Die 10 schlimmsten Fehler deiner Körpersprache beim Bewerbungsgespräch

Beim Bewerbungsgespräch erhält der Kandidat selten eine zweite Chance. Eine Studie zeigt, welche Fehler du in Sachen Körpersprache laut Personalern nicht begehen und wie du stattdessen auftreten solltest.

© Adobe Stock / GianlucaCiroTancredi

Bewerbungsgespräche sind anstrengend: Man muss gut vorbereitet sein und will den bestmöglichen Eindruck beim Gegenüber hinterlassen. Die Aufregung macht dem Bewerber nur allzu häufig zusätzlich einen Strich durch die Rechnung. So passiert es dann auch oft, dass man bei all dem Stress nicht mehr auf die eigene Körpersprache achtet. Die Karriereseite CareerBuilder hat in einer Studie die denkwürdigsten Fehler bei der Körpersprache ermittelt und wir zeigen dir, wie du stattdessen handeln solltest.

Personaler können in unter 5 Minuten entscheiden, wer sich für den Job eignet

Eine Eigenschaft, die jeder Personaler ausgebildet haben sollte, ist das Vermögen, in einem sehr kurzen Zeitraum Entscheidungen zu treffen. So gaben 51 Prozent der über 2.600 befragten Personaler an, bereits nach fünf Minuten zu wissen, ob ein Jobkandidat für die Stelle passt oder nicht. Um deine Körpersprache während eines Interviews also besser unter Kontrolle zu haben, empfiehlt sich grundsätzlich eine gute Vorbereitung. Informieren sich die Kandidaten im Vorwege detailliert über das Unternehmen und die zu besetzende Stelle, ist die Nervosität gleich geringer und der Bewerber sehr viel sicherer.

Für die Studie befragte CareerBuilder Ende 2016 mehr als 2.600 HRler zu den schlimmsten Fehlern, die Bewerber mit ihrer Körpersprache während eines Jobinterviews begehen können. Zusätzlich gaben sie an, wie es Bewerbern besonders schnell gelingt, eine Absage zu kassieren.

Die schlimmsten Körpersprache-Fehler von Bewerbern

Deine Körpersprache ist meist unbewusst und sagt viel über dich und deine Persönlichkeit aus. Hängende Schultern sind ein Zeichen von Unsicherheit, genauso wie etwa das Vermeiden von Augenkontakt. Die folgenden Dinge fanden die befragten Personaler am schlimmsten:

  1. Vermeiden von Augenkontakt (67 %)
  2. Fehlendes Lächeln (39 %)
  3. Mit Gegenständen herumspielen (34 %)
  4. Nicht still sitzen können (32 %)
  5. Arme verschränken (32 %)
  6. Schlechte Haltung (31 %)
  7. Mit den Haaren spielen oder das Gesicht anfassen (28 %)
  8. Schwacher Handschlag (22 %)
  9. Zuviel herum gestikulieren (13 %)
  10. Zu kräftiger Handschlag (9 %)

5 einfache Wege, um beim Bewerbungsgespräch schnell durchzufallen

  1. Der Bewerber wird beim Lügen erwischt (66 %)
  2. Der Bewerber benutzt sein Smartphone während des Gesprächs, etwa um zu telefonieren oder eine Nachricht zu beantworten (64 %)
  3. Der Bewerber wirkt arrogant (59 %)
  4. Der Bewerber ist unpassend gekleidet (49 %)
  5. Der Bewerber wirkt nicht verlässlich (48 %)

Wie deine Körpersprache stattdessen aussehen sollte

Kommunikation besteht neben der Konversation zu großen Teilen auch aus nonverbalen Elementen. Aus deiner Körpersprache kann ein Personaler Vieles ablesen, insbesondere Unsicherheiten fallen hier schnell auf. Du kannst dich in ein noch so tolles Licht stellen, deine Körpersprache verrät, wie du wirklich tickst. Und sie ist ein verlässlicherer Indikator für die Wahrheit als deine Worte.

