Wenn die Alarmglocken läuten: 12 Gründe, einen Job nicht anzunehmen

Das Telefon klingelt und der Mensch am anderen Ende sagt: „Du hast den Job!“. Bevor du einwilligst: Denke noch einmal genau nach.

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Du hast eine zermürbende und eventuell recht lange Bewerbungsphase hinter dir. Und dann kommt es endlich, das Jobangebot. Doch was immer du bis hierhin durchlebt hast, es gibt sie: Die guten Gründe, einen Job nicht anzunehmen. Business Insider Singapur nennt zwölf davon und macht deutlich, dass eine überstürzte Zusage die Tür zu potenziell besseren Karrierewegen verschließt, meint auch Michael Kerr, Autor von „You can’t be serious! Putting humor to work“.

Und auch wenn deine finanzielle Sicherheit von einem Job abhängt, solltest du die folgenden Warnsignale nicht ignorieren, die Kerr in seinem Buch nennt.

1. Du hast ein schlechtes Bauchgefühl

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Dein Bauchgefühl ist kein simples Sprichwort, es ist ein Instinkt. Wenn sich dir also gefühlt die Eingeweide zusammenpressen, wenn du an das neue Jobangebot denkst: Lass es sein. Deine Gesundheit leidet oft schneller unter einem schlechten Job, als dir lieb ist. Und ein Burnout, Boreout oder Depressionen, hervorgerufen durch einen schlechten Job sind langwierig und bremsen dich später auch in deiner Karriere aus. Höre also auf dein Bauchgefühl.

2. Sie drängen dich zu einer Entscheidung

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Gleich morgen anfangen, am besten noch vorgestern? Zugegeben, unsere Zeit ist schnelllebig und wenn eine Stelle eventuell gerade frei geworden ist oder aus anderen Gründen dringend besetzt werden muss, kann Eile geboten sein. Trotzdem solltest du hellhörig werden, wenn du zu einer schnellen Entscheidung gedrängt wirst. Möglicherweise hat dein neuer Arbeitgeber etwas zu verbergen, will dich aber nicht mehr vom Haken lassen.

3. Die Stelle war sehr lange vakant

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Jeder, der schon einmal etwas länger auf Jobsuche war, kennt das. Es gibt Unternehmen, die suchen entweder ständig nach neuen Leuten, oder sie schaffen es nicht, eine Stelle zu besetzen. Häufige Suche kann natürlich auch auf ein großes Wachstum eines Unternehmens hindeuten, aber eben auch auf eine große Fluktuation. Möglicherweise liegt hier etwas im Argen. Schau noch einmal genau hin, bevor du zusagst. Vielleicht haben andere vor dir etwas gesehen, was dir bisher entgangen ist.

4. Die Position ist eine Schwingtür

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Kaum da, schon wieder weg? Wenn es gleich mehreren deiner Vorgänger so gegangen ist, stimmt etwas nicht. Die Gründe hierfür reichen von schlechter Bezahlung über eine katastrophale Work-Life Balance bis hin zu tyrannischen Vorgesetzten. Hier ist Vorsicht geboten. Überlege noch einmal, ob der Job wirklich das Richtige für dich ist.

5. Der Personaler jammert

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Ein ganz wichtiger Tipp, um zu erkennen, ob du in einer Firma gut aufgehoben bist: Lese zwischen den Zeilen. Oft gibt dir der Personaler davon mehr, je sympathischer du ihm bist. Jammert er über die schlechte Kommunikation in einem Unternehmen oder weicht deinem Blick aus, wenn es um die Arbeitszeiten geht, weißt du, dass er hier schnellstens wieder weg will. Am besten fängst du in diesem Unternehmen also gar nicht erst an.

6. Die Angestellten wirken unglücklich, müde oder gelangweilt

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Ein Hinweis, der dem oberen recht nahe kommt, deswegen ziehen wir ihn vor. Auch die Körpersprache und das Verhalten deiner zukünftigen Mitarbeiter kann dir viel über ein Unternehmen verraten. Wirken alle gelangweilt, traurig oder müde, wenn du durchs Gebäude geführt wirst? Dann ist die Arbeitsatmosphäre definitiv vergiftet und du solltest vielleicht noch einmal darüber nachdenken, ob du hier wirklich arbeiten möchtest.

