Interviews

Privacy und Datensicherheit als Plug&Play – Christian Bennefeld, eBlocker, im Interview

Christian Bennefeld, Gründer und Geschäftsführer der eBlocker GmbH, geht auf die Herausforderungen ein, die sein Anonymisierungstool bereithält.

Christian Bennefeld, Geschäftsführer der
eBlocker GmbH

Christian Bennefeld, Geschäftsführer der eBlocker GmbH

Wir sind dieses Jahr erneut Medienpartner der d3con 2016, die im März die erfolgreichsten und schlauesten Köpfe der RTA-Branche in der Hamburger Handelskammer versammelt, um gemeinsam zu diskutieren. Innerhalb der nächsten Wochen interviewen wir im Voraus einige der Speaker, um die aktuellen Trends und Top-Themen im Real-Time Advertising zu beleuchten.

Christian Bennefeld ist Gründer der eTracker GmbH, die bereits seit 15 Jahren Lösungen für Web-Controlling sowie Targeting anbietet, um Websites und Online-Shops zu analysieren als auch zu optimieren. Vergangenes Jahr wechselte der Diplom-Mathematiker dann nach zwei Jahren Entwicklungszeit die Seiten und gründete mit der eBlocker GmbH ein Unternehmen, das ein physisches Gerät zur Anonymisierung des Onlineverhaltens vertreibt.

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Interview mit Christian Bennefeld, Gründer und Geschäftsführer von eBlocker

OnlineMarketing.de: Ihr seid mit eBlocker vermutlich die ersten weltweit, die Adblocking-Hardware bauen – wie kommt man auf so eine Idee?

Christian Bennefeld: Zunächst muss ich ein Missverständnis aufklären: Der eBlocker ist eine plug-and-play-fähige Lösung zum Schutz der Privatsphäre auf sämtlichen Endgeräten und keine „Adblocking-Hardware“. Der eBlocker blockt sämtliche Dienste, die die Privatsphäre des Nutzers ausspähen und ein Website-übergreifendes Persönlichkeitsprofil erstellen – und dazu gehören unter anderem auch die meisten Ad-Server und Ad-Networks.

Auf die Idee bin ich gekommen, als ich mir mein erstes iPad gekauft habe. Als Gründer und langjähriger Geschäftsführer von etracker kenne ich die Tracking-Industrie sehr genau und weiß, dass leider die meisten Werbe- und Tracking-Anbieter nicht so sauber agieren wie etracker. Daher hatte ich auf meinem PC diverse Programme installiert, um mich vor Datenmissbrauch zu schützen. Nur konnte ich auf dem iPad keines dieser Tools installieren. Die Idee für eine zentrale Lösung, die unabhängig von einer Softwareinstallation auch mein damals neues SmartTV und meine xBox schützt, war geboren.

Wen siehst du als Hauptzielgruppe? Werden sich Durchschnittsanwender so etwas ans Heimnetzwerk hängen oder doch eher Nerds oder Firmen?

Unsere aktuelle Hauptzielgruppe sind die Internetnutzer, die verstanden haben, dass sie gar nicht die Kunden der Internetkonzerne sind, sondern deren Produkt. Sicherlich sind wir derzeit ein Early Mover in einem Nischensegment, da die Notwendigkeit, die eigene Privatsphäre zu schützen, noch nicht in der breiten Masse angekommen ist. Je mehr Skandale zukünftig rund um datengetriebene Geschäftsmodelle publik werden, desto sensibler werden die Nutzer und umso mehr wächst unsere Kernzielgruppe.

Aufgrund der zahlreichen gewerblichen Bestellungen unseres ersten Prototypen, entwickeln wir bereits die eBlocker Enterprise Lösung, die dann Unternehmen mit Tausenden von Arbeitsplätzen schützt. Hier rechnen wir insbesondere mit starker Nachfrage von Juristen, Ärzten und öffentlichen Einrichtungen.

Du bist immer noch Gesellschafter deiner vorherigen Firma etracker, die ja eher das Gegenteil dessen macht, was ihr jetzt vorhabt. Wie gehst du mit diesem Interessenskonflikt um?

Als Chef von etracker habe ich immer darauf geachtet, dass wir die Datenschutzgesetze und die Privatsphäre der Nutzer respektieren und daher beispielsweise keine Website-übergreifenden Persönlichkeitsprofile erstellen. Die sind für eine Website-Optimierung nämlich absolut nicht notwendig. Auch kann der Nutzer mit nur einem Klick der Datenspeicherung durch etracker jederzeit widersprechen. Die Möglichkeit, jetzt durch den Anschluss einer Hardware der Datenerfassung durch sämtliche Dienste und auf allen Websites zu widersprechen, ist nur eine konsequente Fortsetzung meines langjährigen Engagements für den Datenschutz und stellt daher überhaupt keinen Interessenkonflikt dar.

Vielen Dank für das Interview!


OnlineMarketing.de ist offizieller Medienpartner der d3con 2016. Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit den Event-Organisatoren entstanden. Interessierte können sich hier für die d3con anmelden. Außerdem organisiert OnlineMarketing.de die Aftershow-Veranstaltung des Events.

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