Natürlich kannst du die genannten Fehler nun zum Anlass nehmen, genau das Gegenteil von dem zu tun. Monster gibt dir hierfür aber noch weitere Ratschläge an die Hand:

#1 Das Interview beginnt vor dem Betreten des Raumes

Du weisst nicht, wer dir die Eingangstür öffnet oder im Fahrstuhl neben dir steht. Also sollte deine Körpersprache auch schon vor dem Betreten des Interviewraumes Selbstsicherheit ausstrahlen.

#2 Die richtige Seite zeigen

Wer weiß schon, welchen Einfluss die Empfangsdame auf dein Bewerbungsgespräch hat? Vielleicht hat der Personaler sie gebeten, dich zu beobachten? Vielleicht ist die die Frau vom Chef? Mark Bowden, erfolgreicher Buchautor über Körpersprache, empfiehlt sich mit dem Profil zur Person am Empfang zu setzen. So fühlt sie sich nicht beobachtet und ist schneller bereit, sich einen positiven Eindruck zu verschaffen. Weiterhin empfiehlt er, mit dem Gesicht in die Richtung zu schauen, aus der der Personaler vermutlich kommen wird. Dies würde die Begrüßung für beide Seiten erleichtern.

#3 Der allererste Eindruck

Während des Wartens sollten die Bewerber gerade sitzen und die Brust rausstrecken – beides Zeichen für Selbstsicherheit sowie Durchsetzungsvermögen. Hier sollte es aber nicht übertrieben werden, denn das wirkt wiederum arrogant.

#4 Immer folgen

Auf dem Weg zum Interviewraum sollten Bewerber dem Personaler immer folgen und sich dabei seiner Geschwindigkeit anpassen. Nicht vorpreschen und auch nicht zurückbleiben. Dass der Bewerber das Tempo der Interviewer annehmen kann, zeigt, dass er in der Lage ist, sich schnell anzupassen.

#5 Verhalten am Interviewtisch

Der Bewerber kann selbstverständlich seine Notizen sowie ein Portfolio auf dem Tisch vor sich platzieren. Die Tasche, das Notebook, ein Ordner und andere Gegenstände haben auf dem Tisch aber nichts verloren. Sie würden eine künstliche Mauer zwischen den Beteiligten aufbauen, was sich nicht gerade positiv auswirkt.

Auch hier sollten die Bewerber gerade sitzen und sich keinesfalls nach vorne lehnen – denn dies spiegelt Unsicherheit wider. Mit Händen darf laut Alison Craig, ebenfalls erfolgreiche Autorin zum Thema Körpersprache, sehr wohl gestikuliert werden, allerdings nur in einem bestimmten Rahmen. Die Hände sollten dabei über dem Tisch aber unter dem Schlüsselbein gehalten werden. Alles, was über das Schlüsselbein hinausgeht, wirke hektisch. Bowden hingegen glaubt, dass die größte Glaubwürdigkeit gegeben ist, wenn die Hände im 180-Grad-Bereich um den Bauchnabel herum gestikuliert werden. Dies kommuniziere dem Gegenüber einen hohen Grad an Zentriertheit, Kontrolle und Ruhe. Er empfiehlt dazu etwa einen Meter vom Tisch entfernt zu sitzen.

#6 Der Abschied

Auch wenn es verlockt, seine Sachen schnell zusammenzuraffen und die Höhle der Löwen fluchtartig zu verlassen, sollte der Bewerber zum Abschied noch einmal Ruhe bewahren. Er sollte seine Sachen ganz ruhig zusammenpacken, langsam aufstehen, lächeln und nicken. Zum Abschied sollte der Bewerber die Hände der Interviewpartner selbstverständlich noch einmal schütteln.

Die Dos & Don’ts beachten und gut vorbereiten

Unter Beachtung der Dos & Don’ts in Sachen Körpersprache, bist du vielen Mitbewerbern einige wichtige Schritte voraus. Grundlegend für die richtige Körpersprache allerdings ist eine gute Vorbereitung, an der es bei keinem Gespräch mangeln sollte. Bist du schlecht vorbereitet, kann jede Frage eine Tretmine für dein selbstsicheres Auftreten bedeuten.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.