40.000 neue Jobs in IT und Telekommunikation

Nach Prognosen des Bitkom für 2019 schafft die deutsche ITK-Branche 40.000 neue Jobs und steigert den Umsatz auf 168,5 Milliarden Euro.

Mehr IT-Stellen werden geschaffen, © Danial RiCaRoS - Unsplash

Die IT-Branche boomt und das schafft in Deutschland zehntausende neue Jobs. 40.000 Stellen werden geschaffen, auch im Bereich Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. Der Bitkom hat das in einer umfassenden Studie ermittelt. Zudem werden diese Märkte 2019 den Umsatz auf 168,5 Milliarden Euro steigern. Im Zuge dieser Entwicklung rückt aber auch die Notwendigkeit breit gefächerter digitaler Bildung wieder in den Fokus.

Eine Vielzahl neuer Jobs – besonders im Bereich IT

Die Studie des Bitkom bezieht sich auf den deutschen ITK-Markt, der die Bereiche IT, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik umfasst. Dabei wurden Daten des European Information Technology Observatory (EITO) in Zusammenarbeit mit den Marktforschungsinstituten IDC und GfK genutzt. Eine Erkenntnis der Analyse zeigt, dass 2019 insgesamt 1.174.000 Menschen in diesen Bereichen arbeiten sollen. So werden der Prognose nach gegenüber dem Vorjahr 3,5 Prozent mehr Stellen vorhanden sein. Demnach werden 40.000 neue Jobs geschaffen. Bitkom-Präsident Achim Berg erläutert:

Die Digitalisierung treibt den Markt und ist ein Garant für mehr Arbeitsplätze. Die Geschäfte von Software-Häusern und IT-Dienstleistern laufen besonders gut. In diesen Bereichen entstehen mit Abstand die meisten Jobs.

Vor allem die Informationstechnik wächst stark. Hier wird es der Voraussage zufolge 45.000 neue Jobs geben, im Bereich der Unterhaltungselektronik dagegen keine.

Die Erwebstätigenzahlen in der ITK-Branche steigen erneut, insbesondere im Bereich Informationstechnik (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Bitkom

Auch der Umsatz der Branche wächst erneut

Der Umsatz des Marktes wird für 2019 auf 168,5 Milliarden Euro geschätzt. Das entspricht einem Wachstum von 1,5 Prozent verglichen mit 2018. In jenem Jahr belief sich der Zuwachs sogar auf zwei Prozent. Besonders im Teilbereich der Informationstechnik legt der Umsatz zu, um 2,5 Prozent auf 92,2 Milliarden Euro.

Umsatzwachstum im deutschen ITK-Markt, 2015-2019, (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Bitkom

Das Segment Software kann einen Zugewinn von 6,3 Prozent für sich beanspruchen und erfährt eine Umsatzsteigerung auf 26 Milliarden Euro. Auch die IT-Dienstleistungen und die IT-Beratung machen einen Großteil des Wachstums aus (40,8 Milliarden Euro). Berg erklärt dieses mit der zusehends größeren Nachfrage nach fachspezifischen Lösungen.

Die Digitalisierung ist in allen Branchen kein Nice-to-have, sondern ein absolutes Must-do. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach IT-Beratern und Software-Anwendungen, um Produkte, Wertschöpfungsnetze und Unternehmenskultur weiterzuentwickeln und auf das digitale Zeitalter auszurichten.

Im Bereich Hardware hingegen wurde ein Umsatzminus von 0,7 Prozent festgestellt; der Absatz geht bei Desktop-PCs, Servern oder Multifunktionsdruckern zurück.

Die Telekommunikationsbranche wächst, die Unterhaltungselektronik hat Probleme

Der Bereich Telekommunikation sieht ein Umsatzplus von 1,1 Prozent auf sich zukommen. Bedingt wird dieser durch den Bedarf an Leistungen und Endgeräten im Kontext der Infrastruktur der Branche. Daher soll der Umsatz ganze 67,3 Milliarden Euro betragen.

In der Unterhaltungselektronik wiederum gehen Umsätze und Jobs zurück. Ein Minus von fünf Prozent bei letzteren bedeutet eine Summe von neun Milliarden Euro. Dementsprechend werden für 2019 in diesem Bereich auch keine neuen Jobs erwartet. Insgesamt sinken die Absatzzahlen hier fortwährend – auch durch teils steigende Durchschnittspreise ist der Umsatzverlust nicht zu kompensieren.

Was bedeutet das für die Job-Szene?

Dass die Digitalisierung ein starker Motor für die Entwicklung neuer Jobs ist, versteht sich. Durch die Studien des Bitkom wird das datenbasiert untermauert. Bereits 2018 wurden in der ITK-Branche 36.000 Stellen neu geschaffen, dieses Jahr sollen es sogar 40.000 werden. In den vergangenen fünf Jahren sind sogar 150.000 Jobs neu geschaffen worden. Demnach eröffnen sich für Arbeitskräfte in diesem Bereich große Möglichkeiten. Aber, so gibt Achim Berg zu bedenken:

Die Job-Bilanz könnte noch besser aussehen, gäbe es ausreichend Fachkräfte. In Zukunft wird sich dieses Problem weiter zuspitzen.

Damit verweist er auf eine Studie des Bitkom von Ende 2018, nach der in Deutschland 82.000 Stellen in der IT unbesetzt sind.

Der Fachkräftemangel der IT-Branche wird in der Studie bestätigt, © Bitkom

Der Fachkräftemangel ist hier also deutlich spürbar. Besonders gefragt sind:

  • Projektmanager
  • Anwendungsbetreuer
  • Qualitätsmanager
  • Sicherheitsexperten
  • Data Scientists
  • Virtual Reality Designer

usw. Während die Digitalkompetenz der Bewerber bemängelt wird, ermöglichen bereits viele Studiengänge den Einstieg in die Branche. Doch noch wird hierzulande nicht genug in die Entwicklung investiert:

Wir brauchen eine Offensive für mehr Digitalkompetenz. Um die digitale Herausforderung zu bestehen, brauchen wir viel mehr Digitalexperten. Dazu müssen wir unsere Schulen endlich ins digitale Zeitalter führen, junge Menschen für die Berufe der Zukunft begeistern, Anreize für digitale Weiterbildung setzen und die Zuwanderung ausländischer IT-Spezialisten erleichtern.

Zehntausende neue Jobs, insbesondere in der Informationstechnik, bedeuten für den Digitalmarkt große Potentiale. Trotzdem schwingt in der Erkenntnis mit, dass die Branche einen großen Optimierungsbedarf hat; auf zahlreichen Ebenen.

Mehr und bessere digitale Bildung ist der Schlüssel zum digitalen Erfolg.

Politik und Wirtschaft müssen Hand in Hand gehen, um für den deutschen Markt für die jetzigen und künftigen Aufgaben und Chancen vorzubereiten.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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