Dein persönlicher USP: Wie du die richtigen Hard und Soft Skills für den Lebenslauf findest

Nur rund sechs Sekunden dauert es, bis ein Personaler deine Bewerbung gesichtet hat. Du solltest den Inhalt deines Lebenslaufes daher mit Bedacht wählen.

© Daria Nepriakhina - Unsplash

Es war eine Studie aus dem Hause „The Ladders“, welche kürzlich Schlagzeilen machte: Nur rund sechs Sekunden braucht ein geübter Recruiter, um sich einen ersten Eindruck von einem Lebenslauf zu verschaffen. Und da der erste Eindruck bekanntlich bleibend ist, können diese sechs Sekunden bereits über den Erfolg oder Misserfolg deiner Bewerbung entscheiden. Es ist daher die falsche Strategie, so viele Qualifikationen, Berufserfahrungen & Co. wie möglich in deinen Lebenslauf zu packen und den Personaler durch Quantität überzeugen zu wollen. Stattdessen kommt es auf die Qualität an, sprich auf wenige, gezielt ausgewählte und einzigartige Skills, welche auf den ersten Blick ins Auge springen und damit in diesen ersten sechs Sekunden einen positiven Eindruck hinterlassen. Es geht um das Stichwort: Alleinstellungsmerkmal. Art Markman erklärt auf Fast Company, wie du dieses findest und dadurch deine Hard und Soft Skills für den Lebenslauf „richtig“ auswählst.

Nur, wer gegen den Strom schwimmt, sticht aus der Masse heraus

Beim Bewerbungsprozess kommt es prinzipiell nur auf eine Sache an: aus der Masse herausstechen – und zwar positiv. Ziel ist es, im Recruiter den Wunsch zu wecken, dich persönlich kennenzulernen und anschließend einzustellen. Doch wie klappt das in gerade einmal sechs Sekunden?

Laut Art Markman kommt es in erster Linie auf die richtige Auswahl jener Skills an, welche du in deinen Lebenslauf aufnimmst. Hierzu gehören einerseits deine Hard Skills, also deine durch eine Ausbildung, durch Berufserfahrungen oder Fort- und Weiterbildungen erworbenen Fähigkeiten und Qualifikationen, zum Beispiel den Umgang mit gewisser Software. Andererseits werden aber auch die sogenannten Soft Skills immer wichtiger, sprich persönliche Charaktereigenschaften wie Empathie, Organisationstalent oder eine exzellente Kommunikationsfähigkeit. Keine Frage: Jeder Mensch verfügt über eine Menge dieser Soft und Hard Skills als Ergebnis seiner individuellen Talente, Stärken, Erfahrungen, Ausbildung und und und… Wie also kannst du jene herausfiltern, welche für die Stelle wirklich relevant sind, dem Personaler ins Auge stechen und daher unbedingt in deinen Lebenslauf sollten?

Der rote Faden ist das A und O jeder Bewerbung

Es kommt also nicht darauf an, all deine Fähigkeiten aufzulisten und den Leser deines Lebenslaufs mit diesen Informationen metaphorisch zu erschlagen. Stattdessen musst du deinen individuellen roten Faden finden, der sich durch deine gesamte Bewerbung zieht, vom Anschreiben über den Lebenslauf bis hin zu Zeugnissen und weiteren Anlagen. Die beste Orientierung stellt hierfür die Stellenanzeige dar, auf welche du dich bewirbst. Diese gibt dir bereits wertvolle Anhaltspunkte bezüglich wichtiger und weniger wichtigen Informationen.

Zur Klarheit ein kurzes Beispiel: Wenn du dich als Krankenschwester bewirbst, dürfte es von wenig Interesse sein, dass du eine handwerkliche Ausbildung als Mechatronikerin absolviert hast. Und für einen Ingenieur ist es wohl kaum einzigartig, wenn er die gängigen Microsoft Office Programme beherrscht. Stattdessen brauchst du ein Argument, welche perfekt auf die ausgeschriebene Vakanz zugeschnitten ist und dich dennoch von der Masse abhebt. Hier ist es wieder, das Stichwort „Alleinstellungsmerkmal“. Während also viele Bewerber den Fehler machen, sämtliche relevanten und irrelevanten Soft Skills sowie Hard Skills in ihrem Lebenslauf aufzulisten, sollte sich dein Alleinstellungsmerkmal wie ein roter Faden durch deine Bewerbung ziehen und dadurch aus der Masse herausstechen. Dem Recruiter sollte bereits nach den ersten sechs Sekunden klar sein, dass und weshalb du die beste Besetzung für die vakante Position bist.

In vier Schritten zu deinem Alleinstellungsmerkmal

Schön und gut, denkst du dir jetzt, aber wie finde ich dieses Alleinstellungsmerkmal? Auch hierfür liefert Markman die passende Antwort in vier Schritten. Nimm dir einen Stift sowie ein Blatt Papier zur Hand – oder moderner: Öffne das Schreibprogramm auf deinem PC – und schreibe folgende Punkte nieder:

  1. An welchen Projekten hast du in der jüngeren Vergangenheit gearbeitet? Such dir ein bis zwei der größten und erfolgreichsten Stationen deines bisherigen Berufslebens aus.
  2. Welche waren bei diesen Projekten die größten Herausforderungen?
  3. Wie hast du diese Hindernisse überwunden und welche individuellen Fähigkeiten, Talente oder Qualifikationen hast du dafür zum Einsatz gebracht? Hierbei kann es sich sowohl um Hard Skills als auch um Soft Skills handeln.
  4. Inwiefern hängen diese vergangenen Projekte mit der vakanten Stelle zusammen und welche Vorteile bringen deine persönlichen Skills daher für die potenzielle zukünftige Position?

Wenn du also erörtert hast, was du besonders gut kannst und inwiefern das für die Stellenausschreibung von Relevanz ist, hast du dein Alleinstellungsmerkmal und damit das überzeugendste Argument für deine Bewerbung gefunden. Genau dieses Argument ist es demnach, welches den roten Faden deiner Unterlagen und damit auch deines Lebenslaufes bilden sollte. Am besten, du gibst deine Bewerbung vor dem Absenden deiner Familie, Freunden oder Bekannten zum Lesen und fragst sie nach sechs Sekunden, welche Informationen ihnen ins Auge gestochen und im Gedächtnis geblieben sind. Handelt es sich dabei um dein Alleinstellungsmerkmal, hast du beim Inhalt und Layout deines Lebenslaufes alles richtig gemacht und bist deinem Traumjob dadurch einen großen Schritt nähergekommen. Manchmal ist weniger eben doch mehr.

Welche weiteren Tipps zum Thema Lebenslauf oder Alleinstellungsmerkmal in der Bewerbung hast du?

Über Annina Frey

Annina Frey

Karriere & Jobs ist das Department, in welchem Annina Frey sich zuhause fühlt: Work-Life-Balance, Psychologie, Bewerbungen oder auch die Generation Y sind nur einige der Gebiete, mit welchen sich die studierte Medienwirtschaftlerin für die Onlinemarketing.de-Redaktion auseinandersetzt - mit viel Knowhow, wissenschaftlicher Recherche, eloquentem Schreibstil und dem ein oder anderen Augenzwinkern. An spannenden Themen mangelt es der freien Redakteurin jedenfalls nicht.

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