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„Wir sind unter allen Umständen sehr fest in unserem Standpunkt“ – Christian Dommers, Adblock Plus
Christian Dommers, Head of Business Development bei der Eyeo GmbH

„Wir sind unter allen Umständen sehr fest in unserem Standpunkt“ – Christian Dommers, Adblock Plus

Anton Priebe | 28.01.16

Christian Dommers, Head of Business Development bei der Eyeo GmbH, im Interview über die Pläne des Adblockers und die Entwicklungen auf dem Werbemarkt.

Wir sind dieses Jahr erneut Medienpartner der d3con 2016, die im März die erfolgreichsten und schlauesten Köpfe der RTA-Branche in der Hamburger Handelskammer versammelt, um gemeinsam zu diskutieren. Innerhalb der nächsten Wochen interviewen wir im Voraus einige der Speaker, um die aktuellen Trends und Top-Themen im Real-Time Advertising zu beleuchten.

Christian Dommers ist seit knapp dreieinhalb Jahren Head of Business Development bei der Eyeo GmbH, dem Unternehmen hinter Adblock Plus. Als einer der ersten Mitglieder des Startups brachte er 2012 Erfahrungen als Berater und Gründer von wergehthin mit. Dommers ist bei Eyeo für die Partnerschaften zu Werbenetzwerken, Native Ad Anbietern und großen Publishern zuständig.

Interview mit Christian Dommers, Head of Business Development bei der Eyeo GmbH

OnlineMarketing.de: Christian, euer weltmarktführender Adblocker wächst nach wie vor wie verrückt. Nun wird allerdings auch der Gegenwind entsprechend rauer. Was bewegt euch derzeit am meisten – Anti-Adblocker-Technologien oder doch die juristischen Auseinandersetzungen?

Christian Dommers: Weder noch. Anti-Adblocker Technologie ist natürlich eine Bedrohung für Nutzer. Aber es ist dasselbe Katz-und-Maus Spiel, dass die Open Source Gemeinde und „Aushebel-Profis“ nun schon eine ganze Weile spielen. Zu den Gerichtsverfahren: Eyeo war bislang in jeder Auseinandersetzung stets der klare Gewinner, wir werden die laufenden Prozesse aber nicht leichtfertig, sondern genauso ruhig und besonnen weiterführen, wie wir es immer getan haben. Wir sind unter allen Umständen aber sehr fest in unserem Standpunkt. Das Recht aller Nutzer sich selbst im Internet zu schützen darf nicht angetastet werden.

Uns bewegt gerade viel mehr, wie wir ein internationales, unabhängiges Komitee für das Acceptable Ads Programm schaffen können. Diesbezüglich sind wir momentan mit sehr vielen verschiedenen Interessengruppen im Austausch.

Was ist aus deiner Sicht das wahrscheinlichste Szenario eures Marktes in fünf oder zehn Jahren, wohin entwickelt der sich? Werdet ihr eine Art inoffizielle Behörde und definiert mit den Acceptable Ads Standards für die Branche, wie Werbung aussehen darf und wie nicht? Und alle Werbetreibenden richten sich danach, während ihr an jeder ausgespielten Anzeige mitverdient? Ist das ein Szenario für euch?

Nein, das ist ein sehr unwahrscheinliches Szenario. Ich glaube, in fünf (nicht zehn) Jahren werden sich die Online-Anzeigen hoffentlich deutlich verbessert haben und für Nutzer allgemein eher akzeptabel geworden sein. Ich denke, dass wir mit der Whitelist dann aber immer noch eine bestimmte Nutzergruppe erreichen, die sich eine besonders dezente Art der Werbung wünscht. Außerdem werden wir im Internet wohl auch verstärkt alternative Erlösmodelle, wie z.B. Sponsoring, paid content etc. sehen.

Das Bedürfnis, sich beim Surfen im Internet vor unerwünschten Nebeneffekten zu schützen, und damit der Markt für Software wie Eyeo sie herstellt, wird es aber in fünf bis zehn Jahren noch geben.

Warum glaubst du, ist euer User-seitiges Wachstum in Deutschland besonders stark? Gibt es hier so besonders schlechte Werbung?

Ich bin nicht sicher, ob das Nutzerwachstum in Deutschland so besonders stark ist. Die Verbreitung ist hierzulande vermutlich eher hoch, weil es eine hohe Verbreitung der Browser Firefox und Chrome gibt und viele der ersten ABP Nutzer aus Deutschland kommen. Und nein, Anzeigen auf deutschen Webseiten sind nicht störender als anderswo.

Vielen Dank für das Interview!


OnlineMarketing.de ist offizieller Medienpartner der d3con 2016. Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit den Event-Organisatoren entstanden. Interessierte können sich hier für die d3con anmelden. Außerdem organisiert OnlineMarketing.de die Aftershow-Veranstaltung des Events.

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