„Manchmal bin ich sprachlos, weil einem ins Gesicht gelogen wird“ – Björn Wenzel, Kontor Digital Media

Björn Wenzel, Geschäftsführer von Kontor Digital Media, gibt spannende Einblicke in den Bewerbungsprozess der Onlinebranche.

Björn Wenzel, Geschäftsführer von Kontor Digital Media

Ihr habt euch schon immer gefragt, wie Firmen ihre Bewerbungsprozesse meistern? Auf was wird besonders geachtet und welches sind absolute No-Gos? Wir haben mit Björn Wenzel, Geschäftsführer von Kontor Digital Media, gesprochen, um genau das für euch herauszufinden. Viel Spaß beim Lesen!

Interview mit Björn Wenzel, Geschäftsführer von Kontor Digital Media

OnlineMarketing.de: Stell dich und dein Unternehmen bitte kurz vor.

Björn Wenzel: Ich bin Björn Wenzel und einer der beiden Geschäftsführer von Kontor Digital Media. Wir setzen für Brands aus B2C und B2B Online-Werbekampagnen um und helfen Kunden, die aus einem klassischen Offline-Business kommen, dabei, digitaler zu werden. Ich verantworte in unserer Agentur die Themen Innovation, Technik und Kampagnensteuerung, aber mir fällt auch der Bereich HR zu.

Welche Rekrutierungskanäle nutzt ihr?

Neben dem persönlichen Netzwerk der Mitarbeiter nutzen wir die üblichen Plattformen und Social-Media-Kanäle wie Facebook und Xing. Je nach Anforderungsprofil und Anspruch auch den Service von Personaldienstleistern.

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Bürohunde von Kontor Digital Media

Was sind typische Fehler bei einer Bewerbung?

Meist sind es Lücken im Lebenslauf oder Standard-Bewerbungen, bei denen klar ist, dass sich der Bewerber in keinster Weise mit der ausgeschriebenen Stelle und unserer Agentur auseinandergesetzt hat.

Wie sieht ein typischer Bewerbungsprozess bei euch aus?

Wir sichten die Unterlagen und filtern sie nach nachweisbaren Kriterien wie Berufserfahrung, Studienabschluss oder nicht, Noten im Abitur etc. Interessante Kandidaten laden wir zu einem persönlichen Treffen ein. Meist führen wir dann zwei Gespräche, eins mit dem Geschäftsführer, also mir, und das zweite in Anwesenheit des jeweiligen Teamleiters.

Verrate mir ein Geheimnis: Wie kann dich ein potentieller Bewerber besonders beeindrucken?

Ein individueller CV weckt definitiv mein Interesse. Persönliche oder besondere Dinge aufzuführen, die für das Arbeiten und Leben in einer Agentur wichtig sein können. Auch wenn man merkt, dass die Bewerbung speziell für Kontor Digital Media geschrieben wurde und nicht für 50 Agenturen in Deutschland im Rundumschlag.

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Ein Blick ins das Office von Kontor Digital Media

Gab es einmal einen Moment in einem Bewerbungsgespräch, der dich sprachlos gemacht hat?

Das passiert schon öfter. Mal positiv, wenn man auf einen beeindruckenden Menschen trifft, bei dem man das Gefühl hat, dass man ihn unbedingt im Team haben möchte und es eine Ehre ist, dass die Person mit uns zusammenarbeiten möchte.

Manchmal bin ich aber auch sprachlos, weil einem ins Gesicht gelogen wird oder die Leute eine Gehaltsvorstellung mitbringen, die deutlich macht, wie wenig sie sich mit der Wirklichkeit auseinandergesetzt haben.

Was macht euer Unternehmen aus und warum sollte man bei euch anfangen zu arbeiten?

Es geht bei uns sehr persönlich zu. Da wir nur rund 20 Mitarbeiter sind, arbeiten wir sehr eng zusammen und auch auf Augenhöhe. Jeder Mitarbeiter hat sofort eine neue Familie und wird auch schnell ins Team aufgenommen. Es gibt immer neue, oft themenübergreifende Aufgaben, Herausforderungen und Menschen, mit denen man hier zu tun hat. Langweilig und eintönig kennen wir nicht.

Vielen Dank für das Interview!

3 Gedanken zu „„Manchmal bin ich sprachlos, weil einem ins Gesicht gelogen wird“ – Björn Wenzel, Kontor Digital Media

  1. richtig

    Seriöse Quellen als Anhaltspunkt für realistische Gehaltsvorstellungen sind eben nicht möglich, denn:
    1. Widersprechen sie dem kapitalistischen Konzept, durch tatsächliche oder zumindest empfundene Unterschiede zwischen Menschen verschiedener Gehaltsklassen aufrecht zu erhalten und somit den Konkurrenzdruck unter Arbeitnehmern zu förden
    und
    2. Eine realistische Gehaltsvorstellung aus Sicht von Unternehmen entspricht häufig nicht der Realität des Bedarfs zwecks Lebenshaltungskosten in Deutschland, also Arbeit die sich nicht lohnt

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  2. Justvisiting

    Hallo DigitalNativ,

    ich hatte wenige Vorstellungsgespräche im Bereich Onlinemarketing, da ich relativ zügig einen Job gefunden habe. Je nach UN habe ich in der Bewerbung 38 000 bis 40 000 Gehaltsvorstellung angegeben, was etwas über den Durchschnitt meines Abschlusses liegt (BBA). Im Endeffekt kommt es auf das Unternehmen an.

    Ich rate dringend davon ab sich in irgendwelchen Trainee Programmen mit 28 bis 30k abspeisen zu lassen und dann 50 Stunden die Woche zu kloppen. Eine Agentur die auch ganz gerne hier wirb und ein sehr dubioses Bewerbungsverfahren hat ist dafür ganz bekannt. Kölle alaaf.

    Fazit: Lieber 8 Monate suchen und auf selbstständiger Basis Websites bauen und verkaufen, als sich für wenig Geld ausbeuten zu lassen. (Nicht desto trotz, die 50h Woche hat man im Marketing immer schnell zusammen)

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  3. DigitalNativ

    „Leute eine Gehaltsvorstellung mitbringen, die deutlich macht, wie wenig sie sich mit der Wirklichkeit auseinandergesetzt haben“

    Dann klärt doch mal auf, was realistische Gehaltsvorstellungen im Online Marketing sind für die Positionen Junior Manager / Senior Manager / Teamleiter bzw. Head of und Director Online Marketing bzw. nennt doch mal eine valide Quelle, wo man Gehälter recherchieren kann.

    Ich frage mich, warum Unternehmen nicht mutig genug sind, darzustellen, was Ihnen die Stelle / übernommen Aufgaben Wert sind. Das wäre mal Transparenz!

    Als Bewerber muss man ja Aussagen wie „Jeder Mitarbeiter hat sofort eine neue Familie und wird auch schnell ins Team aufgenommen“ auch ohne empirische Fundierung glauben.

    Besonders Geschäftsführer schwelgen von ihrer eigene Unternehmenskultur. Solche Vorstellungen machen ebenfalls allzu deutlich, „wie wenig sie [die Geschäftsführer] sich mit der Wirklichkeit auseinandergesetzt haben.“

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