“Die Zukunft ist nicht digital” – Worauf es bei Bewerbungen in der Onlinebranche ankommt

Wir beleuchten, worauf es bei Führungskräften in der Digitalbranche wirklich ankommt. Heute gibt uns Harald R. Fortmann, geschäftsführender Gesellschafter bei der Personalberatung D-Level, Einblicke.

Harald R. Fortmann, geschäftsführender Gesellschafter bei D-Level

D-Level ist eine der führenden Personalberatungen für Fach- und Führungskräfte mit ausgewiesener Digitalexpertise und als erste Full-Service HR-Beratung am Markt positioniert. Das bedeutet, dass neben der Suche und Besetzung von Digital-Talenten auch unsere Kunden umfassend rund um den Transformationsprozess beraten werden. Vom Pre- bis zum Onboarding, von der internen Qualifizierung bis zu Management Schulungen. D-Level betreut Start-Ups ebenso wie Mittelständler und Konzerne – alle eint der Bedarf an Digital-Talenten.

Harald R. Fortmann ist geschäftsführender Gesellschafter bei D-Level und inzwischen seit über zwei Dekaden in der Digitalwirtschaft tätig. In den 90ern war er selbst als Gründer unterwegs, später hat er in den USA und Europa als Geschäftsführer verschiedener Unternehmen gearbeitet, unter anderem für AOL Deutschland und Pixelpark. Seit 2003 widmet sich Fortmann dem Thema Bildung und Personalentwicklung im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), bei dem er zehn Jahre im Präsidium war und nun seit zwei Jahren als Botschafter Zukunft der Arbeit unterwegs ist. Daher lag es für ihn nah, 2013 in die Personalberatung einzusteigen.

Interview mit Harald R. Fortmann, geschäftsführender Gesellschafter bei D-Level

OnlineMarketing.de: Was sind typische Fehler bei einer Bewerbung?

Harald R. Fortmann: Ein Lebenslauf, der augenblicklichen Augenkrebs verursacht und ein Foto, das in unser Dossier der hässlichsten Bewerbungsfotos aufgenommen wird.
Viele Bewerber geben sich heute keine Mühe bei ihrem Lebenslauf und das, obwohl es mit Tools wie lebenslauf.com ja auch für die Unbegabtesten Hilfsmittel gibt sich gut darzustellen. Indikationen zu den einzelnen Tätigkeiten bei den verschiedenen Stationen, insbesondere auf die abgefragten Merkmale hin, ebnen den Weg in das persönliche Gespräch wo ein Kandidat punkten kann. Aktuelle und angemessene Bewerbungsfotos kosten heute nicht mehr die Welt – aber für den Job, der einen die nächsten Jahre begleiten soll, sollte man Willens sein ein paar Euro für einen Fotografen auszugeben und lieber die Partyfotos auf Instagram posten.

Welche Rekrutierungskanäle nutzt ihr?

Als Personalberatung arbeiten wir ausschließlich mit der Direktansprache von Kandidaten. Hierfür nutzen wir natürlich auch die Plattformen wie XING, LinkedIn, etc.

Wie sieht ein typischer Bewerbungsprozess bei euch aus?

Hier müssen wir natürlich vom Prozess für Kunden unterscheiden. Wenn es um unsere Leute geht, dann gehen wir vor allem in den Dialog. Es geht nicht um das Abfragen von Kenntnissen, sondern um ein Gefühl, dass man zusammenpasst. Wir brauchen bei unseren Leuten ein tiefes Verständnis für die Digitalwirtschaft und digitale Produktentwicklung, gepaart mit einem echten Interesse für Menschen und einer Spur Vertriebsgespür und schon hat man den perfekten Personalberater.

Verrate mir ein Geheimnis: Wie kann dich ein potentieller Bewerber besonders beeindrucken?

Digital Enthusiasmus. Das ist die Erfolgsgrundlage für jeden Mitarbeiter, der Teil der Digitalen Transformation unserer Gesellschaft sein möchte. Wenn ich die bei jemanden spüre, bekommen wir alles weitere hin. Und bitte keine Floskeln wie „Digital ist die Zukunft“. Zum einen ist es die Gegenwart und zum anderen, zeigt mir bitte auf, was es ist, das euch an der Digitalisierung der Gesellschaft, Industrie, Bildung, etc. begeistert.

Harald R. Fortmann ist auch erfolgreich als Speaker und Moderator tätig

Gab es einmal einen Moment in einem Bewerbungsgespräch, der dich sprachlos gemacht hat?

Nicht wirklich, so schnell bekommt man das bei mir nicht hin – dafür habe ich in meinen 22 Jahren Berufserfahrung einfach schon zu viel gesehen… Sprachlos war ich nur am Anfang dieses Jahres als ein Mitarbeiter, der dermaßen über seinen bisherigen Arbeitgeber gelästert hatte, sich dann doch entschieden hat, dorthin zurück zu kehren und einfach seinen Job nicht angetreten hat. Telefonisch konfrontiert, sagte er „Das musst Du doch verstehen.“. Nein, muss ich nicht und habe ich nicht. Was ich hieraus gelernt habe, ist, tatsächlich bei Menschen, die an ihrem vorherigen Arbeitgeber kein gutes Haar lassen, noch misstrauischer zu sein, als ich schon war.

Was macht euer Unternehmen aus und warum sollte man bei euch anfangen zu arbeiten?

D-Level arbeitet am Kern der digitalen Transformation von Gesellschaft und Industrie. Wir helfen Unternehmen, ihre Zukunft zu gestalten und bringen Fach- und Führungskräfte in einen neuen spannenden Job. Da wir uns sehr viel Mühe im Vorhinein mit der Qualifizierung der Positionen geben und unsere Kandidaten sehr eng begleiten, vergleiche ich uns immer gerne mit einem Standesbeamten. Meistens wird es nicht die Ehe fürs Leben – aber Kandidat und Arbeitgeber sollen auf eine tolle Zeit zusammen zurückschauen können. Dazu haben wir in unserem Hamburger Büro einen Paternoster – das verbindet so herrlich die Vergangenheit mit der Zukunft.

Vielen Dank für das Interview, Harald!

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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