Elon Musk: 5 Dinge, die du aus seiner Karriere lernen kannst

Er ist einer der größten Unternehmer unserer Zeit. Dafür bedarf es mehr als bloße Intelligenz. Was macht Musk richtig und wir nicht?

© Royal Society

Als der US-amerikanische Wirtschaftsjournalist Ashlee Vance 2015 seine Elon Musk-Biografie veröffentlichte, gewannen Leser einen ganz neuen Einblick in das Leben des Großunternehmers. Sie bietet eine sowohl sachliche als auch kritische Betrachtung des Schaffens eines der womöglich größten Köpfe unserer Zeit – und zeigt wie dieser Karriere machte. Im Folgenden nennen wir dir fünf Dinge, die du aus Elon Musks Werdegang lernen und für den eigenen mitnehmen kannst.

1. Zweifle nie an deinen eigenen Ideen

Was zunächst wie ein banaler Tipp klingen mag, den man bereits tausendfach gehört hat, ist einer der essenziellen Gründe für die Karriere von Musk. Wenn man sich seine größten Projekte genauer ansieht, wird man feststellen, wie lächerlich diese eigentlich scheinen. Sowohl der Bau von umweltbewussten Luxusautos als auch die Gründung eines privaten Raumfahrtunternehmens sind Ideen, welche zunächst belächelt wurden und die vollkommene Hingabe des dahinterstehenden Unternehmers erforderten. Selbst wenn alle Karten entgegen diesen Ideen standen, arbeitete Musk an ihnen weiter, mit einer nahezu unbeugsamen Sturheit. Anfang 2008 beispielsweise durchlief Tesla Motors eine enorme Krise, da das Unternehmen aufgrund der Entwicklung des Roadsters das Geld ausging. Zwar wurde bereits sehr viel Geld in die Verwirklichung von diesem investiert und unter normalen Umständen hätte man weiteres Kapital aufnehmen können, jedoch waren solche zu diesem Zeitpunkt nicht gegeben. Die meisten Autohersteller durchliefen zu dieser Zeit eine extreme Finanzkrise, weshalb sich keine Investoren finden ließen.

Sich der damals kleinen Erfolgschance von Tesla und des Roadsters bewusst, steckte Elon Musk nichtsdestotrotz sein gesamtes Vermögen in die Fertigstellung des Elektroautos. Nach eigener Aussage sah er für Tesla eine Erfolgschance von 10 Prozent, ließ sich davon allerdings nicht aufhalten. Er glaubte an seine Idee. Der Roadster erschien noch im selben Jahr und Tesla ist bis dato eine etablierte Marke, wenn diese auch bei neuen Plänen auf rote Zahlen stößt und erst seit Kurzem Gewinn macht. Weniger stark ist Tesla dadurch allerdings nicht.

Nach jahrelanger Entwicklung und anstehendem Ruin ist der Tesla Roadster endlich verkaufsfähig. © IFCAR

2. Finde deinen roten Faden

Wir arbeiten besser, wenn wir uns einer großen Sache verschreiben können, hinter der wir mit Leidenschaft stehen. Etwas, das uns begeistert und dem wir uns voll und ganz verschreiben können. Bereits in jungen Jahren befasste Elon Musk sich mit Dingen, denen er schließlich in seiner Berufslaufbahn nachging. Er brachte Modellraketen mit in die Schule und redete von der Besiedelung des Mars. Im Naturwissenschaftsunterricht fiel er auf, indem er für Solarstrom argumentierte, statt fossilen Brennstoffen, was in Südafrika damals eine regelrechte Seltenheit war. Und ein Mitschüler entsann sich, dass der heutige Unternehmer damals mit einem Klassenkameraden darüber diskutierte, ob Filialbanken obsolet seien und diese demnächst schon papierlos funktionieren könnten. Spulen wir einige Jahre vor und wir haben SpaceX, Tesla und Paypal, wenn auch Letzteres nicht mehr von Musk geleitet wird. Von seiner Kindheit an bis in die Gegenwart lässt sich also ein roter Faden bei Musk feststellen, der ein Ziel kennzeichnet, auf das er hinarbeitet. Dieser gibt ihm Ambition.