7. Keiner beantwortet deine Fragen

© Tumblr

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Es ist ganz natürlich, dass du Dinge über deinen neuen Job wissen möchtest, ehe du den Vertrag unterschreibst. Erntest du auf Fragen nur ratlose Blicke, ein Schulterzucken oder erhältst noch weniger Antworten, ist das ein äußerst schlechtes Zeichen.

8. Der Vertrag ist nicht wie ausgehandelt

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In der Regel hast du im letzten Gespräch mit deinem zukünftigen Vorgesetzten Vereinbarungen getroffen, die deinen Vertrag betreffen. Stehen die nun vollkommen anders in dem von dir zu unterschreibenden Exemplar, solltest du den Stift noch ruhig halten. Das kann ein Versehen sein. Es kann aber auch darauf hindeuten, dass du an einen Laden geraten bist, der schlecht darin ist, seine Versprechen einzuhalten.

9. Der Ton wird schärfer

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Dein Vorgesetzter war im letzten Bewerbungsgespräch die Freundlichkeit in Person, doch nach dem Jobangebot wird aus Dr. Jekyll Mister Hyde? Bitte jetzt langsam zurücktreten… und einen anderen Job suchen.

10. Freunde und Familie haben Bedenken

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Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Dabei schadet es jedoch nicht, ab und an mal den Rat von Freunden und Familie einzuholen. Sie befinden sich in einer anderen Situation und können oft objektiver auf eine Situation blicken, Eventuell können sie sogar dein Potenzial besser – und positiver  – einschätzen als du. Wenn sie also meinen, ein Job sei nichts für dich, dann höre ihnen wenigstens genau zu und denke noch einmal drüber nach.

11. Das Gehalt ist noch das Beste an dem Job

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Geld macht glücklich. Aber nur, wenn alles andere auch stimmt. Auch wenn ein gutes Gehalt natürlich lockt, besonders wenn man bisher jeden Cent zehnmal umdrehen musste, wenn es das einzig Gute an einem Job ist, sollte man dennoch weitersuchen. Schwarze Zahlen auf dem Konto sind gut und wichtig. Wenn man sich dafür aber jeden Morgen zur Arbeit quälen muss, geht das Ganze auf Kosten der Gesundheit.

Übrigens: Das bedeutet nicht, dass man dem Satz: „Spaß bei der Arbeit ist mir wichtiger als Geld!“ zustimmen muss. Gerade dann, wenn dir deine Arbeit Spaß bringt, bist du jeden Cent wert. Und den solltest du auch verlangen.

12. Der Personaler wirkt verzweifelt

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Verspricht man dir das Blaue vom Himmel, nur damit du einen Job annimmst, ist das natürlich ein Zeichen dafür, dass du wirklich sehr begehrt bist. Es kann aber auch ein Indiz für die Verzweiflung eines Unternehmens sein. Will hier vielleicht niemand arbeiten? Und wenn das so ist, wo liegen die Gründe? Drum prüfe, wer sich „lange“ bindet und überlege lieber noch einmal.

Hast du schon einmal ein verlockendes Jobangebot ausgeschlagen, weil die Alarmglocken klingelten? Was waren deine Gründe dafür? Verrate es uns in den Kommentaren.

Quelle: Businessinsider Singapore

Über Linda Ewaldt

Linda Ewaldt

Linda Ewaldt hat in Hamburg Germanistik und Psychologie studiert und danach Redaktionsluft in kleinen Startups und großen Unternehmen geschnuppert. Seither ist sie freiberuflich tätig und ihre Spezialgebiete sind Karriere und Gesundheit. Am liebsten schreibt sie für OnlineMarketing.de Artikel, die beides miteinander verbinden.

