7 Tipps, wie ihr Praktikanten sinnvoll einsetzen könnt

Praktikanten können für ein Unternehmen sehr wertvoll sein. Doch dazu müssen sie sinnvoll und nicht unter Wert eingesetzt werden. So profitieren beide Parteien.

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Sie gehören schon seit vielen Jahren fest mit in das Unternehmensbild: Praktikanten. Zig Firmen verkennen aber ihre Chancen und scheitern daran, passende Aufgaben und Einsatzgebiete zu finden. Was durchaus schade ist. Denn richtig genutzt, können sich Praktikanten und alt eingesessene Mitarbeiter in vielen Dingen gegenseitig befruchten und frischen Wind in die Firma bringen. Damit es nicht beim Kaffee kochen, Ablage machen und Akten schreddern bleibt, haben wir 7 Tipps für euch zusammengetragen, wie ihr eure Praktikanten sinnvoll in den Arbeitsalltag integrieren könnt und die Zusammenarbeit zur Erfolgsgeschichte wird.

1. Klärt die Erwartungshaltungen

Was erhofft sich der Praktikant durch die Stelle? Einen festen Job im Anschluss oder möchte er nur mal in die Branche schnuppern? Besprecht im Vorfeld ganz klar, welche Erwartungen der Praktikant und ihr als Unternehmen habt. So könnt ihr Unstimmigkeiten auf beiden Seiten vorbeugen und vielleicht auch direkt konkrete Schritte planen, um die verfügbare Zeit bestmöglich nutzen zu können.

2. Kommuniziert die Ziele und Werte des Unternehmens

Könnt ihr euch noch an eure ersten Arbeitstage erinnern? An die Unsicherheit, die Angst völlig zu versagen und einfach nichts zu wissen? Vermutlich wird es euren Praktikanten nicht anders gehen. Deshalb solltet ihr sicherstellen, dass am ersten Tag eine Führungskraft bereit steht um ihnen die Entstehungsgeschichte der Firma, ihren Zweck und die Zukunftsvision näherzubringen. Mit so viel Hintergrundwissen startet es sich gleich entspannter in das neue Abenteuer.

3. Stellt Mentoren bereit

Wenn ein Schauspieler den Raum durch die Tür betritt, hat man eine Szene. Aber wenn ein Schauspieler durch das Fenster hereinkommt, hat man eine Story.

Dieses Zitat des Regisseurs Billy Wilder ist ein kleiner aber durchaus kraftvoller Rat. Soll heißen, dass man eine Idee am besten aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Stellt deshalb jedem Praktikanten einen Mentor zu Seite, der verlässlich ist und mit Rat und Tat unterstützt. So könnt ihr garantiert mehr aus neuen Ideen herausholen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Praktikanten so am besten von der umfassenden Erfahrung der langjährigen Mitarbeiter profitieren. Das ist der wirksamste und schnellste Weg, eure Nachwuchskräfte besser werden zu lassen.

4. Werft sie den Löwen vor

Lasst sie raus und auf die Kunden los! Denn der Sprung ins kalte Wasser ist nach wie vor so unangenehm wie auch effektiv. Dadurch können eure Praktikanten direkt miterleben, wie die Kunden ticken, was sie erwarten und wie man entsprechend darauf reagiert. Sie entwickeln von Anfang an ein Verständnis, wie eine erfolgreiche Kundenbeziehung aussieht und warum in Folge dessen manche Projekte wie geschmiert laufen oder auch komplett gegen die Wand fahren.

Auch wenn etwas wirklich Wichtiges auf der Agenda steht, an das man vielleicht keinen Praktikanten ran lassen sollte – lasst sie trotzdem ein Teil des großen Ganzen sein. Nehmt sie mit zu den Vorbereitungsmeetings, lasst sie zuhören und den Diskussionen lauschen, die Feinabstimmungen zur Präsentation mit ansehen – denn all das gehört eben zum Business dazu. Auch nur durch Zusehen kann man sehr viel lernen.

5. Gebt ihnen sinnvolle Arbeit

Irgendwie habt ihr keine passende Beschäftigung für die Praktikanten? Schaufelt sie deswegen nicht mit unnötigen Aufgaben zu, die von vornherein dazu verdammt sind im Nirwana zu landen. Nutzt deren Motivation – die umso größer wird, wenn sie eine sinnvolle Aufgabe zu erledigen haben. Also: wenn es kein richtiges Projekt gibt, denkt euch einfach ein „Dummy-Projekt“ aus, das sie von vorn bis hinten ausarbeiten. Idealerweise könnt ihr das Ergebnis dann für interne Zwecke nutzen oder der Praktikant hat etwas für sein Portfolio, das er zukünftigen Arbeitgebern zeigen kann. So helft ihr ihnen auch noch auf dem heiß umkämpften Arbeitsmarkt auf der Suche nach dem Traumjob.

6. Bereitet sie auf die Zukunft vor

Eine der größten Hürden, um einen neuen Job zu bekommen: das Bewerbungsgespräch. Selbst alte Hasen in Sachen Bewerbung scheitern oft daran. Wie also sollen die angehenden Fachkräfte das dann souverän hinbekommen? Wie wäre es deshalb mit einem Interview-Training? Spielt einfach Bewerbungsgespräche für Fake Jobs durch. So könnt ihr den Praktikanten direktes Feedback zu ihren Stärken und Schwächen geben und ihnen verraten, auf was ihr als Firma bei solchen Interviews besonderen Wert legt.

7. Schickt sie selbstbewusst in die große weite Welt

Das Praktikum ist zu Ende und euer Schützling zieht weiter? Stellt sicher, dass seine Leistung ausreichend gewürdigt wird. Das zeigt nicht nur dem Praktikanten, dass er gute Arbeit geleistet hat, sondern signalisiert das Gleiche dem Ausbilder. Das zeugt von Respekt beiden Parteien gegenüber. Ein positiver Nebeneffekt ist der, dass der Praktikant höchstwahrscheinlich dadurch euer Image aufpolieren wird, indem er über das tolle Praktikum in eurem Unternehmen bei Freunden oder anderen Studenten erzählt.

Letztendlich lassen sich all diese Tipps auf einige Kernaspekte herunterbrechen: habt euren Praktikanten gegenüber Respekt, findet Aufgaben die zum individuellen Leistungsvermögen passen, lasst Selbstständigkeit zu und traut ihnen die Herausforderungen zu – so kann jede Seite von der gemeinsamen Zusammenarbeit profitieren.

Über Christina Reif

Die gelernte Medienfachwirtin war jahrelang der Print-Branche treu. Nach Tageszeitung und Magazin folgte der Wechsel auf die digitale Seite. Neben der Social Media-Arbeit ist sie als freie Redakteurin für die unterschiedlichsten Bereiche tätig.

Christina Reif

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