Die 4 Regeln von Deep Work: So behältst du deinen Fokus

Jede Ablenkung lässt unser Gehirn in den Ruhemodus springen. Dadurch verschwenden wir täglich unser Potential. Doch die richtige Methode steigert deine Produktivität.

© Stefan Cosma - Unsplash

Sich strikt auf die vorliegende Aufgabe zu konzentrieren, fällt den meisten von uns schwer. Zu viele Ablenkungen lauern links und rechts. Und damit sind nicht nur Smartphone und Social Media gemeint. Selbst der Mail-Account, Arbeitschat oder ein spannender Artikel, den man nebenbei lesen möchte, halten uns davon ab, unser volles Potenzial auszuschöpfen. Genau dieser Produktivitätsverlust veranlasste Cal Newport dazu, in seinem Buch das Prinzip von Deep Work zu erklären. Diese Art des Arbeitens kann auch dir helfen, deinen Fokus wiederzufinden.

Die Konzentration durchgängig halten

An sich bedeutet Deep Work, dass man fokussiert an einer Aufgabe arbeitet und dafür sämtliche Ablenkungen eliminiert. Dabei geht es jedoch nicht um jede beliebige Aufgabe, sondern besonders die, die eine kognitive Herausforderung für uns darstellen. So soll am Ende die Produktivität gesteigert und der eigene Fokus beibehalten werden. Doch wieso macht Deep Work einen so großen Unterschied zu anderen Konzentrationsmethoden? Newport betont in seinen Ausführungen besonders den sogenannten „attention residue“. Wir unterschätzen den Einfluss, welchen Ablenkungen, seien sie noch so klein, auf unsere Leistung haben.

Infografik: 60 Sekunden in deutschen Büros | Statista

Die Übersicht zeigt, wie enorm der Zeitverlust durch Ablenkungen sein kann.

Tatsache ist, dass selbst ein kurzer Blick in den Mailaccount ausreicht, um uns für mehrere Minuten außer Gefecht zu setzen. Denn: eine Ablenkung mindert sofort unsere Konzentration und wir verweilen für eine gewisse Zeit in eben diesem Status. Je öfter wir uns ablenken lassen, desto schwerer ist es überhaupt unser volles Potenzial auszuschöpfen. Aus diesem Grund hat Newport vier essenzielle Regeln für das Gelingen von Deep Work aufgestellt:

Regel 1: Behandle Deep Work wie einen wichtigen Termin

Um Deep Work ausführen zu können, musst du die richtige Atmosphäre schaffen. Abgesehen davon, dass du Handy und Co. aus deinem Aufmerksamkeitsfeld heraushalten solltest, behandle das Bearbeiten einer fordernden Aufgabe wie einen speziellen Termin. Trage dir deine Deep Work Session in deinen Kalender ein und behandle sie wie ein Meeting: Sorge also dafür, dass dir wirklich nichts in die Quere kommt. Teile am besten auch deinen Kollegen mit, dass du in dieser Zeit nicht erreichbar bist, um so zu verhindern, dass jemand in dein Büro kommt oder versucht dich auf anderem Wege zu kontaktieren. Wieso dies so wichtig ist, erklärt Newport selbst:

We’re simply not evolved to give concentration the same priority that we might give to evading a charging lion. Therefore, you cannot rely on willpower alone. You need all the help you can get to trick yourself into getting started with this activity.

Regel 2: Gewöhne dich an die Langeweile

Schwere, lästige Aufgaben sind leider oft eben jene, die ein Gefühl der Langeweile in uns auslösen. Es gibt zig  andere Sachen, die du lieber tun würdest und meist ist es genau dieser Moment, in dem du zum Handy oder anderen Ablenkungen greifst. Im schlimmsten Fall gewöhnt sich dein Gehirn an dieses Verhalten und du wirst automatisch nach einer anderen Beschäftigung suchen, sobald eine Aufgabe dich langweilt. Um das abzustellen, kannst du trainieren mit Langeweile umzugehen. Setzte dich ihr gezielt aus und versuche eine Zeitlang mit ihr zu leben – und dabei dem Drang nach Ablenkung zu widerstehen.

Regel 3: Kehre Social Media den Rücken

Vermutlich kennst du es: Mit der Zeit hast du dir verschiedenste Social Media Accounts zugelegt. Facebook, Instagram, Xing, LinkedIn und natürlich WhatsApp wollen ständig aktualisiert werden und du möchtest natürlich auch wissen, was es neues gibt. Um ständig auf dem neusten Stand zu sein, wendest du unglaublich viel Zeit auf. Doch sind wirklich alle deine Accounts wichtig? Newport, der selbst kein Profil in den sozialen Medien hat, sagt nein. Natürlich sollst du nicht sofort Twitter und Co. löschen, besonders dann nicht, wenn sie relevant für dich sind. Doch Newport empfiehlt, dass du wählerischer wirst. Denn sei doch mal ehrlich: Ist beispielsweise Facebook eine Plattform, ohne die du nicht leben könntest? Um deinen Fokus für Deep Work zu behalten, überdenke also nochmal alle deine Accounts und lösche die, die nicht unbedingt wichtig für dein Privatleben oder deine Karriere sind.

Regel 4: Reduziere die simplen Aufgaben

Neben den kognitiv-herausfordernden Aufgaben gibt es auch eben diese, die simpler sind. Administratives, wie die Koordinierung deiner Termine, das Tätigen von Anrufen oder das Checken deiner Mails benötigt meist nicht deine ungeteilte Aufmerksamkeit. Gleichzeitig sind diese Aufgaben wahre Zeit- und Konzentrationsfresser. Willst du nach den Prinzipien von Deep Work arbeiten, solltest du also das Erledigen der kleinen Aufgaben vorher oder nachher abschließen, nicht nebenbei. Organisation ist dabei alles. Nimm dir zum Beispiel eine Stunde am Morgen, um all deine Mails zu bearbeiten, damit diese dich nicht ablenken, wenn du die eigentlich entscheidenden Aufgaben bearbeitest. Newport erklärt:

If you allow your schedule to become dominated by shallow work, you’ll never find time to do the deep efforts that really move the needle. It’s really important, therefore, that you work to aggressively minimize optional shallow work and then be very organized and productive about how you execute what remains.

Wenn du regelmäßig an Konzentrationsproblemen und Zeitdruck leidest, kann Deep Work also ein Mittel sein, das deinen Fokus zurück auf das Wichtige lenkt und damit deine Produktivität steigert. Wichtig ist, dass du die oben genannten Regeln beachtest und vor allem eines tust: sämtliche Ablenkungen ausschalten. Nur so verhinderst du, dass deine Konzentration abdriftet und die vorliegende Aufgabe gefühlt eine Ewigkeit dauert.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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