Geheimtipp Jobmesse: Mit der persönlichen Bewerbung direkt zum Traumjob

Jobmessen stellen für Unentschlossene, Studenten oder Berufseinsteiger die perfekte Gelegenheit dar, sich einmal über ihre beruflichen Möglichkeiten zu informieren und direkt wichtige Kontakte zu knüpfen.

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Netzwerken ist ja bekanntlich in der heutigen Geschäftswelt das A und O, zumal jeder dritte Job in Deutschland über Kontakte vergeben wird. Doch was viele nicht wissen: Du kannst die Jobmesse auch direkt für eine Bewerbung nutzen und gelangst so eventuell an deinen Traumjob, bevor er überhaupt öffentlich ausgeschrieben wird.

Der Vorteil einer Bewerbung auf der Jobmesse: „Vitamin B“

Wenn du die Jobmesse als reine Informationsveranstaltung siehst, bringt es natürlich nichts, einfach eine allgemeine Bewerbung im Gepäck zu haben. Du könntest aber durchaus eine Art „Infoflyer“ mitnehmen, der deinen Lebenslauf, ein freundliches Bild sowie deine Kontaktdaten enthält. Noch besser ist es allerdings, direkt eine auf das Unternehmen oder sogar auf eine spezifische Stelle zugeschnittene Bewerbung mitzubringen. Dadurch hast du gegenüber all den anderen Bewerbern, welche ihre Unterlagen online oder postalisch einreichen, einen nennenswerten Vorteil: das persönliche Kennenlernen. Im besten Fall hinterlässt du direkt einen positiven Eindruck, wirst von deinem Gesprächspartner selbst zum Vorstellungsgespräch eingeladen oder er reicht deine Bewerbung mit wärmsten Empfehlungen an die Personalabteilung weiter. Du kannst also mit „Vitamin B“ punkten, selbst wenn du im Unternehmen eigentlich keine Angehörigen, Freunde oder Bekannten hast.

In 10 Schritten zum Traumjob: Deine Bewerbung auf der Jobmesse

Auf der Jobmesse reicht es natürlich nicht aus, sich kurz bei dem Unternehmen deiner Träume vorzustellen und dann deine Telefonnummer auf einer Serviette zu notieren. Wenn du durch die persönliche Kontaktaufnahme punkten und so deinen Traumjob ergattern möchtest, will das Manöver sorgfältig geplant sein. Gehe davor wie folgt vor:

Schritt 1: Welche sind deine Ziele?

Bevor du auf die Jobmesse gehst, solltest du dir über deine Ziele im Klaren sein. Möchtest Du zu einem bestimmten Betrieb oder dich einfach bei so vielen Unternehmen wie möglich vorstellen? Wichtig ist auch zu wissen, ob du dich direkt bewerben oder erst einmal nur Informationen einholen möchtest. Von deinen Zielen hängt später ab, wie du deinen Aufenthalt bei der Jobmesse organisierst und welche Unterlagen du bereithalten solltest. Je genauer du deine Ziele also vorab definieren kannst, umso erfolgreicher wird dein Tag auf der Jobmesse schlussendlich verlaufen. Vielleicht hast du ja auch bereits einen ganz bestimmten Traumjob oder ein Wunschunternehmen im Sinn?

Schritt 2: Wissen ist Macht

Im zweiten Schritt solltest du dir so viele Informationen wie möglich einholen. Bevor du nämlich die Unterlagen zusammenstellst, solltest du wissen, wie deine Bewerbung bei der Jobmesse hinterher auszusehen hat. Hierfür stehen dir verschiedene Möglichkeiten offen: Du kannst einerseits eine Internetrecherche durchführen, andererseits kannst du aber auch direkt bei den unterschiedlichen Unternehmen nachfragen, ob sie auf der Jobmesse Bewerbungen entgegennehmen und in welcher Form Sie diese wünschen. Das ist durchaus üblich und spart dir eine Menge unnötige Arbeit. Bei kreativen Berufen bietet es sich zudem vielleicht an, direkt eine Arbeitsprobe mit zur Jobmesse zu bringen oder diese den Bewerbungsunterlagen beizufügen.

Schritt 3: Bewerbungsunterlagen, die überzeugen

Nun hast du alle notwendigen Informationen eingeholt und kannst damit beginnen, deine Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen. Je nachdem, was deine Recherchen ergeben oder welche Wünsche die Unternehmen geäußert haben, stehen dir hier verschiedene Varianten zur Auswahl:

• Du kannst eine komplette Bewerbung anfertigen,

• oder auch nur einen sogenannten Infoflyer.

