Frustration im Job: Kündige, bevor dein Chef sich deinen Abgang wünscht

Aus Frustration erledigst du schlechte Arbeit? Die HR-Expertin Thompson betont, dass es wichtig sei, beim Arbeitgeber in guter Erinnerung zu bleiben.

© Brooke Lark | Unsplash, CC0

Den Job kündigen, obwohl noch kein neuer in Aussicht ist? Eine Kündigung kann zu einem Dilemma führen, insbesondere dann, wenn noch kein neuer Arbeitsvertrag unterschrieben ist. Gerade deshalb ist dieses Szenario für viele undenkbar. Vor allem in Deutschland genießen viele Angestellte die Kultur der Sicherheit ohne große Risikos. Dennoch gibt es mehr als genug Gründe, dem aktuellen Arbeitsplatz den Rücken zu kehren, ohne einen neuen Job sicher zu haben. Neben bisher bekannten Gründen erklärt Toni Thompson, Head of Human Ressources bei The Muse, den für sie wichtigsten Grund, den du bei deiner Kündigung beachten solltest.

Dein Arbeitgeber sollte dich gut in Erinnerung behalten

Toni Thompson hat elf Jahre Arbeitserfahrung im Personalwesen bei der bekannten Karriereratschlag- und Jobwebsite The Muse. Sie meint, dass es oft passiere, dass wir beginnen unsere Arbeit schlecht zu erledigen, weil wir so wütend und frustriert über unsere derzeitige Situation seien. Das sei aber definitiv der falsche Weg. Aus ihrer Erfahrung heraus erklärt Thompson, dass es deine höchste Priorität sein sollte mit erhobenem Haupte zu gehen, falls du deinen Job kündigen willst. Wenn du bemerkst, dass du deine Arbeit bereits nicht mehr auf dem Qualitätslevel wie gewöhnlich erledigst, solltest du dringlich über einen Jobwechsel nachdenken.

Wenn du also keinen guten Job mehr machst, du zu einem schlechten Teamkollegen und Angestellten mutierst, weil du so frustriert bist, rät Thompson:

At that point it’s probably best to just move on without a job so that they actually have a good memory of you.

Laut der HR-Expertin ist es von großer Bedeutung, dass du die Firma so verlässt, sodass du gut in Erinnerung behalten wirst – auch ohne einen neuen Job. Sie empfiehlt die Reißleine zu ziehen, bevor dein Arbeitgeber sich bereits wünscht, dass du bald kündigst. Denn letztendlich würdest du nie wissen, wann du noch einmal eine Referenz deines Chef oder deines Teamkollegen benötigst. Kündigung heißt demnach nicht zwangsweise, dass alle verbindenden Brücken zu der Firma einstürzen. Thompsen hebt hervor, dass wir darauf achten sollten dann zu gehen, bevor wir nur noch qualitätslose Arbeit machen und ein schlechtes Bild von uns im Unternehmen hinterlassen.

Legitime Kündigungsgründe: Wann ist es Zeit zu gehen?

Eine Kündigung kann deine persönliche Notbremse sein oder beim Wiederherstellen deiner Zufriedenheit helfen. Diese sechs legitimen Kündigungsgründe sind ein Anzeichen dafür, dass du dich von deiner aktuellen Lage entfernen solltest.

  1. Du gehst jeden Tag mit Bauchschmerzen zur Arbeit. Jeder Sonntagabend ist für dich eine Qual, da morgen Montag ist, eine neue Woche beginnt und fünf volle Arbeitstage vor dir liegen? Mit Unwohlsein quälst du dich dann am nächsten Morgen ins Büro.
  2. Deine persönlichen Werte driften mit denen deiner Firma auseinander. Du kannst dich nicht oder nicht mehr mit deiner Arbeit identifizieren und fühlst dich fehl am Platz. Aufgrund dessen empfindest du weder Spaß noch Sinn in deinen Aufgaben, sodass es an der Zeit ist, nach neuen Ufern Ausschau zu halten.
  3. Du fühlst dich unterfordert. Natürlich ist der erste Schritt bei Unterforderung nicht immer gleich die Kündigung. Aber wenn du dich im Stillstand befindest und dir keine Fort- oder Weiterbildungsmöglichkeiten oder andere Optionen seitens deines Chefs angeboten werden, dann ist die einzige Möglichkeit aus dem Stillstand zu entkommen, die Kündigung einzureichen.
  4. Work-Life-Balance ist für dich ein Fremdwort. Deine Überstunden sind nicht mehr zählbar und dein Privatleben weicht immer mehr der Arbeitszeit? Wenn die Verringerung von deinen Überstunden oder deiner Wochenstunden bei der aktuellen Anstellung nicht möglich ist, ist es vielleicht Zeit zugunsten deiner Gesundheit und Zufriedenheit nach einem neuen flexibleren Job Ausschau zu halten.
  5. Deine Gesundheit steht auf dem Spiel. Deine Gesundheit sollte niemals wegen der Arbeit gefährdet werden. Wenn du merkst, dass dein Job dich krank macht, solltest du die Reißleine ziehen. So kannst du vermeiden langfristig physisch oder psychisch zu erkranken. Dein Job sollte es dir nicht wert sein, ein Burnout oder langfristige Rückenschäden davonzutragen.
  6. Du und deine Arbeit werden nicht wertgeschätzt. Fehlende Anerkennung im Sinne der Unterbezahlung zählt mit zu den häufigsten Kündigungsgründen. Der zweithäufigste Grund für eine Kündigung ist ein schlechtes Arbeitsklima. Dieses resultiert meistens auch aus einer fehlenden Wertschätzung gegenüber allen Mitarbeitern. Und da schlechte Bezahlung krank machen kann, ist eine zu geringe gehaltliche Wertschätzung ein Grund dafür, eine neue Position zu suchen.

Über Maja Hansen

Maja Hansen

Seit 2017 unterstützt Maja die Redaktion von OnlineMarketing.de. Dabei widmet sie sich primär dem Karrieremagazin mit den Themenfeldern rund um Jobs und Karriere, schreibt aber auch über digitales Marketinggeschehen.

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