Konflikte am Arbeitsplatz: So gehst du souverän damit um

Konflikte am Arbeitsplatz sind so alt, wie die Arbeit selbst. Es wird sie also auch in den nächsten Jahrhunderten geben. Die Frage ist nur, wie du damit umgehst. Souveränität kann so einiges verhindern.

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Die Arbeitsweise des Kollegen ist alles andere als sozial. Wofür du zwei Stunden brauchst, braucht er zwei Tage. Während du dich bei offenem Fenster schon fast am Nordpol siehst, befindet sich der Kollege temperaturmäßig im Süden. Wieder ein anderer Kollege schleimt sich permanent beim Chef ein und lässt dich schlecht dastehen. Während du die Deadline ernst nimmst, sehen deine Arbeitskollegen diese als nette Empfehlung des Hauses. Du siehst schon, ein Arbeitsplatz kann voll von Konflikten sein. Selbst wenn es zu keinem Streit kommt, gibt es genug Potenzial.

Warum entstehen Konflikte am Arbeitsplatz?

In einem Unternehmen treffen verschiedene Persönlichkeiten aufeinander. Wie auch im Privatleben kann es dabei zu Meinungsverschiedenheiten kommen. An einem Arbeitsplatz gibt es individuelle Werthaltungen, Wünsche, Ziele und Erwartungen. Diese können schon Mal kollidieren. Oft kommt es auch vor, dass du mit jemandem zusammenarbeiten musst, um den du privat einen Umweg über Australien machen würdest. Doch in der Arbeit geht das nicht so einfach: Du musst dich mit der Situation arrangieren.

Faktoren, die Konflikte am Arbeitsplatz provozieren:

  • Konkurrenzdenken
  • Zeitdruck
  • Stress und Ängste
  • Unterdrückte Emotionen
  • Minderwertigkeitsgefühle
  • Ungerechtigkeiten
  • Abwertendes Verhalten

Eine nicht vernachlässigbare Rolle spielt das Arbeitsklima. Ist dies gut, dann können Konflikte weniger entstehen. Bei einem schlechten Betriebsklima hingegen, sind Streits vorprogrammiert. Anzeichen für ein schlechtes Klima sind etwa: Angst um den Arbeitsplatz, unklare Kommunikation und Leistungsdruck. Konflikte am Arbeitsplatz entstehen immer aus einem Grund. Deshalb ist es wichtig, die Ursachen zu kennen und an ihnen anzusetzen.

Was machen Konflikte am Arbeitsplatz mit uns?

Wer permanent einer feindseligen Atmosphäre ausgesetzt ist, möchte die Situation gerne meiden. In dem Fall hieße das den Arbeitsplatz. Da dies nicht möglich ist, bist du gut beraten, solche Vorkommnisse souverän zu lösen. Ansonsten drohen Stress, Demotivation, Schlafstörungen, körperliche Symptome und über die Jahre im schlimmsten Fall Burnout. Auch Führungskräften kosten Konflikte rund 15 Prozent der Arbeitszeit.

Konflikte am Arbeitsplatz meistern

Konflikte am Arbeitsplatz sind manchmal unausweichlich. Was jedoch änderbar ist, ist dein Verhalten in brenzligen Situationen. Gehen wir jetzt davon aus, dass du genervt bist vom Verhalten deiner Kollegin. Sie arbeitet deiner Meinung nach weniger als du und wenn sie was arbeitet, dann ungenau. Was kannst du in Konfliktsituationen tun, außer schweigen oder streiten?

Eigene Emotionen und Situation verstehen

Bevor du deinem Zimmergenossen an den Hals springst und würgst, solltest du dir erstmal im Klaren werden, was dich genau stört und warum. Was genau löst Unbehagen aus und welche Gefühle kommen dabei hoch? Erst wenn du diese Fragen geklärt hast, kannst du deinen Kollegen ansprechen. Wenn du einfach drauflosredest, ohne genau zu wissen, was los ist, kommt deine Botschaft nicht an.

Ich-Botschaften statt Du-Botschaften

Wer sein Anliegen in Du-Botschaften packt, läuft Gefahr, dem anderen etwas vorzuwerfen. Und was machen wir Menschen, wenn wir mit einem Vorwurf konfrontiert werden? Wir ziehen uns zurück oder starten einen Gegenangriff. Eine Du-Botschaft wäre zum Beispiel: „Du ignorierst mich immer.“ Eine harmlosere Version wäre hier eine Ich-Botschaft: „Wenn du so reagierst, habe ich das Gefühl, ignoriert zu werden.“

Wünsche und Verbesserungsvorschläge

Bevor es zu einem Konflikt am Arbeitsplatz kommen muss, kannst du deinen Ärger in Wünsche umwandeln. Wenn dich deine Kollegin zum Beispiel mit ihrem Musikgeschmack nervt, könntest du ihr höflich sagen, welchen Sender du dir wünschst. Und höflich fragen, ob es ein Problem für sie wäre, wenn ihr gelegentlich auch deinem Musikgeschmack nachkommt.

Konflikte am Arbeitsplatz: Situation verlassen

In manchen Situationen sind die Emotionen so geladen, dass es nur noch hilft, die Szenerie zu verlassen. Das hat in dem Fall weniger mit nachgeben, als mit schlau sein zu tun. Es ist dir nicht verboten, nach einer gewissen Zeit wieder das Gespräch mit der Person zu suchen. Verschwinde nicht einfach, sondern teile deinem Gegenüber mit, dass du das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen willst.

Kompromisse und Lösungen finden

Wer nach einer Lösung sucht, wird auch eine finden. Wichtig ist, dass Probleme angesprochen werden. So können beide Parteien ihre Meinung sagen, ihre Grenzen abstecken und eine gemeinsame Vorgehensweise für die Zukunft aushandeln. So können Konflikte am Arbeitsplatz aus der Welt geschafft werden. Oft liegt ihnen einfach ein Missverständnis zugrunde, das durch Reden beseitigt werden kann.

Wertschätzende Kommunikation

Um die Kommunikation wertschätzend zu halten, sollte diese sachlich und ohne Emotionen stattfinden. Darin ist auch kein Platz für Vorwürfe, Verallgemeinerungen oder pauschale Aussagen. Vermeide also Angriffe, wertende Meldungen oder Sätze wie: „Du machst das doch schon immer so.“ Auch Äußerungen, die nicht das Verhalten kritisieren, sondern die Person an sich, sind nicht förderlich.

Unparteiische Person hinzuholen

Geht ein Konflikt schon über einen längeren Zeitraum, verlieren die Beteiligten oftmals den Überblick darüber, worum es wirklich geht. Die negativen Ereignisse überschlagen sich mit der Zeit. Irgendwann sind beide Seiten so geladen, dass man sich nur noch aus dem Weg gehen kann. Ist einem der Job jedoch lieb, dann gibt es noch andere Möglichkeiten. Ein Gespräch mit dem verhassten Kollegen beim Vorgesetzten könnte eventuell Frieden bringen. Außerdem bewahrt es dich vor der innerlichen Kündigung. Es sollte jedoch nicht in der Absicht des Anschwärzens geschehen.

Wie gesagt, Diskussionen sind weder beruflich noch privat vermeidbar. Wichtig ist nur, wie du damit umgehst. Vielleicht hilft dir der Gedanke, dass du einen Menschen, den du absolut nicht leiden kannst, nicht heiraten musst.

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