„Erzählen Sie mir etwas über sich selbst!“ – Wie du diese Frage im Bewerbungsgespräch perfekt meisterst

Die Selbstdarstellung wird in fast jedem Jobinterview verlangt. Wie du häufige Fehler vermeidest und dich im rechten Licht dastehen lässt.

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Ratgeber für das perfekte Bewerbungsgespräch gibt es zu Hauf und oft werden dort auch die häufigsten Arten von Fragen aufgelistet. Eine von diesen ist besonders gefürchtet, weil sie so einfach erscheint und doch so schwer zu beantworten ist:

Erzählen Sie mir etwas über sich selbst!

Als Bewerber kannst du fast mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, diese Frage gestellt zu bekommen, erklärt Eva Bianka Zubek, VP von CultureTrip, die selbst unzählige Interviews geführt hat. Umso erschreckender ist es für sie, dass ca. 90 Prozent der Bewerber mit ihren Antworten völlig daneben lagen. Daher erklärt sie in einem Artikel auf Medium die drei häufigsten Fehler bei der Beantwortung der Frage und wie man sich passend auf sie vorbereitet.

Du wiederholst deinen Lebenslauf

Die Frage zielt darauf ab, hinter deine schriftlichen Bewerbungsunterlagen zu sehen und dich als Mensch kennen zulernen. Wer bist du und was treibt dich an? Trotzdem beginnen die meisten Bewerber direkt damit, ihren Lebenslauf nachzuerzählen und ihre tollen Positionen und großen Verantwortungen in vorherigen Jobs zu erläutern. Ein völlig unnötiger Schritt, schließlich ist deinem Gesprächspartner dein Lebenslauf bereits bekannt und hätte er präzisere Fragen dazu, würde er diese später noch stellen.

Natürlich solltest du bei Beantwortung der Frage professionell bleiben, doch bei den meisten Bewerbungen ist inzwischen neben der Expertise auch Individualität gefragt. Bei deiner Antwort kannst du diese perfekt unter Beweis stellen. Was ist dein persönlicher USP?

Infografik: Der Weg zum neuen Job | Statista

Du erzählst zu viel und zu privat

Auch wenn du etwas deiner Persönlichkeit preisgeben sollst, werde in deiner Antwort nicht zu persönlich. Du hast ein außergewöhnliches Hobby oder einen Zeh zu viel? Interessant, aber völlig irrelevant für dein Bewerbungsgespräch. Abgesehen davon sind auch keine ellenlangen, weltverändernden Reden gewünscht. Zubek erzählt, dass die Bewerber mit der Beantwortung dieser einen Frage im Schnitt sieben Minuten eines 45 Minuten Interviews rauben. Diese Zeit benötigt sie eigentlich für andere Fragen auf ihrer Liste.

Für einen Interviewer ist diese Situation ungemein schwer, da man die Kontrolle über das Gespräch zurückgewinnen möchte, es jedoch unhöflich wäre den Bewerber während seiner Selbstdarstellung zu unterbrechen. Schließlich beschreibt dieser gerade seine besten Eigenschaften und Fähigkeiten. Daher ist Zusammenfassung das Zauberwort. Versuche die Antwort kurz zu halten, andernfalls droht das Risiko einer Unterbrechung. Und diese kann dich gewaltig aus dem Konzept bringen und das gesamte Gespräch ruinieren.

Du vermittelst ein falsches Bild von dir

Häufig wissen die Bewerber nicht, was sie bei der Beantwortung dieser Frage eigentlich vermitteln wollen. Wie soll ein Interviewer deine Kernkompetenzen aus einem minutenlangen Monolog herausfiltern? Noch schlimmer ist es aber, wenn deine Selbstdarstellung einer Laudatio gleicht. Erläutere deine Qualitäten und sei überzeugt von deinen Stärken, passe jedoch auf nicht arrogant zu wirken.

Umgekehrt besteht auch das Risiko nicht genug Selbstbewusstsein zu zeigen. Zubek bekam in ihren Bewerbungsgesprächen oft den Eindruck, dass die Bewerber nicht zufrieden mit sich und ihren Lebensentscheidungen waren. Abtuende Gesten wie ein Schulterzucken am Ende verstärkten diesen Eindruck noch.

Wie kannst du die genannten Fehler vermeiden?

Zunächst kannst du mit größter Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass diese Frage gestellt werden wird. Also kannst du dich Zuhause perfekt darauf vorbereiten. Übe die Antwort vor deinem Spiegel und stoppe die Zeit dabei. Am besten versuchst du nicht länger als 3 Minuten zu reden. Das klingt vielleicht wenig, doch in diese Zeitspanne passen eine Menge wichtiger Informationen. Den Text kannst du auswendig lernen und wenn nötig immer wieder Teile davon wegstreichen oder umschreiben.

Überlege genau wie die Informationen, die du gibst, deine Persönlichkeit, aber auch deine Qualitäten hervorheben und schaue, wie schon erwähnt, über den Rand des Lebenslaufs hinaus. Außerdem ist es wichtig, dass nicht nur der Interviewer, sondern auch du selbst genau weißt, was dich einzigartig macht. Zubek empfiehlt sich ein Szenario vorzustellen: Du triffst den interessantesten Menschen der Welt und musst dich ihm in einem Elevator Pitch vorstellen. Welche deiner Eigenschaften könnte dich so interessant erscheinen lassen wie die Person?

Fühlst du dich jetzt vorbereitet? Wenn du versuchst die in diesem Artikel erklärten Fehler zu vermeiden, sollte einer erfolgreichen Selbstdarstellung nicht mehr viel im Wege stehen.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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