Wenn du deinen roten Faden gefunden hast, weißt du, ob du dich momentan der richtigen Sache widmest und somit deine Zeit angemessen investierst. Er zeigt, in welche Richtung du deine Karriere tragen willst, denn zu oft arbeiten wir Tag für Tag, fühlen uns in unserem Arbeitsfeld irgendwie richtig, wissen aber eigentlich gar nicht genau, wo es damit letztendlich hingehen soll. Musk hat dieses Problem nicht, da er jede Sekunde seiner Arbeit dem von ihm designierten, größeren Ziel widmet und somit immer weiter seinem eigenen roten Faden folgt.

3. Sich mit den richtigen Leuten umgeben

„Richtige Leute“ ist natürlich sowohl ein sehr vager Begriff als auch ein allumfassender. Ob Freunde, die einen in den eigenen Vorhaben unterstützen, Angestellte oder Mitarbeiter, die deine Visionen und Ideen teilen, Partner, die dich intellektuell fordern, etc. – die Auswahl ist groß. Letztendlich leben wir als Menschen in einem gesellschaftlichen Miteinander und bei so einer Vielzahl an Individuen gibt es solche, die dir helfen können und solche, die dich behindern, wenn auch nicht immer beabsichtigt. Das liegt schlichtweg in unserer Natur. Sofern man sich einer Sache verschreibt, ist es am Ende des Tages wichtig, dass das eigene Umfeld dies fördert. Als Elon Musk die Idee zu SpaceX kam, stand ein Umzug bevor und er entschloss sich bewusst für Los Angeles, da diese Stadt ihm Zugang zum Weltraum verschaffen sollte. L.A. ist ohnehin ein Zentrum der Luftfahrtbranche, auch die NASA ist hier vertreten.

Er wählte also nicht nur seinen Standort bewusst, sondern auch das dort existierende Mindset, denn im Zentrum der Luftfahrt sind natürlich auch mitunter die besten Aeronautik-Denker der Welt vertreten. Diese sollten Musk inspirieren und ihn herausfordern. Mit anderen Leuten in einem anderen Umfeld, hätte Musk womöglich SpaceX nicht dermaßen etablieren können. Ein Projekt in dieser Form bedarf ebenso der richtigen Leute, welche Elon Musk sich eigenhändig suchte. Hierbei traf er auch auf den zukünftigen Co-Founder von SpaceX, Tom Mueller.

Schon als Kind zerlegte Mueller den Rasenmäher seines Vaters und setzte ihn wieder zusammen. © Jon Rou/Loyola Marymount University

Pessimisten in der Gruppe sortierte Musk Stück für Stück aus, bis nur noch intelligente und talentierte Ingenieure blieben, mit denen der Unternehmer gemeinsam an SpaceX arbeitete. Auch in späteren Jahren, nach dem Erfolg von SpaceX, sucht der Gründer des Raumfahrtunternehmens eigenhändig talentierte Raketenwissenschaftler, bereitet spezielle Tests vor und lädt zu persönlichen Gesprächen. Elon Musk weiß, wie wichtig die richtigen Mitarbeiter und Angestellten sind und wie Menschen aufeinander wirken können. Sich mit den richtigen Leuten zu umgeben ist von enormem Wert.

4. Scheue dich nicht vor Wahnsinn

Als Ashlee Vance und Elon Musk erstmalig aufeinander treffen, stellt der Unternehmer dem Journalisten eine einfache Frage: „Glauben sie, dass ich verrückt bin?“ Er weiß, dass Viele ihn für verrückt halten und ist sich seiner eigenen Exzentrizität bewusst. Bereits in jungen Jahren wurde er damit konfrontiert, als die anderen Kinder mit Musk aufgrund seiner Eigenarten nicht spielen wollten und seine Mitschüler ihn mobbten. Früh begann Elon also zu verstehen, dass er anders ist, ein komischer Kauz. Maye Musk, Elons Mutter, sagte dazu Folgendes:

Ich glaube, dass Elon immer ein wenig anders war, aber auf eine sonderbare Weise. Damit hat er sich bei Gleichaltrigen nicht gerade beliebt gemacht. […] Mich als Mutter machte das sehr traurig, weil ich dachte, dass er Freunde haben wollte. [Seine Geschwister] Kimbal und Tosca brachten Freunde mit, Elon nicht, aber er wollte mitspielen. Aber wissen Sie, er war eigenartig.