• Manch ein Bewerber bringt auch einfach einen Lebenslauf in vielfacher Ausführung mit und verteilt diesen an so viele Unternehmen wie möglich.

Für welche der Varianten du dich schlussendlich entscheidest, hängt wiederum von deinen Zielen im Schritt 1 ab. So macht eine komplette Bewerbung zum Beispiel nur dann Sinn, wenn du dich bei ein oder zwei Unternehmen initiativ oder auf eine spezifische Stelle bewerben möchtest. Hast du hingegen noch kein konkretes Unternehmen im Sinn, sondern willst erst einmal direkt vor Ort Informationen einholen und dich dann eventuell spontan bewerben, ist der Infoflyer gewiss die bessere Wahl.

Extra-Tipp: Egal, für welche Art der Unterlagen du dich schlussendlich entscheidest: Achte unbedingt darauf, dass sie ein professionelles Bewerbungsbild enthalten. Du kannst nämlich davon ausgehen, dass sich dein Gesprächspartner hinterher eher noch an dein Gesicht erinnert als an deinen Namen. Versetze dich einmal in seine Lage: Wenn er einen oder sogar mehrere Tage auf der Jobmesse gearbeitet hat, hat er mit unzähligen Menschen und gewiss auch mit zahlreichen anderen Bewerbern gesprochen. Für den Wiedererkennungswert deiner Bewerbung ist das Foto deshalb unerlässlich. Zudem werden in vielen Unternehmen mittlerweile Bewerbungen ohne Bewerbungsbild ohnehin sofort aussortiert. Auch wenn dies aufgrund des 2006 in Kraft getretenen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes eigentlich gar nicht zulässig ist, handelt es sich dabei doch um die gängige Praxis.

Schritt 4: Kleider machen Leute

Was deine Unterlagen angeht, bist du nun startklar. Im vierten Schritt geht es aber jetzt um die Frage: Was sollst du zur Jobmesse eigentlich anziehen? Du musst schließlich einen positiven und professionellen Eindruck hinterlassen. Die Antwort ist ganz einfach: Auf der Jobmesse trägst du dieselbe Kleidung wie zu einem Vorstellungsgespräch auch. Das bedeutet: gedeckte Farben, keine tiefen Ausschnitte, keine kurzen Röcke und auch keine Flipflops. Möchtest du dich bei einem oder zwei spezifischen Unternehmen bewerben, kannst Du Dich vorab über deren Dresscode informieren. Wirf dafür einen Blick auf die Firmenhomepage. Prinzipiell gilt: Deine Kleidung muss professionell sowie seriös sein und lieber bist du ein wenig over-, anstatt underdressed.

Schritt 5: Smalltalk erleichtert den Gesprächseinstieg

Jetzt ist der große Tag gekommen: Du befindest dich auf der Jobmesse und suchst das Gespräch mit dem jeweiligen Unternehmen, bei welchem du dich bewerben möchtest. Gehe offen und freundlich auf deinen Gesprächspartner zu, stelle dich kurz vor und beginne mit etwas Smalltalk. Nun ist auch der perfekte Zeitpunkt, um noch offene und für dich wichtige Fragen zu klären. Diese könnten zum Beispiel sein: Wie läuft der Bewerbungsprozess ab? Wie könnte deine zukünftige Arbeitsstelle aussehen? Oder ob auch Auslandsreisen zum Arbeitsalltag in dem Unternehmen gehören? Notiere dir im Voraus alle Fragen, die du auf der Jobmesse klären möchtest, so merkt dein Gesprächspartner auch gleich, dass du wirklich Interesse und dich vorab informiert hast. Allerdings sollte dir bewusst sein, dass die Zeit deines Gesprächspartners begrenzt ist und du relativ schnell auf den Punkt kommen solltest. Alle Einzelheiten rund um die Arbeitsstelle oder das Unternehmen kannst du dann immer noch im Vorstellungsgespräch erfragen.

Schritt 6: Stichwort Selbstmarketing

Wichtiger ist jetzt nämlich, dich selbst als Bewerber beziehungsweise potenzielle neue Arbeitskraft für das Unternehmen zu präsentieren. Überreiche deinem Gesprächspartner deshalb nun deine Bewerbungsunterlagen, nenne dein Anliegen und stelle kurz deine Qualifikationen, Berufserfahrungen sowie dein Know-how heraus. Kurz gesagt: Nach eurem Gespräch sollte dein Gesprächspartner wissen, warum gerade du perfekt zu dem Unternehmen passen würdest.

