Marketingstrategie

Online Marketingstrategien für Kleinunternehmen Part II: Die Kundenansprache und ausgewählte Vorgehensweisen

Großes Angebot, kleine Ressourcen – Kleinunternehmen sind mit der Fülle an Marketinginstrumenten oft überfordert. Kundenansprache und die richtige Auswahl führen ans Ziel.

© Marco2811 | Fotolia.com

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Wenn ihr den ersten Teil dieser Serie gelesen habt, verfügt ihr nun über Anhaltspunkte, wie das Branding funktioniert. In diesem Teil schlüsseln wir auf, wie die richtige Kundenansprache funktioniert und stellen dir einige Marketingstrategien vor, die für Kleinunternehmen geeignet sind.

Die wichtige Kundenansprache

Eine Webseite für sein Business zu haben ist allein nicht ausreichend. Die Präsenz sollte auf die Zielgruppe zugeschnitten sein und ihre Sprache sprechen. Nimm dir also die Zeit, betrachte deine Seite einmal unter der Kundenbrille und stelle dir folgende Fragen:

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  1. Erhält meine anvisierte Zielgruppe alle wichtigen Informationen auf den ersten Blick?

Grundlegende Informationen, die jede Webseite enthalten sollte, sind die Tätigkeiten des Unternehmens, detaillierte Produkt- und Serviceinformationen sowie Kontaktinformationen und im besten Fall Produktpreise. Es hat sich auch noch nicht bei allen Unternehmen herumgesprochen, dass das Impressum – zumindest nach deutschem Recht – mit wenigen Klicks erreichbar sein muss.

  1. Überfordere ich meine Zielgruppe mit Fachjargon?

Technischer Jargon ist zwar seriös, wirkt auf die Kunden in der Regel aber eher abschreckend. Die Sprache auf etablierten Unternehmensseiten ist meist im einfachen Stil gehalten und geht auf die Ansprüche der Kunden ein, statt welche an sie zu stellen. Es ist immens wichtig, sich der Sprache der Kunden zu bedienen: ohne die richtige Ansprache wird der organische Traffic leiden und die Webseite im Ranking abfallen, denn die Nutzer werden unter Umständen nach anderen Keywords suchen, als du sie auf deiner Seite verwendest. Um ein Gefühl für die Sprache seiner Zielgruppe zu bekommen, sollte dem Befüllen einer Webseite mit Content daher immer eine Keywordrecherche vorangeschaltet sein.

Ein Mix aus englischem und deutschem Fachjargon - Laien werden mit der Webseite nicht sehr viel anfangen können © www.leica-geosystems.de

Ein Mix aus englischem und deutschem Fachjargon – Laien werden mit der Webseite nicht sehr viel anfangen können © www.leica-geosystems.de

Kanalübergreifende Marketingstrategien, die nicht überfordern

Vorausgesetzt deine Webseite ist ohnehin suchmaschinenoptimiert und glänzt mit einer hervorragenden UX, solltest du nach dem Lesen und Ausführen der ersten beiden obenstehenden Punkte nun also über eine Präsenz verfügen, die deine Marke widerspiegelt und sich von der Konkurrenz abhebt. Sollte dein Unternehmen sich eher auf den Offlinebereich konzentrieren, könnte deine Arbeit an diesem Punkt beendet sein. Ist ein Großteil deiner Unternehmensaktivitäten auf den Onlinebereich fokussiert, folgen nun kanalübergreifende Marketingstrategien, deren Umfang dich auf den ersten Blick erschlagen kann. Es müssen jedoch nicht alle Marketingstrategien umgesetzt werden, es reicht ebenfalls sich nur einige davon zunutze zu machen. Bei einem kleinen Unternehmen mit begrenzten Ressourcen genügt es, sich für seine Zwecke diejenigen Strategien mit dem vielversprechendsten ROI auszuwählen – hier einige Beispiele:

Content-Strategie
Content is King! Wie inzwischen allseits bekannt sein sollte, wird schlechter Content ohne Mehrwert von Google mit einem schlechten Ranking abgestraft. Die Disziplin lautet hier demnach guten, einzigartigen Content bereitzustellen, den die Konkurrenz nicht schon mehrfach selbst verbreitet hat. Deine Kunden sollten einen Grund haben zurückzukehren, weshalb du dich ihrer individuellen Fragestellungen annehmen und ihre Probleme auf einfache Weise lösen solltest. Je nachdem, was dein Unternehmen anbietet, stelle Tutorials, Informationen oder Wissenswertes zur Verfügung. Ein netter Nebeneffekt solcher Features ist die Möglichkeit damit direkt die Conversion Rate zu steigern.