4 Gedanken zu „Wenn die Alarmglocken läuten: 12 Gründe, einen Job nicht anzunehmen

  1. Snow White

    Ein Jahr nachdem meine Bewerbung im ersten Suchprozess gar nicht berücksichtig wurde, da dieser „schon abgeschlossen war“, kam ich über die Empfehlung des Headhunters direkt zum Vorstellungstermin, der rote Teppich also ausgerollt. Vorbildlich verliefen die ersten freundlichen Mailkontakte, persönliches Erstgespräch mit der Personalleiterin und gemeinsame Videokonferenz mit dem GF. Bei 250km Entfernung von meinem damaligem Wohnort und künftigem Dienstort taten beide wirklich alles, mir terminlich in jeder Hinsicht entgegenzukommen. Zugegeben war ich nach dem Erstgespräch vor Ort so ziemlich geblendet – mir schien alles perfekt: tolle Produkte, tolle berufliche Herausforderung, neues Gebäude, 2-stellige Wachstumsrate, super-toll eingerichtete Arbeitsplätze mit modernster Equipment auf dem Letztstand der Technik, zigarettenrauchfreie und zugfreie Räume – im Vergleich zu meinem damaligen Arbeitgeber ein Bilderbuchmärchen. Wertschätzendes, langes und sehr in die Details gehende Zweitgespräch, das vieles von Erwartungen und Motivation beidseitig offenlegte und keine offenen Fragen lies, außer einem Bauchgefühl von mir: WO IST DER HAKEN? Vielleicht das Überschlagen mit Höflichkeit?
    Der erste Haken kam dann mit dem telefonischen Jobangebot, 1T nach dem Zweitgespräch. Es wurde mir ein „all-in“ Deal unterbreitet mit einer Unterteilung auf fixe und variable Anteile, wobei mir die variablen Anteile so schmackhaft erklärt wurden, dass ich reingefallen bin, und diese laut als „großzügig“ kommentierte. Beim näheren Durchrechnen der variablen und fixen Bestandteile stellte sich eine gut verschleierte, jedoch für den Verantwortungsbereich äußerst nachteilige Bezahlung, die weit unter dem Branchenbenchmark ist und sogar eine finanzielle Verschlechterung im Vergleich zu dem damaligen Arbeitgeber bedeutete.
    Der zweite Haken lag in den 4 Punkten des Vertrages, die nicht so bzw. gar nicht besprochen wurden.
    Nachdem ich um Korrekturen gebeten habe, wurde 1 Punkt gestrichen, da ein Versehen. Auf die anderen drei wollte man nicht verzichten, bzw. nicht so wie in den vergangenen Gesprächen besprochen umschreiben u.zw. mit der Begründung, dass man bei 300 Mitarbeiter keine individuellen Verträge abschließen kann. Einen Punkt hatte ich ohne dieses mir unverständliche Beharren als unglücklich geratene Formulierung gesehen: es ging um die Regelung der anfallenden Samstags- und Sonntagsstunden, die mit „all-in“ Vereinbarung abgegolten wären. Im Gespräch wurden hierzu nur die Anreise- bzw. Abreisestunden am Sa/So im Falle der Wahrnehmung geschäftlicher Termine am darauffolgenden Montag besprochen. Daraufhin erinnerte ich mich, dass der zweite Gesprächspartner sich fast entschuldigend um 17:30h an einem Freitag aus dem Gespräch verabschiedete mit der Begründung, dass er seine Tochter vom Kindergarten abholen müsse. Den Vorvertrag erhielt ich per Mail nach 22:00h abends. Interne Events/Schulungen wurden mit Ende an einem Samstag gelegt (ist nur 1xJahr), etc. Nachdem ich den Vertrag ohne Änderung dieser 3 Punkte nicht unterschreiben wollte, setzte man mich unter Druck: Wenn ich bis morgen den Vertrag ohne weitere Änderung nicht unterschreibe, so müsste man mir das Angebot zurücknehmen, was man so nicht hofft. Tja, so schön es auch geblendet hatte, war es mir nicht wert.
    Die Besetzung vor mir hat nach 1J gekündigt. Nach mir hat man 9Mo gesucht und interessanterweise das Gehaltsangebot in den verschiedenen Inseraten immer wieder deutlich erhöht, schlussendlich gar verdoppelt. Das wäre mein hochgepokertes …BIS Rahmen gewesen .
    Wie heißt es so schön: lebenslanges Lernen…

