Mit diesen 4 Fragen erkennst du den besten Bewerber

Ein CEO erklärt, warum Flexibilität das Einstellungskriterium Nummer 1 der Zukunft ist und wie du im Bewerbungsgespräch diese Fähigkeit testest.

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Woran erkennt man einen geeigneten Bewerber im Jobinterview? William Vanderbloemen hat darauf eine Antwort gefunden. Vanderbloemen ist CEO und Gründer der Firma Vanderbloemen Search Group, die Unternehmen hilft, passende Mitarbeiter zu finden. Er teilt die vier Merkmale, an denen er den besten Bewerber erkennt. Diese beziehen sich vor allem auf den heutigen Zeitgeist.

Flexibilität ist der Schlüsselbegriff

Vanderbloemen hat langjährige Erfahrung in seinem Beruf, passende Mitarbeiter zu finden. Doch nun bemerkte er, dass vor allem eine Qualität von potentiellen Kandidaten essentiell für die Zukunft ist: Flexibilität. Er erklärt, dass er feststellen musste, dass wir alle an jedem Tag unseres Lebens weniger flexibel werden. Das gilt sowohl für unsere Körper als auch für unser Mindset. Und diese Entwicklung findet nicht nur im Privatleben statt, sondern wirkt sich auch auf unsere Arbeitsweise aus.

Er ergänzt, dass unsere Welt sich immer schneller verändert und wir alle so eine höhere Gefahr laufen, unsere Agilität zu verlieren. Die Geschwindigkeit der Veränderungen ist als Herausforderung zu betrachten. Vor weniger als 40 Jahren kannte noch niemand einen Walkman, ein paar Jahre später besaß fast jeder so ein Gerät. Heute müssten wahrscheinlich einige zunächst googeln, um herauszufinden, welches Objekt sich hinter dem Begriff und dem Vorläufer des iPods verbirgt. In einer Höchstgeschwindigkeit ist das Smartphone unersetzbar geworden. Dabei ist das iPhone nichtmal ein Jahrzehnt alt und es gibt schon zehn Variationen dieses Geräts.

Viele Experten sagen voraus, dass sich das Tempo der Veränderungen und Entwicklungen weiterhin erhöhen wird. Das Problem ist aber, dass wir uns alle eher nach Routinen und festen Mustern sehnen, aber die Welt und so auch die Arbeitswelt mehr Flexibilität von uns verlangt. Deshalb meint Vanderbloemen, dass die beste Qualität von Mitarbeitern darin liegt, flexibel und agil zu bleiben. So sollten Bewerber die Fähigkeit besitzen, bei Bedarf ihre Arbeitsweise zu ändern.

Doch wie erkennt man in einem Bewerbungsgespräch, ob ein Kandidat die Fähigkeit zur Flexibilität und Agilität mitbringt? Der CEO teilt seine vier Fragen mit, mit denen er die agilen Qualitäten des Bewerbers testen will.

1. Stelle Fragen, um zu sehen, ob der Bewerber veränderungswillig ist

Agile Menschen sind auch in ihrer Freizeit gewillt, neue Dinge auszuprobieren und ihre eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse zu erweitern oder gar zu erneuern. Mit diesen Fragen verspricht Vanderbloemen genau dieses herauszufinden:

  • Erzähle von einer Zeit, in der du eine Routine in deinem Leben oder auf der Arbeit geändert hast.
  • Wie bist du dabei vorgegangen?
  • War es herausfordernd für dich?
  • Was hast du dabei gelernt?
  • Warum hast du die Veränderung vorgenommen?
  • Wie oft bist du bereit für Veränderung?

Vanderbloemen betont, dass er sich von Kandidaten abwende, die Veränderung nur wegen der Veränderung suchen würden. Denn er betont, dass Unternehmen sehr wohl Mitarbeiter brauchen, die diszipliniert und routiniert arbeiten können. Denn Personal, das verlässlich Arbeitsabfolgen ausführen kann, ist wertvoll. Aber Mitarbeiter, die bisher bekannte Routinen gegebenenfalls ändern können, sind für die Zukunft noch mehr wert. Denn die schnelllebigen Veränderungen durch Digitalisierung werden weiterhin zunehmen.

