Glück als Lebensziel: Von Pizza Hut zum Milliarden-Unternehmen

Nicole Mustards musste auf ihrem Lebensweg viele Probleme und Rückschläge meistern. Trotzdem ist es ihr gelungen, sowohl eine Familie als auch ein milliardenschweres Startup zu gründen.

Nicole Mustard auf der Homepage ihrer Firma Credit Karma.

Um im Tech Business durchzustarten braucht es nicht zwingend einen Abschluss am MIT oder einen Lebenslauf gefüllt mit schicken Praktika bei Apple, Google und Co. Zumindest scheint das die Geschichte von Nicole Mustard zu zeigen. Angefangen als Trainee bei Pizza Hut und in einer kleinen WG in Los Angeles lebend, ist sie heute erfolgreiche Startup Gründerin. Ihr Credit Score Unternehmen Credit Karma sei inzwischen vier Milliarden US-Dollar wert. Nicole Mustards Geschichte schenkt Mut und lehrt vor allen Dingen Eines: Das Streben nach Glück wird dir im Leben auch durch die größten Krisen helfen.

Glücklich sein als Lebensziel

Mustard stammt aus einfachen Verhältnissen. Zunächst studierte sie Zoologie in Miami und wollte ihrem Traum nachkommen, Wissenschaftlerin zu werden. Schnell stellte sie jedoch fest, dass die Arbeit mit weißen Mäusen im Labor nichts für sie ist. Ihr fehlte der Kontakt zu anderen Menschen. Doch wohin nun, da der ursprüngliche Berufswunsch verfallen ist und es keine Alternativen gibt? Vor dieser Frage stand Mustard und beschloss deshalb für sich selbst, ihr neues Ziel im Leben sei das Glücklichsein. Wie sie dies erreichen wollte, wusste sie aber selbst noch nicht. Nach einigen Reisen durch die Staaten landete sie in L.A. Dort nahm sie direkt den Job als Trainee Manager bei Pizza Hut an und kaufte sich von den ersten Gehältern nach und nach Habseligkeiten für ihre kleine WG.

I kept thinking: What makes me happy?

Mustard entdeckte nicht nur, dass sie Investment interessierte, sondern auch Menschen helfen wollte. So absolvierte sie ein weiteres Studium, wurde Finanzplanerin und machte sich selbstständig. Doch wie sooft, änderte das Privatleben einiges für die junge Unternehmerin. Für ihre damalige Lebensgefährtin verkaufte sie ihre Firma und zog nach Boston. Dort nahm Mustard den Job an, der alles für sie verändern sollte.

Alle Anfänge sind schwer

In ihrem neuen Job in einem Startup lernte sie ihren späteren Mitgründer Kenneth Lin kennen. Dieser war es auch, der die Idee hatte ein Unternehmen zu gründen, das es den Leuten einfacher machen sollte, ihre Credit Scores einzusehen und zu verstehen. Gemeinsam mit dem Technikgenie Ryan Graciano gründete sie Credit Karma. Mustard war inzwischen verheiratet und hatte Kinder. Trotzdem stellte sie sich dem Risiko und zog mit ihrer Familie nach San Francisco. Zudem nahm sie auch eine Gehaltskürzung von 60 Prozent in Kauf. Alles, um ihr Startup voranzubringen. Die Firma bezog zunächst ein kleines, ungemütliches Büro über einer Bar.

You can imagine how delightfully smelly that was.

Die Wichtigkeit von Kontakten in der Branche

Immer wieder wird betont, wie wichtig es sei, sich so früh wie möglich ein Netzwerk aufzubauen. In Nicole Mustards Fall erwies sich dies als richtig. Durch ihre Zeit in der Finanzbranche hatte sie die richtigen Kontakte, die dem Unternehmen alle wichtigen Daten kostenfrei zur Verfügung stellen konnten. Es folgte außerdem ein Artikel über das Startup und seine Idee, der auf mehreren Plattformen viral ging. Mustard erzählt: „Our waitlist went from 10 people a day to 10 people every minute.“ Doch plötzlich überschlugen sich die schlechten Neuigkeiten. TransUnion, das Unternehmen dass die credit-score Daten zur Verfügung stellte, wollte einen Rückzieher machen.

It was terrifying. It was incredibly hard. I was sick to my stomach for days. This was March 2008. I moved my family in December. My wife quit her job and had to find another one. And it’s falling apart? Are you kidding me? Still, to this day, I won’t open a FedEx.

In einem Schreiben verkündete TransUnion, dass sie Credit Karma noch 30 Tage Schonfrist gaben. Es kostete die jungen Unternehmer jeden einzelnen davon, alles wieder geradezurücken. Schlussendlich schafften sie es den Präsidenten von TransUnion zu einem Treffen zu bewegen – und überzeugten ihn dort von ihrer Geschäftsidee.

Das Problem mit den Investoren

Nachdem es eine Weile gut lief für Credit Karma, beschloss man 2009 das Unternehmen zu vergrößern. Zu dem Zeitpunkt nutzten bereits 300.000 User den Service. Im Silicon Valley gibt es die Sand Hill Road, eine Straße, in der einige der wichtigsten Investoren sitzen. Dorthin verschlug es also Mustard und ihr Team und sie wurden herbe enttäuscht. Niemand wollte das Startup unterstützen, da sich zu dieser Zeit Same-Day-Offers durch Amazon und Co. etablierten.

It was like hitting a brick wall. But financial services aren’t like a Kmart blue-light special.We came to the realization that they weren’t our people.

Das Team kehrte dem Silicon Valley den Rücken und wandte sich anderen Finanzierungsmöglichkeiten zu. Durch Seed-Finanzierung beschafften die Unternehmer mehrere Millionen Dollar. Sogar einen großen Fintech Accelerator konnten sie überzeugen.

Mustard könnte heute nicht glücklicher sein

Die Bilanzen von Credit Karma in 2018 sprechen für sich. Bis dato hat das Unternehmen Investments von 370 Millionen Dollar aufbringen können und beschäftigt inzwischen 800 Angestellte. Zudem nutzen 80 Millionen Menschen den Service. Credit Karma sei heute vier Milliarden US-Dollar wert. Trotz all der anfänglichen Schwierigkeiten, ist Mustard froh, dass sie das Risiko eingegangen ist. Sie ist glücklich, wie sie selbst erklärt:

I feel like once you get used to taking those risks, like getting a one-way ticket to LA, you know what it means to rebuild your lifestyle. You see these things you want to be part of. In this case, there were people I wanted to be with. To do this in a way that’s really actually helping consumers and not just making money, that feels great.

Die Geschichte Mustards zeigt, dass Zuversicht, Zielstrebigkeit und ein Quentchen Glück zu großem Erfolg führen können. Natürlich wird es immer zahlreiche Startups geben, die scheitern. Wichtig ist jedoch, nicht aufzugeben und an seine Ziele zu glauben.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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