Digital Overlord, Chick Sexer & Retail Jedi – Die 16 skurrilsten Jobtitel und ihre Übersetzung

Die Bezeichnungen in Jobanzeigen werden immer absurder. Deshalb versuchen wir Licht ins Dunkle zu bringen – für alle Wizards, Ninjas und Evangelists da draußen.

© Jobfeed

Während der CEO längst Einzug in unseren täglichen Sprachgebrauch gefunden hat, gibt es zig andere Jobtitel, die uns Rätsel aufgeben. Meistens in der englischen Sprache verfasst, begegnen uns in Stellenanzeigen oder Lebensläufen immer häufiger Berufsbezeichnungen wie: Chief Experience Ambassador, Feel Good Manager oder ganz skurril – Chick Sexer. Die verrücktesten Jobtitel und deren Übersetzung wollen wir dir nicht vorenthalten. Doch zunächst soll kurz die Frage geklärt werden, wieso diese neuen Begrifflichkeiten überhaupt den Markt überfluten.

Ist die Globalisierung schuld?

Skurrile Jobtitel finden sich vor allem im Management und im digitalen Sektor. Dabei gilt es zwischen drei Kategorien zu unterscheiden: Erstens, Bezeichnungen, die einfach durch eine englische Begrifflichkeit verschönert wurden (Hausmeister = Facility Manager), zweitens, Beschreibungen, die wenig über die Stelle selbst verraten (Chief Experience Ambassador) und drittens, Titel, die einfach nur total verrückt klingen (Hard Core Project Polisher). Dieser interessante Sprachwandel am Arbeitsmarkt verwirrt Arbeitgeber sowie -nehmer gleichermaßen. Und eine Teilschuld ist wohl der Globalisierung zuzuschreiben. Denn viele Unternehmen sind über die Jahre immer internationaler geworden. Ursprünglich sollten englische Jobtitel die Kommunikation mit weltweiten Partnern vereinfachen.

Das Problem an der Sache ist, dass sich diese Entwicklung inzwischen verselbstständigt hat. Um hervorzustechen, werden in Stellenanzeigen und Lebensläufen immer verrücktere Bezeichnungen verwendet, um sich so von der Masse abzuheben. Inzwischen gibt es sogar Online-Tools, die als „Job Title Generator“ fungieren und die verwirrendsten Bezeichnungen ausspucken. Dabei soll die Bezeichnung eines Berufs eigentlich Aufschluss darüber geben, um welches Tätigkeitsfeld es sich handelt und welche Qualifikation erforderlich ist. Verwirrung ist also vorprogrammiert und besonders langjährige Berufler haben Probleme mit den neuen Bezeichnungen.

Die 16 skurrilsten Jobtitel – plus Erklärung

In der folgenden Liste findest du Berufsbezeichnungen zu den oben genannten Kategorien 1 und 2. Heißt, einige der hier aufgeführten Jobtitel begegnen dir häufig im Alltag, haben aber wenig Aussagegehalt. Andere wiederum wirken schlichtweg seltsam.

 

Jobtitel

Übersetzung/Aufgabe

Chief Experience Ambassador

 

Repräsentant. Titel von Julian Kramer bei Adobe. Sprachrohr zwischen Kunden und Marketingabteilung. Technischen Fachjargon übersetzen. Interne und externe Kommunikation.

 

Feel Good Manager

 

Nachhaltige Verbesserung der Arbeitsverhältnisse und Integration der Bedürfnisse von Arbeitnehmern.

 

Director of First Impressions

 

Rezeptionist/-in
Chick Sexer

 

Jemand, der das Geschlecht von Hühnern bestimmt (nein, kein Scherz)
Digital Overlord

 

Website Manager/-in
Wizard of Light Bulb Moments

 

Marketing Manager/-in
Associate to the Executive Manager of Marketeering and Conservation efforts

 

Assistent/-in
Grand Master of Underlings Deputy Manager = stellvertretender Manager/-in

 

Accounting Ninja

 

Manager/-in im Bereich Buchhaltung/Finanzen
Retail Jedi Mitarbeiter/-in im Einzelhandel

 

Beverage Dissemination Officer Barkeeper/-in

 

Chief Chatter Manager/-in im Call Center

 

Crayon Evangelist Grafikdesigner/-in

 

New Media Guru

 

Manager/-in im digitalen Marketing
Project Meanie Jemand, der darauf achtet, dass alle Mitarbeiter ihre Termine und Deadlines einhalten
Chief Troublemaker CEO

 

Rockstar, Ninja oder Wizard – Wer bist du?

