Arbeitszeitwünsche – So viel möchten die Deutschen arbeiten

Das Statistische Bundesamt hat veröffentlicht, wie es um die Arbeitszeitbedürfnisse der Deutschen steht – die Ergebnisse sind überraschend.

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2018 führte Destatis eine Umfrage durch, aus der hervorgehen sollte, was für Arbeitszeitwünsche deutsche Bürger haben. Das Ergebnis: 2,2 Millionen Menschen zwischen 15 und 74 Jahren möchten mehr arbeiten (Unterbeschäftigte) und nur 1,4 Millionen weniger (Überbeschäftigte). Es wurde zwischen Teilzeit- und Vollzeitarbeitern unterschieden, zwischen biologischen Geschlecht und Alter und natürlich der geographischen Lage in Deutschland. (Hier aufgeteilt in ehemaligen Westen: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein; Osten: Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen.)

Teilzeit und Vollzeit

Als Teilzeitmitarbeiter arbeitet man in der Regel 20,0 Stunden pro Woche, Vollzeitbeschäftigte hingegen arbeiten ungefähr 41,4 Stunden in der Woche. Überbeschäftigte mit einer Wochenarbeitszeit von 41,6 Stunden möchten im Durchschnitt 10,8 Stunden weniger arbeiten und Unterbeschäftigte mit einer Wochenarbeitszeit von 28,9 Stunden wollen 10,6 Stunden mehr leisten.

Großer Unterschied zwischen Geschlechtern und Regionen

Allgemein ist der Anteil von Frauen, die mehr arbeiten wollen, sowohl im Westen als auch im Osten, geringer als der Anteil an Überbeschäftigten Männern. Vollzeitbeschäftigte Männer im Westen (-11,5  h) wollen ihre Stunden stärker kürzen als diese im Osten (-10,3 h). Dabei bleibt zu vermerken, dass die durchschnittliche Wochenarbeitszeit für Männer im Westen bei 42,0 Stunden liegt und die der Männer im Osten nur bei 41,5. Vollzeitbeschäftigte Frauen im Westen arbeiten 40,3 Stunden, im Osten 40,1, und wünschen sich respektiv -11,2 Stunden und -9,5 Stunden weniger Arbeitszeit pro Woche. So ist der Wunsch nach verringerter Zeit am Arbeitsplatz allgemein im Westen höher als im Osten.
Bei den Teilzeitarbeitern mit dem Wunsch, mehr zu arbeiten, ist dass alles noch ein wenig anders. Im Westen und im Osten wünschen sich die Männer +16,9 Wochenstunden, bei den Frauen liegt auch nur einen kleiner Unterschied vor (Westen/Osten- +12,0/+12,7 Stunden). Im Westen sind teilzeitbeschäftigte Frauen seltener und weniger dazu geneigt, mehr Arbeitszeit zu verlangen.

Welche Fragen wurden den Teilnehmern gestellt?

Folgende Fragen wurden gestellt: Unterbeschäftigten, also Arbeitern, die den Wunsch nach mehr Arbeitszeit hegen und dafür auch zur Verfügung stehen, wurden folgende Fragen gestellt:

  • „Würden Sie gerne mit entsprechend höherem Verdienst Ihre normale Wochenarbeitszeit erhöhen?“
  • „Könnten Sie innerhalb der nächsten 2 Wochen beginnen, mehr Stunden als bisher zu arbeiten?“

Überbeschäftigten, die gerne weniger Wochenarbeitsstunden hätten und dafür auch das geringere Gehalt in Kauf nehmen würden, stand diese Frage zur Verfügung:

  • „Würden Sie gerne mit entsprechend niedrigerem Verdienst Ihre normale Wochenarbeitszeit verringern?“

Zur wöchentlichen Arbeitszeit zählen übrigens sowohl Haupt- als auch Nebentätigkeit/en.

© Statistisches Bundesamt

Es gibt die verschiedensten Gründe, warum man mehr oder weniger arbeiten möchte. Frauen haben meist den Wunsch nach mehr Arbeit, da diese oft in Teilzeitarbeitsfallen tappen, gerade nach der Geburt eines Kindes. Allgemein kann man aber sagen, dass der Wunsch nach weniger Arbeit ebenso legitim ist, bedenkt man die ganzen Überstunden die einen ein ganzes Jahr seines Lebens kosten können.

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