Konkurrenz ausschalten? Wie Karriere und Unternehmen vom Wettbewerb profitieren

Konkurrenten sind lästig und können auf die Psyche schlagen. Doch anstatt dich von ihnen unterkriegen zu lassen, kannst du Gegenspieler für dein Weiterkommen nutzen.

© Jonathan Chng - Unsplash

Konkurrenz kann nerven. Egal, ob es sich bei ihr um einen nervigen Kollegen handelt, der dir scheinbar immer einen Schritt voraus ist, oder ein anderes Unternehmen, dass ausgerechnet deine Nische nutzt und seine Produkte über deine stellt. Tatsächlich kann Konkurrenzkampf zum echten Drahtseilakt für die Nerven werden. Um das zu verhindern, solltest du deine Gegenspieler nicht mehr fürchten. Versuche stattdessen, den gesunden Wettbewerb als Ansporn zu nehmen, um dich und dein Unternehmen weiterzuentwickeln. Profitiere von der scheinbar lästigen Konkurrenz.

Konkurrenz bringt deiner Nische Beachtung

Immer wieder können wir beobachten, dass, wenn ein kleines Unternehmen ein Nischenprodukt herausbringt, das schnell an Beliebtheit gewinnt, die großen Unternehmen direkt nachziehen und etwas ähnliches auf den Markt bringen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Tiefkühlpizza von Gustavo Gusto. Sie sollte größer und handgemacht sein und tatsächlich schmecken wie frisch vom Italiener. Das Konzept ging auf und das Produkt war trotz des höheren Preises im Vergleich zur 0815-Tiefkühlpizza beliebt. Und natürlich: Dr. Oetker sprang auf den Erfolgszug auf und brachte „La Mia Grande“ heraus, die ganz ähnlich der Größe und Machart von Gustavo Gusto ist.

Im ersten Moment ist so etwas ärgerlich. Doch statt dir zu sagen, gegen die großen Player würdest du sowieso nicht ankommen, solltest du die Chance nutzen. Denn durch Produkte bekannter Unternehmen in deiner Nische wächst die Bekanntheit der Nische. Kunden sehen auch mal nach links und rechts und können so auf dein Produkt stoßen. Gleichzeitig hilft dir die Konkurrenz bei der Selbstreflexion. Du kannst analysieren, was deine Gegenspieler anders machen, sehen, wo sie in den Regalen platziert sind, und herausfinden, welche Punkte du bei deinem Produkt verbessern oder abändern könntest – um dich so am Ende wieder abzuheben.

Konkurrenz zwingt dich zum Storytelling 

Auf einem überfüllten Markt musst du hervorstechen. Umso wichtiger ist es, dass du mit deinem Produkt eine authentische Geschichte erzählst, denn: Knapp 75 Prozent der Befragten gaben in einer Studie an, dass sie eher zu Marken tendieren, hinter denen eine glaubhafte Geschichte, sprich ein gutes Storytelling, steckt. Tatsächlich haben die großen Marken damit oft Probleme. Ihre Storys sind entweder nicht authentisch oder schlichtweg nicht vorhanden. Konkurrenz zwingt dich also dazu, dir Gedanken über den Zweck deines Produkts zu machen und was es von anderen unterscheidet – diese Message gilt es nun in deinem Marketing zu verpacken.

Diesen Punkt kannst du auch generell auf deine Karriere übertragen. Genaugenommen auf Bewerbungen. Der Arbeitsmarkt ist ein hart umkämpftes Feld. Statt dich jedoch davon abschrecken zu lassen, nutze Storytelling, um aus der Masse hervorzustechen. Verkaufe deine Person, deine Skills und deine Gründe für die Bewerbung in einer authentischen Geschichte. So wirst du nicht nur jedes 0815-Anschreiben ausstechen, sondern kannst dich mitunter auch gegen starke Konkurrenten mit mehr Erfahrung durchsetzen. Einige Tipps dafür, wie du deinem zukünftigen Arbeitgeber auffallen könntest, findest du in unserem aktuellsten Artikel zu dem Thema.

Konkurrenz sorgt für ein breites Produktfeld

Wenn ein großer Player dabei ist, sich in deiner Nische breit zu machen, musst du lernen damit umzugehen. Die Konkurrenz bleibt. Hinzu kommt, dass beispielsweise Einzelhändler oder Zulieferer abspringen könnten, weil sie sich lieber an das größere Unternehmen wenden. Deshalb ist es wichtig, nicht alles von einem Lieferanten, einem Sponsor – oder nur einem Produkt abhängig zu machen. Merkst du, dass die Umsatzzahlen durch Konkurrenz sinken, kannst du über sinnvolle Nebenprodukte nachdenken, die euch vor dem Ruin bewahren könnten. Wichtig dabei ist, dass dein Unternehmen seiner Linie treu bleibt, auch wenn das neue Produkt zu einer ganz anderen Nische gehört. Gründerin Kara Goldin, deren Getränkesortiment Konkurrenz durch Coca-Cola bekam, erklärt:

Our solution: Diversify. We got our flavored water in front of new retailers and last year, we launched a fruit-scented sunscreen. Competition may take a share of your audience — maybe for a short time, or maybe forever — but when you diversify, it doesn’t matter if the competition disrupts your channel, because you can always refocus to another one.

Und auch hier kannst du den Grundgedanken wieder auf deine Karriere übertragen. Der Arbeitsmarkt und die Bedürfnisse von Unternehmen ändern sich stetig und bestimmte Berufsfelder werden durch immer neue Aufgabenbereiche ergänzt. Als Arbeitnehmer musst du lernen dich anzupassen. Nur so schaffst du es, up-to-date zu bleiben. Und dazu gehören Weiterbildungen, damit du den Ansprüchen deines Berufszweigs gerecht wirst. Du magst zwar ein Experte auf deinem Gebiet sein, doch der Fortschritt bedeutet, sich auch neuen Herausforderungen zu stellen. Und wie ein Unternehmen, dass auf ein neues Produkt setzt, solltest auch du neuen, benötigten Kenntnissen und Skills gegenüber nicht abgeneigt sein.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.