Aktives Zuhören: Diese 5 Barrieren hindern Führungskräfte an einer guten Mitarbeiterkommunikation

Die Expertin Alison Davis verrät, wie du es als Personalmanager schaffst, deine Mitarbeiterkommunikation zu optimieren. Zuhören ist dabei essentiell.

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Du führst Mitarbeiter, aber hast das Gefühl, dass es ab und an nicht so funktioniert, wie es sollte? Es gibt Probleme bei der Kommunikation und Absprachen, aber auch die Konzentration fehlt? Alison Davis ist der Meinung, dass fünf Dinge über ein gutes Manager-Dasein entscheiden. Sie selbst ist Gründerin und CEO von Davis & Company und Autorin von drei Büchern über Kommunikation zwischen Managern und ihren Angestellten. Wo sieht also die Expertin die essentiellen Fehler bei der Mitarbeiterführung?

Zuhören ist der Schlüssel zum Erfolg

Davis erklärt, dass sie von vielen Mitarbeitern jeglicher Unternehmen oft ein ähnliches Feedback bekäme: Ihre Chefs seien gut darin, Informationen zu teilen, aber dabei würden sie alle schlechte Zuhörer sein. Und genau im Zuhören sieht die Expertin den Knackpunkt: Nur wer auch zuhören kann, sei dazu in der Lage, ein guter Manager zu sein.

Aus ihrer eigenen Sicht als Personalmanagerin gibt sie allerdings auch zu, wie schwierig es ist, einem Mitarbeiter die volle Aufmerksamkeit und Zeit zu schenken, wenn man den Kopf noch voller anderer To-Dos habe. Davis meint, dass Manager sich vor Augen halten sollten, dass ein aufrichtiges Zuhören mit einem Kompliment gleichzusetzen sei. Damit vermittelt der Zuhörer, dass er – in diesem Fall – Interesse an dem Anliegen des Mitarbeiters habe. Mit jedem konzentriertem Zuhören zeige man, dass einem der andere und seine Probleme oder Erfahrungen wichtig seien.

Aber wie schafft man es nun, ein besserer Zuhörer zu werden? Laut der Autorin sind fünf Gründe für die typische Zuhörer-Barriere verantwortlich.

Die 5 typischen Zuhörer-Barrieren

1. Gedanken lesen

Matthew McKay, Martha Davis und Patrick Fanning schreiben in How to Communicate, dass der Gedankenleser versucht herauszufinden, was die andere Person wirklich denke und fühle. Dabei würde er wenig Aufmerksamkeit auf das Gesagte richten und sich eher auf Betonung und andere subtile Hinweise konzentrieren, um zu den Gedanken des anderen durchzudringen. Das sei eine klare Barriere für aufrichtiges Zuhören.

2. Das Gesagte filtern

Beim Zuhören zu filtern ist gefährlich. Davis erklärt, dass ein gängiger Weg bei Managern darin bestehe, dass bestimmte Dinge gefiltert werden. Dazu gehöre insbesondere alles Negative, Kritische oder Unangenehme. Diese negativen Dinge würden einfach nicht bei Managern abgespeichert werden, so die Autotin. Allerdings kann so Kritik nicht umgesetzt werden, die Veränderung und sogar eine Verbesserung würden ausbleiben.

3. Über Mitarbeiter urteilen

Nicht über Mitarbeiter zu urteilen, sei eine der größten Herausforderungen für Personalmanager. Besonders im Umgang mit Angestellten, die sie als problematisch wahrnehmen, würden Manager dazu neigen, das Gesagte dieser Personen schon im Voraus als eher unqualifiziert zu bewerten. McKay, Davis und Fanning schreiben dazu auch, dass man diesen Personen, die man selbst mit seinen Vorurteilen versehen hat, weniger zuhören würde. Wenn du merkst, dass du bereits vor der Äußerung im übertragenden Sinn auf Durchzug geschaltet hast, solltest du dich wieder auf den Inhalt des Gesagten konzentrieren.

4. Sofort mit Beratung beginnen

Wenn du bei einer Problemäußerung unterbrichst und sofort mit einer Beratung beginnst, ist das nach Davis auch eine Barriere, ein guter Zuhörer zu sein. Es ist wichtig, den Gesprächspartner ausreden zu lassen, bevor man voreilig einschreite und so das eventuell Wichtigste verpasse. Ganz davon abgesehen ist es ziemlich unhöflich, Mitarbeiter zu unterbrechen, wenn sie gerade dabei sind, ein Anliegen darzulegen.

5. Du hast immer Recht

Auch hier liegt eine Schwäche bei Führungskräften. Laut den Autoren McKay, Davis und Fanning können Manager schlecht auf Kritik oder Verbesserungsvorschläge reagieren. An dieser Stelle ist ein aktives Zuhören von besonderer Bedeutung. Denn nur so können Fehler oder Kritik umgewandelt werden. Es liegt an dir, sicherzustellen, dass du deinen Mitarbeiter richtig verstanden hast. Mit der Methode des Paraphrasierens schaffst du es, dich rückzuversichern, ob alles richtig bei dir angekommen ist. Dazu formulierst du das Gesagte deines Gesprächspartners noch einmal in deinen eigenen Worten. Im Gegenzug kann dein Gegenüber dich dann korrigieren und ihr könnt euch am Ende der Konversation sicher sein, dass ihr euch ohne Missverständnisse aus der Unterhaltung löst. McKay, Davis und Fanning schlagen diese Einleitungssätze für das Paraphrasieren vor:

  • Was du sagst, ist also…
  • Mit anderen Worten…
  • Du hast dich also folgendermaßen gefühlt…
  • Für dich ist also XY falsch gelaufen…
  • Dein Anliegen ist also, dass…
  • Meinst du, dass…
  • Verstehe ich dich richtig, dass…

Auf das Verstehen und Paraphrasieren konzentrieren

Wenn du dich zukünftig während eines Gesprächs darauf konzentrierst das Gesagte zu verstehen und es anschließend in deinen eigenen Worten wiederzugeben, wird es automatisch passieren, dass sich die Zuhörer-Barrieren von selbst eliminieren. Denn dann bleibt dir keine Zeit mehr, Gedanken zu lesen, zu filtern, zu urteilen, mit einer Beratung zu unterbrechen oder auf dein Recht zu pochen. Mit dieser Methode des aktiven Zuhörens wirst du deine Mitarbeiter für dich gewinnen, denn sie werden deine Aufmerksamkeit durch das aufrichtige Zuhören schätzen und im besten Fall von deinen Lösungen profitieren.

Über Maja Hansen

Maja Hansen

Seit 2017 unterstützt Maja die Redaktion von OnlineMarketing.de. Dabei widmet sie sich primär dem Karrieremagazin mit den Themenfeldern rund um Jobs und Karriere, schreibt aber auch über digitales Marketinggeschehen.

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