Bewerbungsgespräche 2018: Auf diese Jobinterview Trends solltest du dich vorbereiten

Finden Bewerbungsgespräche demnächst in VR statt? Eine LinkedIn-Studie gibt die Antwort und erklärt, wie du mit den Neurungen im Jobinterview umgehen solltest.

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Unsere Zeit wird durch einen steten technischen Wandel dominiert, der auch vor traditionellen Bewerbungsverfahren nicht Halt macht. LinkedIn führte im Rahmen dessen eine weltweite Befragung mit 9000 Personalmanagern und Recruitern durch, deren Ergebnisse zeigen, welche Trends 2018 den Einstellungsprozess besonders beeinflussen: Diversität, Daten, Künstliche Intelligenz und neue Interviewing Tools. Doch wer fürchtet, alles wird anders, kann beruhigt sein.

Das traditionelle Bewerbungsgespräch erfreut sich immer noch großer Beliebtheit bei den meisten Personalern. Jedoch kritisieren eben diese, dass in den Gesprächen häufig die Soft Skills nicht richtig beurteilt werden können. Daher wird zu neuen Mitteln gegriffen, um den Bewerbern genaustens auf den Zahn zu fühlen.

Die neuen Instrumente

Ein Bewerber muss im Interview immer neutral bewertet werden. Dies ist aber leichter gesagt als getan, weil ein Personaler auch nur ein Mensch ist. Ein gewisses Schubladendenken kann daher nicht abgestellt werden und unbewusst werden Personen kategorisiert. So hat ein sehr charismatischer Bewerber häufig bessere Chancen eine Stelle zu bekommen, selbst wenn seine Qualifikationen denen anderer nachstehen.

60% der Personaler sagen, dass sie in Bewerbungsgesprächen die Soft Skills nicht erkennen können.

Personalmanager sind sich dieses Problems durchaus bewusst und greifen daher zu neuen Instrumenten, die alle Facetten der Bewerber offenbaren und für mehr Fairness sorgen sollen. Besonders beliebt sind gezielte Soft Skill Assessments oder ein lockeres Bewerbungsgespräch in einem Café statt im Büro. Experimenteller wird es mit Hilfe von Virtual Reality: In manchen Unternehmen wird der Bewerber mit Hilfe einer VR-Brille in das Geschehen des Büroalltags befördert und muss beweisen, wie er sich verschiedenen Herausforderungen stellt.

Verhaltenstests durch gezielte Fragestellungen

Soft Skills lassen sich am besten durch die Beobachtung deines Verhaltes in bestimmten Situationen beurteilen. Häufig sind Fragen in Bewerbungsgesprächen daher so gestellt, dass sie dich in ein Szenario werfen und du beschreiben musst, wie du handeln würdest. Da diese Methode immer häufiger angewandt wird, ist es wichtig, dass du gut darauf vorbereitet bist. Direkte Beispielfragestellungen sind: „Erzählen sie mir von Ihrem letzten Rückschlag und wie Sie damit umgegangen sind“, oder „Erzählen Sie mir von Ihrer letzten Teamarbeit, bei der Sie Probleme hatten, alle auf denselben Nenner zu kommen. Wie haben Sie dabei gehandelt?“. Aber egal um welche Art von Frage es sich handelt, wichtig ist, dass du dir die drei Bestandteile einer erfolgreichen Antwort merkst:

1. Substanz: Nimm dir ruhig etwas Zeit, um dir eine passende Geschichte zu überlegen. Diese sollte natürlich wirklich passiert sein und bestenfalls aus deinem bisherigen Berufsleben stammen. Als Neueinsteiger kannst du natürlich auch auf Studium oder Ausbildung Bezug nehmen. Wichtig ist, dass die Story auf die Fragestellung passt und dich und deine Soft Skills im guten Licht dastehen lässt.

2. Struktur: So schlicht es auch klingt, du sollst eine Geschichte erzählen. Und jede Erzählung braucht Struktur. Versuche daher dich auf die wichtigsten Punkte zu fokussieren und bombardiere dein Gegenüber nicht mit nebensächlichen Details. Außerdem arbeite den Verlauf chronologisch ab und springe nicht vom Anfang zum Ende und dann wieder zurück in den Mittelteil. Deine Geschichte soll interessant und nicht zu lang sein.

3. Stil: Dieser Punkt gilt genaugenommen für das gesamte Bewerbungsgespräch, denn es geht um deine Erzählweise. Achte darauf selbstbewusst zu klingen und natürlich zu wirken. Auch an den richtigen Stellen Humor zu zeigen, ist nicht verkehrt. Als Übung hierfür kannst du auf altbewährte Tipps zurückgreifen und dein Bewerbungsgespräch vor dem Spiegel oder Verwandten und Freunden vorspielen.

Die wichtigsten Skills 2018

Die Skills, die in diesem Jahr am gefragtesten sein werden, sind Führungsqualitäten, Kommunikation, Zusammenarbeit und Zeitmanagement. Schickst du eine Bewerbung ab, ist es oft kein Mensch, der sich als erstes mit dieser auseinandersetzt, sondern ein Programm. Dein Anschreiben und Lebenslauf werden auf bestimmte Schlagworte untersucht und sind diese nicht vorhanden, wirst du aussortiert.

Deshalb ist es umso wichtiger die passenden Soft Skills für den Job in den Vordergrund zu stellen. Bist du dir nicht sicher, welche Kompetenzen im angestrebten Berufsfeld von Vorteil sind, kannst du dich an anderen Berufstätigen deiner Branche orientieren. Am besten schaust du dir passende Profile auf Netzwerken wie LinkedIn oder XING an. Im Bewerbungsgespräch selbst solltest du dann genauer auf die in der Bewerbung erwähnten Skills eingehen. Versuche dabei diese im Zusammenhang mit ausgewählten Situationen darzustellen. So kannst du dem Personaler viel mehr mitteilen als mit einer plumpen Aussage wie: „Ich bin sehr belastungsfähig.“

Insiderwissen zu deinem Vorteil nutzen

Eine weitere gute Idee ist es, mit Personen zu reden, die bereits in deinem angestrebten Berufsfeld tätig sind. Sie können dir nützliche Informationen geben und außerdem erklären, was von dir erwartet wird. Das wiederum kannst du nutzen, um im Bewerbungsgespräch genau die richtigen Skills in den Fokus zu setzen.

Wie du siehst, musst du tatsächlich nicht fürchten, dass Bewerbungsgespräche eine 180-Grad-Wende machen. Und wenn du dich an den genannten Tipps orientierst und lernst deine Soft Skills richtig in den Fokus zu setzen, dann steht deinem beruflichen Erfolg auch 2018 nichts im Wege.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Michelle Winner studiert Anglistik und Germanistik an der Uni Hamburg. Nachdem sie in einer Lokalzeitung und im Eventbereich Erfahrungen gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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