Jobhopping: Regelmäßige Berufswechsel als Chance oder Problem?

Jobhopping als Chance: Besseres Gehalt, mehr Erfahrung und persönliche Freiheit. Doch wo liegen die Nachteile des neuen Trends?

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Du bist erst seit Kurzem in deiner jetzigen Position, aber trotzdem reizt dich ein neuer Job? Hier erfährst du, worin die Vor- und Nachteile von Jobhopping liegen.

Im Durchschnitt wechseln die Deutschen alle vier Jahre ihren Job. Während es früher eher üblich war vom Berufseinstieg bis ins Rentenalter im selben Unternehmen zu bleiben, ist Jobhopping der neue Trend. Er verspricht einen schnelleren Aufstieg auf der Karriereleiter und ein besseres Gehalt. Experten betonen sogar, dass mehr als drei Jahre im selben Job kritisch seien. Gründe, die definitiv für Jobhopping sprechen. Aber Achtung: Nicht in jeder Branche ist das häufige Wechseln des Jobs gern gesehen. Auch hängt es von deiner Persönlichkeit ab, ob du dafür gemacht bist, dein Umfeld regelmäßig umzukrempeln.

Jobhopping bereichert dich an Erfahrungen

Ganz klar sammelst du durch ein regelmäßiges Wechseln deines Jobs mehr Erfahrung. Um mit diesem Vorteil punkten zu wollen, ist es natürlich sinnvoll innerhalb der gleichen Branche die Positionen zu wechseln. Denn dann hast du schon mit mehreren Vorgesetzten zusammengearbeitet,  vielleicht mit unterschiedlichen Kunden Kontakt gehabt und konntest deshalb deine Stärken in deinem Fachgebiet weiter ausbauen. Jobhopper können von großer Motivation und hohem Engagement angetrieben sein. Sie seien deshalb beliebte Bewerber, da sie bestrebt seien in kürzester Zeit den besten Eindruck zu hinterlassen.

Irritiert werden Arbeitgeber jedoch, wenn du in kurzer zeitlicher Distanz oder über verschiedene Branchen hinaus oft deinen Job wechselst. Das kann dazu führen, dass deine Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit in Frage gestellt wird. Zu viele und zu häufige Jobwechsel sind also auch nicht gern gesehen. Da gilt es, dass du für dich eine annehmbare Balance findest. Falls du aber doch in kurzer Zeit öfter deinen Arbeitsplatz gewechselt hast, ist es überaus sinnvoll, nachvollziehbare Erklärungen für deine Sprunghaftigkeit zu haben.

Natürlich muss man dabei beachten, dass es einen Unterschied macht, ob man den Job oder den Arbeitgeber wechselt. Wenn man innerhalb eines Unternehmens eine andere Position einnimmt und sich innerbetrieblich innerhalb kurzer Zeit weiterentwickelt, erfährt der Arbeitnehmer eher Unterstützung statt einer Infragestellung seiner Zuverlässigkeit. Ein Arbeitgeberwechsel ist hingegen immer extern und auch oft mit Ortswechseln verbunden.

Mit Jobhopping zur persönlichen Freiheit und mehr Gehalt

Wer sich nach Freiheit sehnt, diese mit einer Veränderung des Umfelds verknüpft und zusätzlich neue Erfahrungen sammeln will, für den ist ein regelmäßiger Jobwechsel genau das Richtige. Leben in verschiedenen Städten, neue Freunde kennenlernen und andere Herausforderungen sind vielversprechend für Personen, die den Drang haben, sich nicht lange zu binden. Für solche Menschen würde sich Jobhopping besonders positiv auf die Work-Life-Balance auswirken. Mit der Möglichkeit deine Position alle paar Jahre zu wechseln, schenkst du dir jede Menge Möglichkeiten und kreierst deine persönliche Freiheit. Aber diese Art zu leben, ist eben nicht für jeden von uns die Wunschvorstellung. Natürlich ist Jobhopping auch nicht zwangsweise an einen Ortswechsel gebunden, aber für Menschen, die sich danach sehnen, ist das ein Vorteil, der Jobhopping für sie bereithält.

Das Nachrichtenportal Forbes berichtet außerdem, dass Jobhopper am Ende ihrer Karrierelaufbahn bis zu 50 Prozent mehr als ihre Kollegen, die selten oder nie den Arbeitsplatz gewechselt haben, verdienen. Das ist doch ein sehr attraktiver Wert und verlockt zum sofortigen Jobhoppen. Bei jedem einzelnen Jobwechsel steigt der Lohn in der Regel um bis zu zehn bis 20 Prozent an. Durch diese guten Verdienstaussichten steigt die Motivation bei Personen, die regelmäßig ihren Arbeitsplatz wechseln.

Millennials sind prädestiniert fürs Jobhoppen

Die Generation Y gilt quasi als die Jobhopper-Generation. Erin Lowry berichtet von den positiven Erfahrungen, die sie mit ihren Jobwechseln innerhalb kurzer Zeit gemacht hat. Sie ging innerhalb von sechs Jahren vier verschiedenen Jobs nach und ist somit eine wahre Jobhopperin. Sie klärt auf, dass der Begriff des Jobhoppers eng mit der Generation der Millennials verbunden sei. Die Rastlosigkeit, die dieser Generation zugeschrieben werde, finde sich im regelmäßigen Jobwechsel wieder. Passend dazu erklärt Lowry, dass Jobhopping ihr dabei geholfen habe, genau den Beruf zu finden, bei dem sie Leidenschaft verspüre. Nun arbeitet sie selbstständig als Autorin und Finanzexpertin und ist rückblickend der Überzeugung, dass sie durch die vier Arbeitsplätze innerhalb von sechs Jahren ein großes Spektrum an Kenntnissen gewinnen konnte. Auch Lowry kann bestätigen, dass Jobhopping ihren Verdienst erhöht habe. Die Autorin ist also ganz klar eine Befürworterin des Jobhoppings.

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Jobhopping: Do or Don’t?

Das regelmäßige Wechseln des Jobs ist und bleibt jedoch eine ganz persönliche Entscheidung. Einige verspüren den Drang regelmäßig in ein neues Umfeld mit neuen Aufgaben einzutauchen, andere fühlen sich hingegen in ihrem Unternehmen gut aufgehoben und haben keine Ambitionen den Arbeitsplatz zu wechseln. Je nach dem, was deine persönlichen Ziele sind, ist Jobhopping relevant oder irrelevant für dich. Wer gerne viele Erfahrungen sammelt, es anstrebt, sein Gehalt zu erhöhen und Ungebundenheit genießen will, ist eher dafür prädestiniert den Arbeitsplatz zu wechseln als andere. Jeder muss also für sich selbst die Balance finden, mit der man zufrieden ist.

Über Maja Christin Hansen

Maja Christin Hansen

Maja studiert an der Universität Hamburg Germanistik und schreibt seit 2017 für das OnlineMarketing.de Karriere Magazin. Sie behandelt Themen rund um den Büroalltag.

Ein Gedanke zu „Jobhopping: Regelmäßige Berufswechsel als Chance oder Problem?

  1. Karsten

    Ein Faktor, der das Jobhopping begünstigt, besteht sicherlich auch in den vielen befristeten Verträgen, die den Arbeitnehmern oft gar keine andere Wahl lassen, als nach kurzer Zeit wieder anderswo weiter zu machen.

    Antworten

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