Die Kindheit mag das erschweren, doch mittlerweile ist Musk generell als Exzentriker bekannt und er begrüßt das. Die Art und Weise, wie er die Welt wahrnimmt – welche vielen komisch scheinen mag -, hilft ihm sie auch zu beeinflussen. Er denkt genauso wissenschaftlich, wie er groß denkt, was es ihm ermöglicht sich so augenscheinlich wahnsinnige Ideen wie die Besiedlung des Mars mit ersten Erfolgen zu widmen. Elon scheut sich also weder vor seinem angeblichen Wahnsinn noch wahnsinnigen Ideen, sofern er sich davon Resultate versprechen kann. Wir alle haben unsere Eigenarten und Ideen, die teils irrsinnig erscheinen. Es ist wichtig zu wissen, diese als strategischen Vorteil auszuspielen – und die Arbeitswelt bietet sich dafür hervorragend an, denn hier kann Individualität und Eigenart für Erfolg stehen.

5. Du machst Fehler

Und wir alle wissen, dass wir Fehler machen. Man kann es dennoch nicht oft genug betonen, denn oftmals reflektieren wir über begangene Fehler nicht ausreichend oder ziehen ganz einfach die falschen Schlüsse. Musk sagt dazu schlichtweg, dass man nicht wissen kann, was man nicht weiß. In der Arbeitswelt, vor allem in Startups, werden wir oftmals mit unbekannten Situationen konfrontiert. Wir wissen nicht, wie diese zu handhaben sind und müssen es dementsprechend lernen. Fehler begehen ist hierfür ein essenzieller Beitrag, denn diese sind dafür der beste Lehrmeister. Mittlerweile mag der Unternehmer ein versierter CEO sein, doch war dem nicht immer so. Einen seiner größten Fehler musste er sich eingestehen, als ihm beim heutigen PayPal, damals X.com, seine Rolle als CEO abgesprochen wurde. Ein Vorfall, der sicher vermeidbar gewesen wäre, hätte Musk mehr über seine Zeit bei seinem ersten Startup, Zip2, reflektiert. Mittlerweile sagt er dazu Folgendes:

Ich hatte noch nie zuvor irgendein Team geleitet. Ich war nie Kapitän beim Sport oder bei sonst etwas und ich hatte noch nie auch nur eine einzige Person geführt. […] Einmal schrieb ein Typ eine Quantenmechanikgleichung, eine Quantenwahrscheinlichkeit, an das Whiteboard und er machte einen Fehler dabei. „Wie kannst du das schreiben“, fragte ich ihn und korrigierte die Gleichung. Danach hasste er mich. Irgendwann habe ich verstanden: „Gut, ich habe diese Sache jetzt vielleicht korrigiert, aber ich habe auch die Person unproduktiv gemacht“. Das war keine besonders gute Vorgehensweise.

Musk zieht demnach Schlüsse aus seinen Fehlern und beobachtet, wo Bedarf zur Verbesserung vorliegt. Selbiges wendet er auf die Konstruktion von Raketen und Tesla-Wagen an, um abschließend zu ermitteln, was funktioniert. Man könnte meinen, er sieht sich selbst als ein Programm oder eine Maschine, wo er Fehler im Quellcode beheben kann. Selbstoptimierung ist immer mit Vorsicht zu genießen, sofern man jedoch den Anstieg auf der Karriereleiter anstrebt, ist das Mittelmaß ebenso wenig ausreichend. Zu sehen, wo Verbesserungsbedarf bestehen könnte, ist wichtig, bringt allerdings auch immer einen langen Weg mit sich.

Fazit

Es ist schwierig, all diese Lektionen auf seine eigene Karriere oder das eigene Leben auf einmal anzuwenden. Am Ende des Tages funktionieren wir alle unterschiedlich und müssen selbstständig ermitteln, was wo Anwendung finden kann und wie effektiv es letztendlich ist, zumal wir auch allesamt mit anderen Voraussetzungen in der Arbeitswelt stehen. Nicht jeder hat Musks Verstand oder Ambition, aber andere Qualitäten hat man allemal. Diese in sein eigenes Arbeitsverhalten zu implementieren, um die eigene Wunschkarriere anzustreben, ist letztendlich das A und O und diese fünf Tipps, die man aus der Karriere von Elon Musk ziehen kann, helfen dabei sicherlich.

Über Toni Gau

Toni Gau

Toni Gau ist freischaffender Blogger, wobei sein Augenmerk auf Popkultur, Literatur und Storytelling liegt, mit eigens geschriebenen Geschichten zwischendrin. Nach dazugehörigem Studium setzt er hier nun seine Arbeit fort und schreibt seit März 2019 für OnlineMarketing.de

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