© moz.com

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Paid Content
Für Unternehmen mit schlechtem oder nicht vorhandenem Ranking bietet sich Paid Content an. Mit bezahlten Kampagnen kann die Reichweite erhöht werden, allerdings kann Paid auch schnell teuer werden. Beliebte Keywords zum Beispiel haben nicht selten eine CPC in Höhe von 50 Dollar im relevanten Suchumfeld. Es ist mitunter ratsam, sich zu Anfang an eine Mediaagentur zu wenden.

Social Media-Kanäle
Soziale Netzwerke eignen sich sehr gut, um das Consumer Engagement zu erhöhen, bedürfen allerdings auch jeder Menge zeitlicher Ressourcen und einer durchdachten Strategie. Nicht alle sozialen Netzwerke eignen sich für jeden Zweck, weshalb es hier gilt, Unterscheidungen zu treffen und die für seine Marke passenden Netzwerke herauszufiltern: während Twitter und Xing sich eher für B2B eignen, ist Facebook eher B2C ausgerichtet. Viele B2B-Unternehmen haben sich bereits erfolgreich auf Instragram positionieren können und auch Pinterest hält einige Möglichkeiten der Verbreitung von Content bereit. Auch die Art der Inhalte unterscheidet sich: Twitter und Xing eignen sich eher für unbebilderten Content als Facebook und Pinterest, die ohne Bildelemente nur schwer auskommen. Dabei sollten aktuelle Trends und Entwicklungen im Social Media-Bereich allerdings immer beachtet werden, denn aktuell haben Bilder die geringste Reichweite auf Facebook, während Videos mit Abstand die größte besitzen und Twitter stellte sich jüngst als wertlose Trafficquelle heraus.

E-Mail Marketing
Solltest du eine tiefere Kundenbindung als Ziel vor Augen haben, eignet sich E-Mail Marketing für deine Zwecke. Mit Rabattgutscheinen oder Sonderangeboten kannst du die Beziehung zu deinen Kunden vertiefen. Die E-Mail feiert gerade ihre Renaissance, weshalb eine tiefergehende Beschäftigung mit diesem wertvollen Marketinginstrument nur von Vorteil sein kann.

Blogger Relations
Um deinen Content zu verbreiten, solltest du Blogger und Publisher zu deinem Netzwerk zählen können, die über bessere Möglichkeiten verfügen, Inhalte zu verbreiten.

Local SEO
Als lokales, kleines Unternehmen bietet sich Local SEO an, damit die Kunden den Weg in den Store auf einfache Weise finden.

Kleinunternehmen kann der Aufwand breit gestrickter Marketingaktivitäten schnell überfordern, so dass sie mitunter keine Idee haben, wo sie anfangen und vor allem welche Instrumente genutzt werden sollen. Sich Schritt für Schritt mit den Instrumenten auseinanderzusetzen und nacheinander vorzugehen kann selbst ein Ein-Mann-Unternehmen stemmen. Marke, Sprachstil, Content und das Teilen der Inhalte sollten für den Anfang ausreichend sein, um sich auf verschiedenen Kanälen gut zu positionieren. Von großer Bedeutung und an erster Stelle sollte immer das Kundengefühl stehen. Nachdem Content und Storytelling im Marketing ein enormer Bedeutungszuwachs zuteil geworden ist, sollten nicht mehr einfach nur Marketingstrategien gefahren, sondern mehr auf die Kunden gehört und Aktivitäten nach ihren Bedürfnissen ausgerichtet werden.

Quelle: The Moz Blog

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit Ende 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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