Schritt 7: Positiv im Gedächtnis bleiben

Die Verabschiedung ist die vorerst letzte Erinnerung deines Gesprächspartners an dich – sorge also dafür, dass sie positiv ist! Du kannst jetzt noch nach seiner Visitenkarte oder nach den Kontaktdaten der Personalabteilung fragen, sodass du anschließend einen Ansprechpartner für eventuelle Nachfragen hast. Verabschiede dich mit einem freundlichen Lächeln und einem Händedruck. Achte außerdem unbedingt auf Augenkontakt. Je positiver der Eindruck ist, den du hinterlässt, umso besser stehen deine Chancen, dass deine Bewerbungsunterlagen weitergereicht werden und du eine Einladung zum Bewerbungsgespräch erhältst.

Schritt 8: Sicher ist sicher

Doch was, wenn deine Bewerbungsunterlagen in der Hektik der Messe verlorengehen oder dein Gesprächspartner schlichtweg vergisst, diese an die Personalabteilung weiterzugeben? Für diesen Fall empfiehlt es sich, vorsichtshalber deine Bewerbung noch einmal postalisch oder per E-Mail an das Unternehmen zu senden. Wichtig ist dann, dass du im Anschreiben Bezug auf das Gespräch bei der Messe nimmst. Du solltest daher unbedingt noch den Namen deines Gesprächspartners parat haben, diesen explizit erwähnen und dich im einleitenden Satz freundlich für das informative Gespräch auf der Jobmesse XXX am XXX bedanken.

Schritt 9: Vorsicht bei Online-Profilen – auch Personaler googeln

Simultan zum 8. Schritt solltest du unbedingt deine Online-Profile auf Vordermann bringen. Achte nicht nur darauf, dass es auf Facebook, Xing, Twitter & Co keine peinlichen Saufbilder von dir gibt, sondern halte auch alle Daten stets auf dem aktuellen Stand und präsentiere dich so professionell wie möglich. Alle Informationen, die der Personaler bei einer Internetrecherche über dich in Erfahrung bringen könnte, müssen sich mit den Angaben in deiner Bewerbung decken. Für einen höheren Wiedererkennungswert kannst du in den professionellen Netzwerken, wie Xing oder LinkedIn, zudem dasselbe Bewerbungsbild verwenden, wie in deinen Unterlagen. Gerne kannst du deinem Gesprächspartner von der Jobmesse bei diesen beruflichen Netzwerken (XIng oder LinkedIn) auch eine Kontaktanfrage senden und in der zugehörigen Nachricht kurz Bezug auf das freundliche Gespräch nehmen. Sei allerdings nicht enttäuscht, wenn die Bestätigung dieser Anfrage ausbleibt. Entweder kann sich dein Gesprächspartner vielleicht nicht mehr an dich erinnern, oder aber er loggt sich schlichtweg nicht regelmäßig in seine sozialen Netzwerke ein. Das bedeutet noch lange nicht, dass deine Bewerbung keine Chance auf Erfolg hat.

Schritt 10: Nur Geduld, doch Nachhaken ist erlaubt

Jetzt heißt es: Warten! Interesse bekunden ist gut, doch unnötig Druck machen solltest du auch nicht. Beim Nachhaken ist deshalb das richtige Maß gefragt. Wenn du weder von deinem Gesprächspartner noch von seinem Unternehmen eine Rückmeldung erhältst, kannst du nach frühestens zehn Tagen nachhaken. Hierfür kannst du zum Telefonhörer greifen oder du schreibst eine kurze E-Mail, entweder an deinen Gesprächspartner von der Jobmesse, wenn er dir zum Beispiel seine Visitenkarte gegeben hat, oder aber an die Personalabteilung des Unternehmens.

Beachte aber: Erkundige dich lediglich freundlich und professionell kurz danach, wann du mit einer Rückmeldung bezüglich deiner Bewerbung rechnen kannst. Genauere Nachfragen, zum Beispiel „wie deine Bewerbung angekommen ist“ oder „ob du dir Chancen ausrechnen kannst“, sind unüblich und werden in der Regel gar nicht erst beantwortet.
Mit Professionalität und etwas Geduld jedoch, stehen deine Chancen auf Erfolg gut und vielleicht winkt schon bald dein absoluter Traumjob.

Über Annina Frey

Annina Frey

Karriere & Jobs ist das Department, in welchem Annina Frey sich zuhause fühlt: Work-Life-Balance, Psychologie, Bewerbungen oder auch die Generation Y sind nur einige der Gebiete, mit welchen sich die studierte Medienwirtschaftlerin für die Onlinemarketing.de-Redaktion auseinandersetzt - mit viel Knowhow, wissenschaftlicher Recherche, eloquentem Schreibstil und dem ein oder anderen Augenzwinkern. An spannenden Themen mangelt es der freien Redakteurin jedenfalls nicht.

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