Du bist eine Führungsperson? Dann ist das Ego dein natürlicher Feind!

Das Ego ist in deutschen Führungsetagen allgegenwärtig. Genau hier ist es aber fehl am Platz und kann zum echten Risiko werden. Was kannst du dagegen tun?

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Führungskräfte sitzen auf eigenen Etagen, in eigenen Büros oder haben eigene Aufzüge. Sie bilden untereinander einen geschlossenen Kreis – stets mit Blick nach oben. Noch weiter aufsteigen, noch mehr Macht, noch mehr Geld. So lauten die Ziele vieler Führungspersönlichkeiten. Dabei sollte doch eigentlich das „Wir“ im Vordergrund stehen, eine gute Führung und das gemeinsame Ziehen an einem Strang – mit der Geschäftsführung, anderen Führungskräften, aber vor allem den Mitarbeitern. Es scheint also vor allem das Ego zu sein, welches in deutschen Führungsetagen regiert. Leider ist es gerade hier ein echter Risikofaktor. Wieso, das verraten Rasmus Hougaard und Jacqueline Carter auf hbr.org:

Ego und gute Führung sind ein Widerspruch in sich

Führung setzt immer eine Gruppe voraus, das liegt auf der Hand. Wenn du also eine Führungsposition innehast, hast du zwangsläufig Mitarbeiter, welche du führen musst. Dabei handelt es sich manchmal nur um ein oder zwei Personen, manchmal aber auch um dutzende, hunderte oder sogar tausende. Dass das „Ego“, das Selbst, hier fehl am Platz ist, liegt auf der Hand. Zum besseren Verständnis lohnt sich also ein Blick auf den Begriff: In diesem Kontext steht das Ego für ein übersteigertes Selbstwertgefühl, die Selbstzentrierung oder auch einfach egoistisches Verhalten. Das Ego hat also nur sein eigenes Wohlergehen im Sinne und nur die eigenen Ziele vor Augen. Andere Menschen werden somit benutzt, um sie für die eigenen Zwecke einzusetzen und gegebenenfalls gezielt zu manipulieren, sodass sie den eigenen Wünschen entsprechend handeln. Das Ego kennt kein „Wir“, keine Großzügigkeit und keine Bescheidenheit. All jene Aspekte also, die für eine gute Führung eigentlich unverzichtbar wären.

In deutschen Führungsetagen läuft vieles schief – sehr vieles

Es sind also genau diese eigenen Etagen, Aufzüge & Co, welche verhindern, dass deutsche Führungskräfte ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen und richtig führen. Sie müssen schließlich wissen, was ihre Mitarbeiter denken, sie müssen mit diesem kommunizieren und interagieren. Ein guter „Leader“ ist bestmöglich in die Belegschaft integriert und besitzt eine natürliche Autorität. Kommunikation ist schließlich das A und O für den wirtschaftlichen sowie sozialen Erfolg. Dass immer mehr Führungskräfte bewusst aus dieser Kommunikation heraustreten, ist somit ihr größter Fehler und bezeichnend für die fehlgeleitete Kultur in vielen deutschen Führungsebenen. Eigentlich sollten die betreffenden Persönlichkeiten nicht einmal ein Einzelbüro haben, sondern sich bestmöglich „unters Volk mischen“. Warum also tun sie das nicht?

Eine Ansammlung von Psychopathen und Narzissten

Ganz einfach: Damit würden ihnen ihre Statussymbole flöten gehen und das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Die wenigsten Führungskräfte haben diese Position nämlich aus Leidenschaft angestrebt und verfügen über das notwendige Talent, sprich die sozialen Kompetenzen, für ihre Stellung. Stattdessen verfügen sie aber über psychopathische oder narzisstische Persönlichkeitsanteile. Tatsächlich sind in deutschen Führungsetagen drei- bis viermal mehr Psychopathen und Narzissten zu finden als in der Gesamtbevölkerung, erklärt der Psychologe Jens Hoffmann in der ZEIT.

Das Ego kennt kein „Wir“

Sie ziehen Machtpositionen also geradezu magisch an, was vor allem an ihren Persönlichkeitszügen liegt. Sie manipulieren, sind gefühlskalt, auf ihren eigenen Vorteil bedacht und skrupellos, wenn es um die Umsetzung ihrer Ziele geht. Und diese Ziele sind niemals immaterieller oder gar sozialer Natur. Stattdessen streben sie nach Ruhm, Geld und möglichst viel Macht. Dafür sind sie nicht selten bereit, an oder über die Grenze der Legalität zu gehen. Dies macht deutlich: Das Ego ist als Führungskraft dein größter Feind – und jener deiner Mitarbeiter sowie des Unternehmens im Gesamten. Erlangt nämlich ein Psychopath oder Narzisst eine entsprechende Machtstellung wie die Unternehmensführung, kann das in der Insolvenz oder sogar im Gefängnis enden, wie die Vergangenheit schon oft bewiesen hat. Ein Stück weit mögen Psychopathen also tatsächlich bessere Unternehmer sein – ist ihre Störung aber zu ausgeprägt, kehrt sich das ins Gegenteil um.

Fazit: Als gute Führungskraft musst du deinem Ego den Kampf ansagen

Wenn du also tatsächlich Wert darauf legst, ein guter „Leader“ zu sein, anstatt möglichst reich oder mächtig zu werden, ist das automatisch eine Kampfansage an dein Ego. Du musst einen ehrlichen Blick auf deine Ziele sowie Gewohnheiten werfen und dich immer wieder auf das Gemeinwohl fokussieren – anstatt auf dein eigenes. Du solltest dich zu deinen Mitarbeitern setzen, mit ihnen sprechen und mit ihnen im Aufzug fahren. Du musst dir überlegen, was für alle langfristig das Beste ist und nicht nur für dich selbst. Geht das Schiff nämlich unter, sprich das Unternehmen als Ganzes, wirst auch du dich nicht retten können. Was du wirklich brauchst, ist also der Wille und das Talent, mit den anderen Personen im Unternehmen zu kommunizieren sowie zusammenzuarbeiten – und zwar mit allen. Ist das wirklich zu viel verlangt?!

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Über Mirijam Franke

Mirijam Franke

Mirijam Franke hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich als freiberufliche Texterin. Im Rahmen ihres Studiums der Medienwirtschaft kam sie erstmalig mit dem Thema Online Marketing in Berührung und konnte sich seither mit viel eigener Erfahrung, Mut zum Klartext und einem Augenzwinkern in den Bereichen Marketing, Arbeit, Startups, HR und Work-Life-Balance deutschlandweit einen Namen machen. Seit Mai 2016 ist sie Redakteurin bei OnlineMarketing.de.

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