Ich hab kein‘ Bock: So motiviert ist die Medienbranche

Wie motiviert sind die Mitarbeiter in der Medienbranche? Lies hier, welche Antworten Festangestellte und Freelancer in einer aktuellen Studie gegeben haben.

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Wie zufrieden sind die Festangestellten und Freelancer in der Medienbranche? Mit dieser Frage hat sich die erste Studie von Skjlls beschäftigt. Heraus kam: Sie sind zwar oftmals unterbezahlt und machen zu viele Überstunden – aber insgesamt sind sie zufrieden.

Arbeitszeiten: Darfs noch a bisserle mehr sein?

In Sachen Überstunden sind die Medienmacher und Onlinemarketer gut dabei. Im Durchschnitt arbeiten die Festangestellten 46 Stunden und 8 Minuten pro Woche. Dabei steigt die Wochenarbeitszeit mit steigender Berufserfahrung oftmals an – mit mehr als 15 Jahren Erfahrung arbeiten die männlichen Kollegen oftmals 49 Stunden pro Woche und mehr. Bei den Frauen hingegen ist die Zahl eher rückläufig. Dabei dürfte aber wohl eher kein kausaler Zusammenhang bestehen – früher oder später arbeitet einfach die eine oder andere Frau wegen der Familienplanung nur noch in Teilzeit.

Wochenarbeitszeit

Was hingegen doch überrascht: Freelancer arbeiten sogar weniger als ihre festangestellten Kollegen, durchschnittlich „nur“ 44 Stunden und 39 Minuten. Außerdem erhalten rund 75 Prozent der Freiberufler eine Vergütung für ihre Überstunden – bei den Festangestellten hingegen ist das keineswegs selbstverständlich. Nur 7 Prozent dürfen sich auf eine vollständige Vergütung ihrer Überstunden freuen.

Spannend oder langweilig? Was Medienleute über ihre Arbeit sagen

Immerhin mehr als die Hälfte sieht ihre Arbeit als „meistens spannend“ an. Nur jeder Zehnte fühlt sich „wie ein 5-jähriger im Spielzeuggeschäft“. Deutlich erschreckender ist allerdings, dass der Rest den Job oftmals schlichtweg für total langweilig hält oder sich „am liebsten erschießen“ würde.

Interessant

Natürlich bringt die Arbeit in Medienberufen auch Vorteile mit sich. Die häufigsten von den Festangestellten genannten Vorzüge:

  • die tollen Kollegen (72 Prozent)
  • ein hypercooles-tolles-entspanntes-nettes Office (54 Prozent)
  • kommen und gehen, wann man will (flexible Arbeitszeiten) (49 Prozent)
  • die täglichen Herausforderungen im Job (47 Prozent)
  • echt coole Projekte (43 Prozent)
  • die gute Bezahlung (43 Prozent)

Stress, Stress, Stress: Ganz normal bei den digitalen Medien

Eines steht allerdings bei all den Vorzügen fest: Der Job bringt Stress mit sich – und davon reichlich. Manchmal Stress kennt eigentlich jeder in der Branche, viele sprechen davon, dass der Job oft oder sogar immer stressig ist. Je nach Aufgabengebiet gab in der Umfrage bis zu jeder Zehnte an, kurz vor dem Burnout zu stehen – auffällig stark betroffen sind die Copywriter sowie die Konzepter und Strategen.

Stresslevel

Als größte Herausforderungen in den Jobs der Medienbranche wurden Folgende genannt:

  • unrealistische Projekt-Timings
  • planlose Kunden
  • planlose Vorgesetzte
  • zu niedrige Budgets
  • mangelnde Mitarbeiterführung

Ungleiche Gehälter: Trotzdem weitgehend Zufriedenheit

Insgesamt herrscht in der Branche weitgehendes Einverständnis mit dem gezahlten Gehalt – die meisten finden es okay, sehen es aber noch als ausbaufähig an. Angesichts der ungleichen Verteilung der Gelder fasziniert diese Einstellung allerdings durchaus:

  • Männer verdienen durchschnittlich 31 Prozent mehr als Frauen.
  • Die Gehaltsunterschiede machen mitunter bis zu 1.000 Euro monatlich aus.
  • Mit steigender Berufserfahrung sind Medienexperten offensichtlich mehr wert. Wer mit 2.563 Euro monatlich einsteigt, kann mit 10 bis 14 Jahren Berufserfahrung locker mehr als das Doppelte verdienen.
  • Am besten verdienen übrigens Konzepter und Strategen mit durchschnittlich 5.474 Euro monatlich – das Schlusslicht bilden die Copywriter mit 3.850 Euro und die Designer mit 4.128 Euro monatlich.
  • Auch die Tagessätze bei den Selbstständigen spiegeln dieses Bild wider. Konzepter und Strategen setzen sich 597 Euro Tagessatz an die Spitze, während die anderen Berufsgruppen hinterherhecheln. Auch hier sind es wieder die Copywriter, die mit nur 469 Euro pro Tag weit unter dem Durchschnitt liegen.

Gehalt

Festangestellte sind meist zu Beginn ihrer Karriere weniger begeistert von ihrem Job – ihre Zufriedenheit steigt allerdings von Jahr zu Jahr. Genau der gegensätzliche Trend ist bei den Freiberuflern zu erkennen. Während sie in den ersten Jahren ihrer Tätigkeit hochmotiviert und zufrieden sind, lässt die anfängliche Euphorie schnell nach. Zu denken geben sollte Arbeitgebern allerdings ein wichtiges Ergebnis der Studie: Mehr als jeder Zehnte hat bereits innerlich gekündigt. 14 Prozent der Designer sowie 13 Prozent der Frontend Developer und der Audio-/Video-Artists sind schon auf dem Sprung und würden sofort wechseln, wenn sich ihnen die Gelegenheit dazu bieten würde.

Wie empfindest du die Stimmung unter deinen Kollegen und wie wohl fühlst du dich selbst in der Medienbranche?

Quelle: Skjlls

Über Sabine Hutter

Sabine Hutter

Sabine Hutter arbeitet seit 2008 als Online-Redakteurin und Texterin. Als Betriebswirtin und Personalerin schreibt sie bevorzugt über Themen rund um das Personalwesen sowie aus dem Online Marketing.

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