Fragen an der Front: Was macht eigentlich ein Chief Thinker?

Karl Krainer, Gründer der Unternehmensberatung Gedankenfabrik, erklärt uns im Interview, was den Beruf eines Chief Thinkers ausmacht.

Karl Krainer, Chief Thinker bei der Gedankenfabrik.

Der Arbeitsmarkt ist übersät von Jobtiteln, die zwar attraktiv klingen, deren Inhalte aber zumeist kaum greifbar sind. Mit unserer neuen Reihe wollen wir Aufschluss über gängige sowie ungewöhnliche Berufsbezeichnungen geben und den Einstieg für Bewerber so künftig erleichtern.

Karl Krainer übt den Beruf des Chief Thinkers bei der Unternehmensberatung Gedankenfabrik, mit Büros in Hamburg und Berlin, aus. Bevor er die Gedankenfabrik gründete, sammelte er im Pre-Digitalen Zeitalter Erfahrung in Unternehmen wie P&G, Apollinaris & Schweppes und Coca-Cola. Darüber hinaus verfügt er über jahrelange “digital Experience” bei Internetpionieren wie eBay oder Google. Mit diesem Know-how gründete er 2010 die Gedankenfabrik und erzählt uns im Interview, was die Position des Chief Thinkers beinhaltet.

Interview mit Karl Krainer, Chief Thinker bei der Gedankenfabrik

OnlineMarketing.de: Wie würdest du den Beruf des Chief Thinkers in drei Sätzen beschreiben?

Karl Krainer: Die Gedankenfabrik ist eine Beratungsfirma im Bereich Markenmanagement, Digitalisierung und Innovation. Als Chief Thinker helfe ich Unternehmen dabei, sich im dynamischen Umfeld wieder neu auszurichten, ihre Stärken zu erkennen und diese auch konkret umzusetzen. Dabei versuchen wir, unsere Kunden für die post-digitale Welt zu empowern und sie weiterzuentwickeln – im Business aber auch persönlich.

Die Marken- und Innovationsberatung Gedankenfabrik hat neben Hamburg ein Büro im Coworking-Office WeWork im Herzen von Berlin im Sony Center.

Die Marken- und Innovationsberatung Gedankenfabrik hat neben Hamburg ein Büro im Coworking-Office WeWork im Herzen von Berlin im Sony Center.

Was für Tipps hast du für Leute, die deine Position anstreben? 

Wirklich viel Erfahrung in verschiedensten Bereichen zu sammeln, sei es im Marketing, im Vertrieb, bei Marken unterschiedlichster Branchen und Fachgebiete. Dabei kommt es auf eine gute Kombination aus traditionellen bzw. Digital-Unternehmen an, wenn möglich auch Startup Erfahrung. Mir hilft es, die Erfahrungen von Procter & Gamble, Google und Ebay verbinden zu können und angereichert mit Erfahrungen aus Start-ups wie radio.de neue Perspektiven für unsere Kunden zu entwickeln. Das ist ein wenig wie Zehnkampf, da sollte man auch keine Schwächen in einzelnen Disziplinen haben.

Welche Eigenschaft hilft dir in deinem Job am meisten? Warum?

Neugierde – sich freimachen für das kontinuierliche Entdecken des Neuen. Als Tipp würde ich hier die Auseinandersetzung mit China nennen. Das Land befindet sich in einem permanenten Wandel. Eine gewisse Gelassenheit, da man schon viel erlebt hat, hilft natürlich auch. Entscheidend ist aber ein solides Grundgerüst, um die Welt besser erklären zu können. Hierfür haben wir ein eigenes Marken-Nutzer-Innovations-Modell entwickelt. Das hilft enorm. Gerne mit Menschen umzugehen, ist eine weitere sehr wichtige Grundvoraussetzung.

Karl Krainer ist beruflich mehrmals im Jahr in China unterwegs und den neusten Innovationen auf der Spur. Auch im neuen Google-Office in Peking war er schon

Karl Krainer ist beruflich mehrmals im Jahr in China unterwegs und den neusten Innovationen auf der Spur. Auch im neuen Google-Office in Peking war er schon

Was ist dir an deinem Job am wichtigsten? Was macht am meisten Spaß?

Die Vielfalt an Themen und unterschiedlichen Anforderungen. Da wird einem nicht langweilig. Aber auch die Freiheit, sein eigenes Konzept weiterzuentwickeln und sein Wissen weitergeben zu können. Und natürlich auch das positive Feedback von Kunden.

Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei dir aus?

Jeder Tag ist anders. Richtig anders. Einzige Gemeinsamkeit ist das Reisen, denn ich bin häufig beim Kunden vor Ort. Dabei hilft die Bahncard 100 und die meist sehr produktive Zeit im Zug für das Vor- und Nachbereiten der Termine. Ansonsten gibt es viele Skype-Calls für die Abstimmung mit Kunden, Partnern und Kollegen.

Wie schätzt du die Karriereaussichten für diesen Beruf ein? Wie siehst du den Bedarf in zwei Jahren?

Aus zahlreichen Kundengesprächen sehe ich wirklich großen Bedarf, da eine holistische Beratung mit fundierten Kenntnissen von den etablierten Anbietern im Beratungs- und Agenturbereich kaum mehr richtig abgebildet wird. Das Thema Sparring auf C-Level-Ebene dürfte zusätzlich eine echte Marktlücke werden.

Auf seinen Geschäftsreisen begegnet Karl Krainer vielen Handelsinnovationen wie hier bei H&M. Das Modehaus lässt den Konsumenten mit dem Smartphone interagieren. Über das Schütteln des Geräts wird eine Promotion getriggert und mit Gamification verknüpft.

Auf seinen Geschäftsreisen begegnet Karl Krainer vielen Handelsinnovationen wie hier bei H&M. Das Modehaus lässt den Konsumenten mit dem Smartphone interagieren. Über das Schütteln des Geräts wird eine Promotion getriggert und mit Gamification verknüpft.

Welche drei Apps dürfen dir im Arbeitsalltag nicht fehlen?

Wunderlist hilft mir, meinen Tagesablauf zu organisieren. WeChat, wenn ich mal wieder in China unterwegs bin. Und in Zukunft verstärkt iMovie, da Bewegtbild immer wichtiger wird.

Vielen Dank für das Interview!

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

2 Gedanken zu „Fragen an der Front: Was macht eigentlich ein Chief Thinker?

    1. Tina BauerTina Bauer Artikelautor

      Hallo Bruno,

      Danke für den Hinweis. Die Frage müsste ja auch richtig lauten, welche drei Apps in seinem Arbeitsalltag NICHT fehlen dürfen.

      Viele Grüße,
      Tina

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.