versteift oder verängstigt zu wirken. Außerdem solltest du bei ungefragten Videos weiterhin vorsichtig sein: nicht jeder Arbeitgeber ist begeistert von einem kreativen Bewerbungsvideo. Besonders konservative Unternehmen wie Banken und Versicherungen sind meist weniger empfänglich für solche Ideen. Aber bei kommunikativen und kreativen Jobs kannst du dafür oft mehr erreichen, beispielsweise im Marketing, im Vertrieb oder überall dort, wo Kundenkontakt herrscht. Kurz, knapp und mit einer Portion Selbstironie hat die folgende Bewerberin ihr Video gestaltet:

Auch kreativ und ziemlich aufwendig ist die nächste Bewerbung. Die Dame, die wir im Clip nur als Strichmännchen kennenlernen, will unbedingt bei Computerspiel-Publisher Valve anheuern. Nach zwei gescheiterten Versuchen, probiert sie es nun mit einem Video – in gesungener und animierter Form:

Übrigens muss ein Bewerbungsvideo nicht immer auf eine bestimmte Stelle angepasst sein. Es ist üblich einen Clip so zu gestalten, dass er deine Qualitäten strahlen lässt und mehrfach einsetzbar ist – was angesichts der Kosten und des Aufwands vollkommen logisch ist. Viele Bewerber laden ihr Video zum Beispiel hoch und fügen es per Link ihrer Bewerbung bei.

Bewerbung per Video: Ja oder Nein?

Die Videobewerbung ist noch lange nicht etabliert und überall einsetzbar. Sie ist jedoch ein gutes Mittel, um einen ersten Eindruck von Bewerbern zu erhalten und vermutlich aussagekräftiger als ein Haufen geschriebener Worte. Und da Personaler immer weniger Zeit haben, sich Anschreiben in Ruhe durchzulesen, ist ein solcher Clip doch eine erfrischende Abwechslung. Gleichzeitig besteht natürlich ein erhöhtes Risiko dafür, dass jemand aufgrund seines Aussehens  abgelehnt wird – was gesetzlich verboten ist, aber immer noch vorkommt. Unter dem Strich ist eine Videobewerbung aber eine gute Idee, um aus der Masse hervorzustechen und die eigene Kreativität unter Beweis zu stellen. Wie stehst du zu dem Thema? Lass es uns in den Kommentaren wissen.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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