2. Teste mit spontanen Änderungen die Flexibilität des Kandidaten

Vanderbloemen testet die Flexibilität seiner Bewerber damit, dass er beispielsweise den Ort des Bewerbungsgesprächs in letzter Minute verändert. Anderweitig empfiehlt er, weiteren unvorhergesehene Änderungen einzubringen. Beispielsweise die Zeit des Gesprächs zu ändern oder die Art und Weise des Jobinterviews anders als besprochen durchzuführen.

Der CEO empfiehlt Personalern daher, etwas Chaos in das Jobinterview zu injizieren. Dadurch wird sich die Agilität des Bewerbers offenbaren oder sich eben zeigen, dass die Person eher unflexibel ist. Diese Vorgehensweise mag sich unfair anhören, aber Vanderbloemen meint, dass es eher unfair sei, jemanden einzustellen, der sich nicht gerne an Veränderungen anpasse.

3. Wie haben sich die Hobbys des Bewerbers während seines Leben verändert?

Die meisten von uns sind in unseren Gewohnheiten gefestigt. Routine muss dabei nicht schlecht sein, sondern bildet derweilen Säulen in unserem Alltag. Dennoch meint Vanderbloemen, dass es sinnvoll sei, Fragen bezüglich der Hobbys des Kandidaten zu stellen. Dabei sollte man darauf achten, ob die Aktivitäten in der Freizeit sich im Laufe des Lebens dem Zeitgeist angepasst haben.

Deshalb sollten Personaler danach fragen, was Bewerber früher gern in ihrer Freizeit gemacht haben und wie sich diese Tätigkeiten im Laufe der Zeit geändert haben. Wenn ein Kandidat beispielsweise früher gerne jeden Samstag Cartoons im Fernsehen schaute, sollte er heutzutage antworten, dass er solche gerne streamen würde. So könne man klar erkennen, wer mit der Zeit gehe und wer sich in den kommenden Jahren besser anpassen könne, so Vanderbloemen.

4. Frage den Kandidaten, was er mit seinen Freunden unternimmt

Wer sich mit agilen Menschen umgibt, ist selbst auch einer. Dementsprechend ist man fähig, schneller und besser zu denken. So tragen agile Freundschaften dazu bei, dass man neuen sowie unbekannten Dingen offen gegenüber steht. Vanderbloemen rät deshalb zu folgenden Fragen:

  • Was machen du und deine Freunde gerne in der Freizeit?
  • Haben sich eure Aktivitäten bereits öfter geändert?

Wer sich bei diesen Fragen als eine agile Person entpuppt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im Job mit einer großen Agilität performen. Denn wer in seiner Freizeit flexibel ist und neuen Dingen mit offenen Armen gegenübersteht, wird sich im Büroalltag nicht abweichend anders verhalten.

Flexibilität als Einstellungskriterium der Zukunft

Vanderbloemen beobachtet, dass Flexibilität bei den meisten Bewerbern ein seltenes Gut darstellt. Dennoch steigt die Nachfrage dieser Fähigkeit zunehmend. Im Anbetracht des Zeitgeistes und des Tempos der Digitalisierung, die den Alltag im Job überschwemmt, ist Flexibilität unabdingbar. Wenn du bei deinem nächsten Jobinterview diese vier Fragen an deinen Kandidaten stellst, verspricht der CEO, dass du schnell merkst, ob der Bewerber flexibel genug ist, um sich an Veränderungen in der Zukunft anzupassen.

Über Maja Hansen

Maja Hansen

Seit 2017 unterstützt Maja die Redaktion von OnlineMarketing.de. Dabei widmet sie sich primär dem Karrieremagazin mit den Themenfeldern rund um Jobs und Karriere, schreibt aber auch über digitales Marketinggeschehen.

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