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Periscope: Monetarisierungspläne und Potential für Werbetreibende

Im Interview spricht CEO Kayvon Beykpour über Paid Content und verrät die Zukunftspläne des von Twitter gekauften Startups.

© Flickr / Anthony Quintano, CC BY 2.0

© Flickr / Anthony Quintano, CC BY 2.0

Die Streaming-App Periscope wurde vor nicht einmal einem Jahr von Twitter gekauft und konnte bereits nach nur wenigen Monaten mehr als 10 Millionen User generieren. Der schnelle Erfolg kam selbst für den CEO Kayvon Beykpour überraschend, wie er in einem Interview mit Adweek betonte. Dabei gab er auch Auskunft über die Chancen, die sich daraus in Zukunft für Unternehmen ergeben können.

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Die ungeschönte Wahrheit zieht massenhaft User an

Wenn man auf die kurze Erfolgsgeschichte von Periscope zurückblickt und sich vor Augen führt, dass auch Big Player Facebook es eilig hatte, auf den Zug aufzuspringen, hat Live-Streaming große Chancen darauf, eines der Buzzwords der Marketingbranche in 2016 zu werden. Und nicht nur das: Live-Streaming hat das Potential, die Medien hinsichtlich Live-Berichterstattungen grundlegend zu verändern, mindestens aber neue Horizonte für Werbetreibende und Unternehmen zu eröffnen.

It’s one thing to see Donald Trump live on TV—it’s different to see him getting ready in the morning. – Kayvon Beykpour, CEO, Periscope

Denn während Instagram (geschönte) Blicke hinter die Kulisse zulässt, bildet Live-Streamen die knallharte Realität ab und kann nicht inszeniert werden – und die Userzahlen gehen durch die Decke. Zwar liegen uns derzeit keine offiziellen Statistiken vor, doch konnte der vermutlich erfolgreichste Scope in der bisherigen Geschichte Periscopes über 30.000 Zuschauer aufweisen und wurde von einem Flüchtenden am 13. November 2015 von den Straßen Paris‘ in die Welt gestreamt.

Keine Monetarisierung in absehbarer Zeit

Die App, die zugegebenermaßen derzeit noch über rudimentäre aber immerhin native Funktionen verfügt, steckt derweil in der Entwicklungsphase, um eine möglichst perfekte User Journey zu gewährleisten. Und obwohl die Plattform sich mit der Monetarisierung noch Zeit lässt und sich in erster Linie auf das Wachstum konzentrieren will, finden sich dort bereits einige namhafte Unternehmen, die den Wert der App für sich entdeckt haben.

We’ve seen plenty of brands put a lot of creative effort and money into producing compelling content in Periscope that for them may serve as advertising.

So nutzte BMW Periscope zum Launch eines neuen Modells: Einer der Produktmanager streamte seinen Rundgang um das Auto und nutzte diesen Content in der App so als organisches Werbeformat. Die Strategie war von Erfolg gekrönt, denn dass Periscope zu Twitter gehört, hat diverse Vorzüge für Marken, die sich auf der Microblogging-Plattform schon etabliert haben: Periscope kommt von selbst ins Gespräch und erfolgreiche Brands auf Twitter erzeugen mit ihren Streams automatisch hohe Reichweiten dadurch, dass jeder Stream mit einem Tweet promotet werden kann. Aber auch andere Unternehmen haben das Potential bereits erkannt und streamen regelmäßig Podcasts, Redaktionskonferenzen oder Hintergrundberichte, wie es sie vorher in der Art nicht gegeben hat. Das Engagement spricht dabei Bände.

Und die Zukunft?

In Zukunft möchte Periscope sich auch in Sachen Hardware weiterentwickeln und nicht mehr nur auf Smartphones verfügbar sein. Dafür kommt die CES in Las Vegas gerade recht, denn dort werden aktuell die neuesten digitalen Trends und Zukunftsvisionen vorgestellt, die unser Leben in wenigen Jahren beherrschen werden. Dennoch ist man bei dem Überangebot wählerisch und integriert die App nicht einfach in jedes Device, das über eine Kamera verfügt.

Quelle: Adweek

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

Ein Gedanke zu „Periscope: Monetarisierungspläne und Potential für Werbetreibende

  1. P. David

    Ich habe auch schon Periscope genutzt und finde es zwar ganz interessant anderen live bei irgendwelchen Dingen in fremden Ländern zuzusehen, aber mal ganz ehrlich: Wenn Facebook das doch jetzt schon bei sich eingebaut hat und der Trend wirklich noch größer werden wird – wovon ich übrigens auch ausgehe – warum sollten User dann bei Periscope einen Account haben, wenn man über Facebook viel mehr Freunde und Zuschauer erwarten kann?
    Meiner Meinung nach wird es Periscope extrem schwer haben gegen Facebook zu bestehen, da Facebook alles anbieten kann was Periscope jemals anbieten wird + zusätzlich eben noch zig mal mehr, durch die ganzen Daten die Facebook jetzt schon von Freunden usw. hat.

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