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  2. Selma Götz

    Ich habe auch auf mein Bauchgefühl gehört. Die Leitung/ Führungsebene der Alten Pflegeeinrichtung befand sich im Untergeschoss. Ich beobachtete eine Mitarbeiterin in niedrigster Gangart auf dem Weg ins Büro der Leitung. Vorsichtig und unsicher klopfte Sie an. Sie wollte nur Unterlagen abgeben. Auf dem Rückweg begegnete sie einer anderen Mitarbeiterin. Der Wortwechsel fand im Flüsterton statt. Ich nahm eine Atmosphäre von ängstlichen Mitarbeitern auf. Noch ehe das Vorstellungsgespräch stattgefunden hat, stand für mich die Entscheidung schon längst fest. Im Vorstellungsgespräch fragte ich, wie in ihrer Einrichtung das Leitbild umgesetzt und gelebt wird. Es gab darauf nur Ausflüchte und Gestammel. Ich beendete das Gespräch.

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  3. Wonni

    Obwohl ich im Vorfeld meiner Bewerbung einiges Zweifelhafte über das Unternehmen gehört hatte, wollte ich mir einen persönlichen Eindruck machen. Schließlich sind Eindrücke subjektiv und auf „Hören-Sagen“ wollte ich mich nicht verlassen. Auch wenn die Gespräche dann grundsätzlich positiv verliefen, konnte ich das im Artikel erwähnte schlechte Bauchgefühl nicht vollends ausräumen. Sicherlich lag das auch daran, dass auf die Bedenken, die ich angesprochen habe, nur verallgemeinert eingegangen wurde. Die Entscheidung das Angebot abzulehnen war also mehr eine Entscheidung aufgrund eines Gefühls, als aufgrund konkreter und rationaler Punkte. In dem Moment als ich absagte, stellte sich die Entscheidung als richtig heraus: das Unternehmen fing an Druck zu machen, zu drängen und die emotionale Karte zu spielen. Es ist im Endeffekt wie in einer Beziehung: nur wenn Du absolut überzeugt bist, wirst Du damit glücklich!

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  4. Puschka

    Ich habe das letzte Jobangebot ausgeschlagen, weil ich mich beim Bewerbungsgespräch absolut unwohl fühlte. Mehrere Dinge kamen zusammen:
    Das Gebäude war dunkel, der Eingangsbereich mies beleuchtet, der Besprechungsraum alt möbliert aber eine moderne Lampe hing über dem Besprechungstisch, dafür leuchtete diese einem derart ins Gesicht, dass man Schwierigkeiten hatte, sein Gegenüber zu sehen.
    Die Mitarbeiterin, die mich in Empfang nahm, machte einen missmutigen und niedergeschlagenen Eindruck.
    Ausschlaggebend war aber letztlich, dass der potenzielle Arbeitgeber meine Bewerbungsunterlagen entweder gar nicht oder nicht richtig gelesen hat. Er muss natürlich nicht jedes Zeugnis lesen, die erreichten beruflichen Abschlüsse und die damit erworbenen Fähigkeiten sollte man aber kennen.
    Ich erzählte – auf Nachfrage – vom Aufgabenbereich und meinen Kompetenzen der letzten Arbeitsstelle und erwähnte, in welchen Bereichen ich als Urlaubsvertretung eingesetzt werden konnte, ganz speziell ging es darum, dass ich auch zeichnen kann. Da entfuhr es meinem Gegenüber: „Ach zeichnen können Sie auch? Das ist aber toll!“ …
    Ja das ist toll, wenn man Technische Zeichnerin gelernt und sich zum Maschinenbau-Techniker fortgebildet hat und dann auch noch zeichnen kann.
    Man kann sicherlich von einem Personalverantwortlichen erwarten, dass er sich auf ein Bewerbungsgespräch vorbereitet – für mich auch ein Zeichen der Wertschätzung des Gegenübers.
    Mit einem komischen Gefühl verließ ich das Haus, bekam zwei Tage später Bescheid, dass ich anfangen könnte. Als ich die Bitte formulierte, dass ich mir aber vorher gerne meinen zukünftigen Arbeitsplatz ansehen möchte, wurde dies von der Gegenseite mit Verwunderung aufgenommen. Wir vereinbarten einen Termin, den ich im Nachhinein aber absagte.

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