Die oben aufgeführten Begriffe finden sich besonders häufig in Stellenanzeigen wieder. Es wäre ja auch zu langweilig, einfach Sales Manager zu schreiben. Da klingt der Superior Sales Rockstar doch viel schnittiger – oder? Die Jobplattform Jobfeed hat Stellenanzeigen in Europa analysiert und miteinander verglichen. Dabei wurde festgestellt, dass in den Niederlanden besonders gern Tiernamen in den Jobtiteln vorkommen. Andere Länder bevorzugen dahingegen eher Begriffe wie Champion, Star, Evangelist oder Guru. Besonders exzessiv nutzen Frankreich und Großbritannien diese Art der Jobtitel. Doch auch in Deutschland finden sie sich immer häufiger. Die folgende Grafik zeigt, welche Begriffe am häufigsten je nach Land verwendet werden und hat dazu auch noch Beispiele aus realen Stellenanzeigen:

© Jobfeed

Die neuen Jobtitel gehören längst zu unserem Alltag

Und so skurril und verwirrend die obigen Bezeichnungen auch klingen, wir werden sie nicht mehr los. Nicole M. Pfeiffer, Finanzvorstand des Deutschen Managerverbands, ist der Meinung, dass die große „Phase der Verwirrung“ sowieso längst vorbei ist. Heißt, die meisten von uns hätten sich längst an die neuen Jobtitel gewöhnt. Das mag auch auf einige von diesen zutreffen. Accounting als Buchhaltung und Human Resources als Personalabteilung sind den meisten Arbeitnehmern bekannt. Und auch die direkten Jobbezeichnungen, die Hierarchie ausdrücken, kennen viele. Deshalb hier nochmal eine kleine Übersicht der gängigen Jobtitel:

CEO (Chief Executive Officer) Geschäftsführer, oberstes Glied der Hierarchie
Vice Presidents Ressortleiter
Head of […] Leitung eines bestimmten Segments, Finanz- und Personalverantwortung
Manager/-in Abteilungsleiter
Associate Spezialist in einem bestimmten Feld
Junior Einsteiger
Senior Jemand mit viel Erfahrung und Verantwortung

Liest du also in einer Stellenanzeige eine der in der Tabelle genannten Bezeichnungen, kannst du daran ableiten, um welche Art von Position es sich bei dem Job handelt. Doch auch wenn diese Begrifflichkeiten inzwischen Alltag sind, scheinen Wizards, Ninjas und Co. immer noch wenig aufschlussreich und verwirrend zu sein. Experten raten Unternehmen daher davon ab, zu skurrile Jobtitel zu verwenden oder zumindest in der Anzeige selbst dann zu spezifizieren, um welche Tätigkeiten es sich handelt. Und solltest du selbst einmal beim besten Willen nicht verstehen, was eine Berufsbezeichnung meint, dann frag einfach nach. Die meisten werden dir deine Neugier nachsehen und dir gern mehr Informationen geben.

Zugegeben, das Verfassen dieses Artikels hat mich nachdenklich gestimmt. Bin ich wirklich nur eine Redakteurin? Oder vielmehr ein eine Superior Wording Witch? Grandmistress of Digital Journalism? Creative Alphabet Ninja? Vielleicht sollte ich vor meiner nächsten Bewerbung noch einmal darüber nachdenken. Wie steht es mit dir? Bist du auch schon über absurde oder witzige Jobtitel gestolpert? Oder trägst vielleicht selbst einen solchen? Dann lass es uns in den Kommentaren wissen.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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